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Biotech-Branche will im Jahr 2016 weiter wachsen

| Redakteur: Tobias Hüser

„Die deutsche Biotech-Branche setzt ihr Wachstum fort, stärkt ihre Bedeutung sowohl durch Pharma-Partnerschaften als auch durch zunehmend internationale Investoren und unterstreicht damit ihre Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland“, sagt Peter Heinrich, Vorstandsvorsitzender von Bio Deutschland.
„Die deutsche Biotech-Branche setzt ihr Wachstum fort, stärkt ihre Bedeutung sowohl durch Pharma-Partnerschaften als auch durch zunehmend internationale Investoren und unterstreicht damit ihre Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland“, sagt Peter Heinrich, Vorstandsvorsitzender von Bio Deutschland. (Bild: Bio Deutschland)

Die deutsche Biotechnologie-Branche startet optimistisch in das Jahr 2016. Eine Mehrheit der Firmen will mehr Mitarbeiter einstellen sowie stärker als bisher in Forschung und Entwicklung (F&E) investieren. Dies hat eine Umfrage des Verbandes der Biotechnologie-Industrie, Bio Deutschland ergeben.

Berlin – Die positive Stimmung der deutschen Biotech-Branche geht mit einer deutlich verbesserten Finanzierungsituation einher: Mit 553 Millionen Euro haben die Unternehmen im Jahr 2015 rund 38 % mehr Kapital eingenommen als im Jahr zuvor.

Die Umfrage sendet ein starkes Signal: Offenbar will die Branche die Aufbruchsstimmung von 2015 auch ins kommende Jahr mitnehmen. Deutlich stärker als im Vorjahr bekennen sich die zum Jahresende 2015 befragten Unternehmer und Unternehmerinnen zu neuen Investitionen in Personalaufbau und F&E. Eine große Mehrheit von fast 70 % schätzt die aktuelle Geschäftslage als gut ein, knapp 60 % erwarten für 2016 zudem eine weitere Verbesserung.

Biotech-Firmen gehen an die Börse

Das allgemeine Klima für Biotech-Firmen in Deutschland wird indes deutlich nüchterner eingeschätzt. Hier erwarten fast zwei Drittel der Befragten keine Veränderung zum Vorjahr. Die Ergebnisse werden ergänzt durch Recherchen von Bio Deutschland und Transkript, das von der Biocom herausgegeben wird. Demnach sind die Eigenkapitalinvestitionen im Jahr 2015 mit rund 553 Millionen Euro gegenüber 2014 um rund 38 % gestiegen – seit 2010 ein neuer Höchststand. Vor allem beim Wagniskapital zeigt sich ein kräftiges Plus von 53 % gegenüber dem Vorjahr.

Im vergangenen Jahr haben Privatinvestoren 263 Millionen Euro in deutsche Biotech-Firmen gesteckt. Mit Curetis ging im Jahr 2015 zuem ein weiterer deutscher Biotech-Börsengang (IPO – initial public offering) an der Mehrländerbörse Euronext über die Bühne. Für 2016 deutet sich der erste IPO einer Biotech-Firma in Frankfurt seit 2007 an: Der Bioökonomiespezialist Brain hat für Januar einen Börsengang an der Deutschen Börse angekündigt.

Politische Rahmenbedingungen müssen stimmen

Die insgesamt positive Entwicklung in Deutschland spiegelt einen Aufschwung wieder, der sich auch am europäischen Kapitalmarkt abzeichnet. Laut einer Studie von Biocom haben europäische Biotech-Firmen im Jahr 2015 insgesamt 6,26 Milliarden Euro über die Börse eingesammelt. Dies entspricht einem Wachstum von 82 % gegenüber dem Vorjahr (2014: 3,44 Mrd. Euro). Insgesamt haben 25 Biotech-Börsengänge in Europa stattgefunden (2014: 25).

Peter Heinrich, Vostandsvorsitzender von Bio Deutschland, weist allerdings darauf hin, dass der Aufschwung der Branche nur Bestand hat, wenn sich die politischen Rahmenbedingungen gerade für die mittleren und kleinen Unternehmen sowie für Investoren verbessern. „Die Finanzierungssituation für die Biotechnologie hat sich in den vergangenen zwei Jahren spürbar verbessert. Der nun für Frankfurt angekündigte Börsengang könnte hierzulande ein Eisbrecher sein und für noch mehr Aufwind sorgen“, ergänzt Sandra Wirsching, Kapitalmarktexpertin bei Biocom.

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