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Antikörper-Projekt Bayer erweitert Kooperation mit Amgen in der Krebsforschung

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Zur Entwicklung eines neuen Antikörpers gegen verschiedene Tumorarten hat Bayer mit Amgen eine Kooperation abgeschlossen. Bereits im Jahr 2009 haben die beiden Unternehmen einen Antikörper gegen Prostatakrebs entwickelt. Dieser Antikörper soll in den 2. Jahreshälfte 2012 in die Phase-I-Studie übergehen.

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„Die Onkologie ist eines unserer wichtigsten Wachstumsgebiete, und Biologika nehmen eine Schlüsselstellung innerhalb unserer Strategie ein, neuartige Behandlungsoptionen für Patienten mit Krebs zu entwickeln“, sagte Prof. Dr. Andreas Busch, Leiter von Global Drug Discovery und Mitglied des Excecutive Committees bei Bayer Healthcare.
„Die Onkologie ist eines unserer wichtigsten Wachstumsgebiete, und Biologika nehmen eine Schlüsselstellung innerhalb unserer Strategie ein, neuartige Behandlungsoptionen für Patienten mit Krebs zu entwickeln“, sagte Prof. Dr. Andreas Busch, Leiter von Global Drug Discovery und Mitglied des Excecutive Committees bei Bayer Healthcare.
(Bild: Bayer Healthcare)

Berlin – Bayer Healthcare hat sich mit Amgen Research (ehemals Micromet ) auf die Erforschung, Entwicklung und Vermarktung eines neuen bispezifischen T-cell-Engager-Antikörpers geeinigt (Bite-Antikörper), der sich gegen eine neue, nicht genauer benannte Zielstruktur verschiedener Tumorarten richtet. Im Januar 2009 hatte Bayer mit Micromet bereits eine erste Kooperation zur Erforschung und Entwicklung eines Bite-Antikörpers zur Behandlung von Patienten mit Prostatakrebs begonnen, der sich gegen das sogenannte Prostata-spezifische Membran-Antigen (PSMA) richtet. Amgen hatte Micromet im März dieses Jahres übernommen.

Entwicklung des ersten Antikörpers verläuft nach Plan

Gemäß der jetzigen Vereinbarung wird Bayer mit Amgen von der Forschungsphase bis zum Abschluss möglicher Phase-I-Studien der klinischen Entwicklung zusammenarbeiten. Danach übernimmt Bayer die vollständige Kontrolle über die weitere Entwicklung und die potenzielle Vermarktung des Antikörpers. Finanzielle Details des Kollaborationsvertrages wurden nicht veröffentlicht.

„Wir freuen uns sehr, dass wir eine Kooperation mit Amgen zur Entwicklung eines weiteren Bite-Antikörpers eingehen können, von dem wir glauben, dass er ein äußerst vielversprechender Ansatz zur Behandlung solider Tumore ist“, sagte Prof. Dr. Andreas Busch, Leiter von Global Drug Discovery und Mitglied des Excecutive Committees bei Bayer Healthcare. „Die Onkologie ist eines unserer wichtigsten Wachstumsgebiete, und Biologika nehmen eine Schlüsselstellung innerhalb unserer Strategie ein, neuartige Behandlungsoptionen für Patienten mit Krebs zu entwickeln.“

Die Entwicklung des ersten Antikörpers aus der Kollaborationsvereinbarung von 2009 verläuft nach Plan: Bereits in der zweiten Jahreshälfte 2012 könnte die erste klinische Phase-I-Studie beginnen.

„Wir sind begeistert über das Potenzial der BiTE-Technologieplattform von Micromet und freuen uns, mit Bayer eine zweite Kollaboration zur Entwicklung eines neuen BiTE-Antikörpers zur Behandlung von Krebspatienten zu beginnen“, sagte Dr. Sean E. Harper, Executive Vice President für Forschung und Entwicklung bei Amgen.

Was sind Bite-Antikörper?

Bite-Antikörper, auch bekannt als Bispezifische T-cell Engagers, sind so aufgebaut, dass sie die körpereigenen „zytotoxischen“ T-Zellen direkt gegen Tumorzellen richten können, um diese zu zerstören: Dies ist ein neuer Ansatz in der Krebstherapie. Normalerweise können Antikörper keine T-Zellen aktivieren, weil den T-Zellen Rezeptoren für die Bindung von Antikörpern fehlen. BiTE-Antikörper können jedoch nachweislich T-Zellen an Tumorzellen binden und dadurch ein Selbstzerstörungsprogramm der Krebszelle in Gang setzen. Dieser Vorgang heißt Apoptose oder auch „programmierter Zelltod“. Es konnte gezeigt werden, dass T-Zellen in Anwesenheit von BiTE-Antikörpern Tumorzellen in Serie eliminieren können – dies erklärt, warum BiTE-Antikörper bereits in sehr geringen Konzentrationen aktiv sind. Gleichzeitig wird durch den Zerstörungsprozess die Bildung neuer T-Zellen angeregt, so dass am Ort des Angriffs auf die Tumorzellen dann noch mehr T-Zellen zur Verfügung stehen.

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