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Dengue-Fieber

Bessere Wirkstoffe gegen das Dengue-Virus

| Redakteur: Dr. Ilka Ottleben

Die Wechselwirkungen des Protease-Hemmstoffs (gelb) mit dem Enzym des Dengue-Virus wurden mittels computergestützter Methoden analysiert.
Die Wechselwirkungen des Protease-Hemmstoffs (gelb) mit dem Enzym des Dengue-Virus wurden mittels computergestützter Methoden analysiert. (Bild: Hongmei Wu)

Genau wie Ebola kann auch das Dengue-Fieber tödlich sein. Diese Krankheit wird ebenfalls durch ein Virus verursacht, gegen das es bislang kein Mittel und keine Impfung gibt. Forscher aus Mainz und Würzburg stellen jetzt potenzielle neue Wirkstoffe vor.

Mainz, Würzburg – Bei der Suche nach Medikamenten gegen das Dengue-Virus konzentriert sich die Wissenschaft auf ein bestimmtes Enzym des Erregers, die so genannte Protease NS2B/NS3. Der Grund: Hemmstoffe gegen ähnliche Proteasen haben sich bei anderen Viren als sehr wirksam gezeigt. So werden bei der Behandlung von HIV- und Hepatitis-Patienten Protease-Hemmstoffe bereits erfolgreich eingesetzt.

Gegen die Dengue-Protease gibt es ebenfalls einige Hemmstoffe. Sie sorgen aber bestenfalls dafür, dass sich die Hälfte der Viren nicht mehr vermehren kann, was für klinische Anwendungen zu wenig ist. Die Arbeitsgruppe des Würzburger Virologen Jochen Bodem hat mit Wissenschaftlern von der Universität Mainz weitaus bessere Hemmstoffe gefunden und nun vorgestellt.

Gemeinsame Forschung für neue Wirkstoffe gegen das Dengue-Virus

„Wir haben sieben gute bis sehr gute Hemmstoffe aus der Molekülklasse der Diaryl-Thioether entwickelt, und zwei davon sind sogar richtig gut“, sagt Bodem. Kommen die beiden „Stars“ zum Einsatz, überleben schon bei sehr niedrigen Wirkstoff-Konzentrationen nur rund drei Prozent der Virenpopulation in einer Zellkultur. Aus Sicht der Wissenschaft ist das ein sehr gutes Ergebnis, zumal die Hemmstoffe – wie gewünscht – hoch spezifisch sind: Sie richten sich ausschließlich gegen Dengue-Viren und haben nicht einmal Auswirkungen auf sehr nahe Verwandte wie das Hepatitis-C-Virus.

Entwickelt wurden die neuen Wirkstoffe von einem Team aus Virologen und Pharmazeuten. Aus Mainz wirkten Professorin Tanja Schirmeister und insbesondere ihre Mitarbeiterin Hongmei Wu mit. Beide haben bis vor einigen Jahren an der Uni Würzburg geforscht. In Schirmeisters Arbeitsgruppe wurden die Hemmstoffe synthetisiert und deren Wechselwirkungen mit dem Enzym mittels computergestützter Methoden untersucht und weiterentwickelt.

Aus Jochen Bodems Arbeitsgruppe war Stefanie Bock maßgeblich beteiligt, die inzwischen Doktorandin an der Universität Münster ist. Hier wurde die Protease der Viren gewonnen und gereinigt. Im Sicherheitslabor wurde später der Effekt der Wirkstoffe auf das Dengue-Virus nachgewiesen. Als nächstes werden die Wissenschaftler prüfen, ob die neuen Wirkstoffe negative Effekte auf höhere Organismen haben und ob sie auch dort die Virusvermehrung hemmen.

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