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Biotechnologie-Report 2013 Biotech-Branche mit Umsatzwachstum und Rekordgewinn

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Die börsennotierten Unternehmen der Biotechnologie-Branche haben ihren Umsatz in den USA und Europa jeweils um 8 % gesteigert. Der Gewinn der Branche steigt auf 5,2 Milliarden US-Dollar und die europäische Branche erreicht erstmals die Gewinnschwelle, wobei die F&E-Ausgaben rückläufig sind.

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Die weltweite Botech-Branche erzielt ein kräftiges Umsatzwachstum und Rekordgewinne.
Die weltweite Botech-Branche erzielt ein kräftiges Umsatzwachstum und Rekordgewinne.
(Bild: Takeda)

Stuttgart – Die weltweite Biotechnologiebranche konnte sich 2012 laut Ernst & Young weiter erholen. Die börsennotierten Unternehmen der Branche verzeichneten das dritte Jahr in Folge ein Umsatz- und Ergebniswachstum, die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen in vielen Unternehmen standen allerdings weiterhin unter Kostendruck. Zudem haben die meisten Unternehmen noch Nachholbedarf beim Erbringen von Nachweisen, die den Wert von Produktentwicklungen belegen. Dieser Nachholbedarf beeinträchtigt die künftige Fähigkeit der Unternehmen, Kapital zu beschaffen, positive Transaktionsbewertungen zu erhalten und nach der Zulassung ihrer Arzneimittel eine vollständige Kostenerstattung zu erzielen.

Zusammenfassung der zentralen Finanzdaten

  • Leichtes Umsatzwachstum: Die Unternehmen aus den etablierten Biotech-Zentren (USA, Europa, Kanada und Australien) erzielten 2012 zusammen einen Umsatz von 89,8 Milliarden US Dollar. Dies entspricht einem Anstieg von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
  • F&E-Wachstum flacht ab: Die F&E-Ausgaben der börsennotierten Unternehmen legten um 5 Prozent zu und blieben damit deutlich unter der für 2011 erzielten Wachstumsrate von 9 Prozent. Die führenden Unternehmen investierten auf gleichbleibend hohem Niveau, während Firmen in der vorkommerziellen Phase ihre F&E-Ausgaben deutlich senkten.
  • Neuer Rekord-Gewinn: Die Unternehmen verbuchten einen Rekord-Gewinn von 5,2 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg um 1,4 Milliarden US-Dollar gegenüber dem Vorjahr.
  • Die „neue Normalität“ der Finanzierungssituation bleibt bestehen: Die Biotech-Unternehmen in Nordamerika und Europa erhielten 2012 Finanzmittel in Höhe von 28,2 Milliarden US Dollar gegen-über 33,3 Milliarden US Dollar im Vorjahr. Dieser Rückgang war vor allem auf Fremdkapitalfinanzierungen zurückzuführen, die um fast ein Drittel rückläufig waren. Der Markt für IPOs ist immer noch nicht in Schwung gekommen: Die Einnahmen aus allen Börsengängen betrugen insgesamt nur 805 Millionen US Dollar (2011: 857 Millionen US Dollar). Das „Innovationskapital“ – definiert als das gesamte aufgenommene Kapital von Unternehmen mit einem Umsatz von unter 500 Millionen US Dollar – veränderte sich von 2011 bis 2012 kaum; es stieg leicht von 15,2 Milliarden US Dollar auf 15,3 Milliarden US Dollar.
  • Venture Capital bleibt widerstandsfähig: In Nordamerika und Europa sank das durch Venture-Capital-Geber bereitgestellte Kapital 2012 um 5 Prozent auf 5,4 Milliarden US Dollar. Dieser Rückgang ist angesichts der jüngsten Schwierigkeiten der Venture-Capital-Gesellschaften bei der Eigenkapitalbeschaffung wesentlich geringer als erwartet.
  • M&A legt zu: Der Gesamtwert der Fusionen und Übernahmen unter Beteiligung von europäischen oder US-amerikanischen Biotech-Unternehmen belief sich auf 27,4 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einem Anstieg von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr (ohne Berücksichtigung der beiden Mega-Deals im Jahr 2011 mit einem Volumen von über 10 Milliarden US-Dollar) und ist der höchste Gesamtwert ohne Mega-Deals seit 2008.

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