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Unternehmensstrategie

Bayer trennt sich von MaterialScience und wird reines Lifescience-Unternehmen

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Vier strategische Prioritäten formuliert

Für die erfolgreiche Weiterentwicklung von Bayer nannte Dekkers vier strategische Prioritäten. Erstens will sich das Unternehmen darauf konzentrieren, das organische Wachstum von Healthcare und Cropscience weiter voranzutreiben. Dafür müsse der Erfolg der innovativen Produkte fortgesetzt werden. „Zugleich erhöhen wir in den Lifescience-Bereichen weiterhin unsere Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Das ist die Voraussetzung, damit wir auch in Zukunft mit neuen Produkten organisch wachsen können“, sagte Dekkers. Insgesamt will Bayer in diesem Jahr mehr als 4,0 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investieren.

Als zweite Priorität nannte der Vorstandsvorsitzende die weitere Integration des Consumercare-Geschäfts von Merck in den USA und von Dihon Pharmaceutical in China. Mit diesen Zukäufen habe Bayer sein Geschäft mit rezeptfreien Produkten erheblich gestärkt und sei nun der weltweit zweitgrößte Anbieter. „Zu unseren eigenen sehr erfolgreichen Marken wie Aspirin oder Bepanthen sind weitere bekannte Marken hinzugekommen“, sagte Dekkers.

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Claritin oder Coppertone etwa seien bisher vor allem in Nordamerika etabliert und sollten nun möglichst eng mit der Dachmarke Bayer verknüpft werden, um die Absatzperspektiven zu erhöhen. „Das Bayer-Kreuz ist in der ganzen Welt ein starkes Markenzeichen. Es ist ein glaubwürdiges Symbol für Qualität und Zuverlässigkeit“, so Dekkers.

Der dritter Schwerpunkt ist die Trennung von MaterialScience. Der geplante Börsengang soll bis spätestens Mitte 2016 erfolgen. Der nächste wichtige Schritt dabei sei die wirtschaftliche und rechtliche Trennung des Unternehmens. Voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte will Bayer darüber entscheiden, welche der möglichen Varianten für den Börsengang genutzt werden soll.

„Wir sind überzeugt, dass MaterialScience als selbstständiges Unternehmen hervorragende Aussichten auf nachhaltigen Erfolg hat“, sagte Dekkers. MaterialScience habe eine starke globale Präsenz, und die einzelnen Produktlinien seien jeweils auf Platz eins oder zwei. Das Unternehmen werde die erreichte Stärke künftig noch besser, schneller und flexibler im globalen Wettbewerb einsetzen können.

Parallel dazu will Bayer – als vierte strategische Priorität – die vollständige Ausrichtung auf die Lifescience-Geschäfte vorantreiben. In diesem Zusammenhang werde derzeit die Organisationsstruktur des Konzerns überprüft und ein Konzept für eine Neuorganisation erarbeitet. „Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, Arbeitsplätze abzubauen. Wir erwarten nach wie vor, dass die Gesamtzahl der Beschäftigten bei Bayer in den nächsten Jahren – weltweit und in Deutschland – stabil bleiben wird“, sagte Dekkers.

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