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Schwerpunktthema Bio-IT Bio-IT: Was geschieht mit den Daten?

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Die Verarbeitung biologischer Daten hat nicht nur etwas mit leistungsfähiger Software und Rechenpower zu tun. Gerade wenn es um Gesundheitsdaten geht, spielen Datenschutz und -sicherheit enorme Rollen. Mit diesen und anderen Aspekten beschäftigt sich das Schwerpunktthema Bio-IT auf der diesjährigen Biotechnica.

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Dr. Martin Pöhlchen, Geschäftsführer Sinfonie Life Science Management, anlässlich der Fachpressekonferenz Biotechnica/Labvolution: „Bio-IT und personalisierte Medizin sind zwei sehr eng verknüpfte Themen.“
Dr. Martin Pöhlchen, Geschäftsführer Sinfonie Life Science Management, anlässlich der Fachpressekonferenz Biotechnica/Labvolution: „Bio-IT und personalisierte Medizin sind zwei sehr eng verknüpfte Themen.“
(Bild: LABORPRAXIS/Platthaus )

Hannover – Biologische Forschung befindet sich im Wandel. Forscher generieren immer größere Mengen an Daten, was wiederum immer bessere statistische Modelle und effizientere Algorithmen notwendig macht. Dies wiederum leistet die Bioinformatik. Die Biotechnica trägt dem Trend zur zunehmendem Digitalisierung Rechnung und richtet zur Veranstaltung vom 6. bis zum 8. Oktober in Hannover erstmals einen Markplatz Bio-IT ein. Die Themen des dazugehörigen Forums sind „Challenges and Opportunies of Data Integration in the Life Sciences“ sowie „Next Generation Sequencing: NGS Informatics“. Mit den Marktplätzen setzt die Biotechnica Highlights in den Schwerpunktthemen der Branche. Neben der Bio-IT sind dies Bioökonomie und Personalisierte Medizin-Technologien.

Riesige Informationsmengen sinnvoll bearbeiten

Die Bioinformatik verbindet Wissen und Kenntnisse der Biowissenschaften mit Mathematik sowie Informatik und deckt dabei biologische, biochemische, medizinische sowie genetische Forschung ab. Ihr Themenspektrum reicht von der Grundlagenforschung über die Anwendungsforschung bis hin zur konkreten Therapieempfehlung und individuellen Medikation. Der Beitrag der Bioinformatik besteht darin, Datenmaterial zu sammeln, verwalten und interpretieren. Mithilfe der Bioinformatik konnten in den Biowissenschaften bereits große Fortschritte erzielt werden. So wäre etwa die gesamte Sequenzierung des menschlichen Genoms nicht ohne die modernen Computeranalysen und die weltweite Open-Source-Bewegung gelungen. Ein großes Thema ist deshalb Big Data, also die Analyse von riesigen Informationsmengen (> 1 Petabyte = 1015 byte) aus mehreren oft heterogenen und häufig unstrukturierten Quellen. Ein entsprechender Datenpool kann beispielsweise Genomdatenbanken, Ergebnisse klinischer Studien und Datenbanken medizinischer Fachartikel beinhalten. Diese großen Datenmengen müssen mit neuen, innovativen Software-Werkzeugen durchsucht und analysiert werden, um einen Mehrwert für den Patienten zu schaffen.

Mobile Anwendungen werden immer wichtiger

In Zeiten von Smartphones und Tablets kommt schließlich auch dem Bereich der mobilen Anwendungen ein besonderes Augenmerk zu. Smartphones dienen schon heute als Quelle für medizinische Forschungsdaten und können damit ein wichtiges Element für Grundlagen- oder klinische Forschung bilden. Elektronische Patientenakten ermöglichen den Ärzten in Krankenhäusern einen umfassenden Einblick in die Werte des Patienten, die entsprechend verbundenen bioinformatischen und IT-Anwendungen können Handlungs- und Therapieempfehlungen geben. Wearables wiederum sind in der Lage, Körperwerte wie Puls oder Bewegung zu messen. Die Daten können vom Nutzer selbst zur Optimierung der eigenen Fitness genutzt oder mit anderen Anwendungen synchronisiert werden. Auch wäre es möglich, dass Ärzte in einem nächsten Schritt übermittelte Körperdaten ihrer Patienten digital prüfen und auf dieser Basis entscheiden, ob es notwendig ist, den Patienten zu einem Besuch in die Praxis einzubestellen.

Big Data, Datenschutz und biologische Chips

Auf dem Marktplatz Bio-IT spielen Themen wie die Verarbeitung und Speicherung großer (Genom-)Daten, der Einsatz von Biomolekülen in Computern sowie die Daten- und Rechtssicherheit eine Rolle. Die inhaltliche Gestaltung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Bio-Deutschland-Arbeitsgruppe Bio-IT und Big Data. Besucherseitig richtet sich der Marktplatz Bio-IT an Bioinformatiker aus Forschung und Entwicklung sowie der Industrie, außerdem an Interessierte an Big-Data-Lösungen, Software-Lösungen und Software-Häuser für den Bereich Life Science und Automation, an Anbieter von IT-Lösungen für Biotechnologie, Medizin und Pharma sowie an bioinformatische Dienstleister für Forschungsprojekte aus Biotechnologie und Biomedizin. Weitere Themen sind Hardware, IT-Infrastruktur & IT-Security und Healthcare-IT. Neu ist auf der Biotechnica nicht nur der Marktplatz Bio-IT, sondern auch die Zusammenfassung der Marktplätze auf der Biotechnica PLAZA. Sie bildet das Herz der Messe, indem sie die Schwerpunktbereiche, die Forumsbühnen sowie eine Networking- und Partnering-Area an einem zentralen Ort vereint.

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