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Bio Deutschland Biotech-Vorstandskonferenz diskutierte über Zukunftsthemen der Branche

Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Kooperationen und Allianzen werden künftig den Schub an Biotech-Innovationen sicherstellen und den Vormarsch der Biotechnologie-Industrie insbesondere im Bereich Gesundheit und Rohstoffe weiter vorantreiben. Das ist eine der Schlussfolgerungen, die auf dem 13. CEO&CFO-Meeting der Biotechnologie gezogen wurde.

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100 Vorstandsmitglieder und Geschäftsführer von Biotechnologiefirmen trafen sich zur 13. Biotech-Vorstandssitzung. (Bild: Bio Deutschland)
100 Vorstandsmitglieder und Geschäftsführer von Biotechnologiefirmen trafen sich zur 13. Biotech-Vorstandssitzung. (Bild: Bio Deutschland)

Berlin – Am 24. und 25. November diskutierten mehr als 100 Vorstandsmitglieder und Geschäftsführer von Biotechnologiefirmen sowie Branchenexperten auf der vom Branchenverband Bio Deutschland organisierten Konferenz über die Zukunftsthemen der Branche. Es ging in einem breiten Themenbogen von Finanzierungsmöglichkeiten über privates Kapital und Förderprogramme, die neuesten Trends in der personalisierten Medizin und die Bedeutung von Industrieallianzen bis hin zur Sicherung eines stetigen Innovationsnachschubs in der Weißen Biotechnologie für eine wissensbasierte Bioökonomie.

Etwa 40 Biotech-Unternehmen präsentierten Details zu neuen Business-Strategien Produktentwicklungen und jüngsten Forschungsergebnissen: unter anderem Lebensmittel- und Medikamentensicherheitstests, innovative Antiinfektiva gegen Bakterien und Viren, Enzym-Produkte für den Einsatz in ökologischer Industrieproduktion und moderne Diagnostikverfahren gegen Darmkrebs. Damit lieferte die Branche abermals den Beweis, dass sie bereits jetzt mit Produkten und Dienstleistungen einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität in unserer Gesellschaft leistet.

Wagniskapital-Investitionen nur noch ein Fünftel im Vergleich zum vergangenen Jahr

Peter Heinrich, Vorstandsvorsitzender der BIO Deutschland, hob jedoch in seinem Eingangsstatement zur Konferenz die derzeit prekäre Finanzsituation vieler Biotech-Unternehmen hervor: „Das im Laufe dieses Jahres eingeworbene Wagniskapital wird nach aktuellen Hochrechnungen gerade mal ein Fünftel dessen betragen, was 2010 in die Biotechnologie-Firmen geflossen ist. Aber wir glauben, dass nach Überwinden der globalen Finanzprobleme wieder verstärkt Kapital in die Biotechnologie fließen wird, vornehmlich auch Kapital von Pharma-Unternehmen, die immer stärker vom Innovationsmotor der Biotech-Branche abhängig wird.“

Die im vergangenen Jahr durch Kapitalerhöhungen über die Börse und hauptsächlich von so genannten „family offices“ bereitgestellten Mittel für die Biotech-Branche beliefen sich auf etwa 650 Mio. Euro. 2011 sind es bis Mitte November lediglich rund 120 Mio. Euro.

Teilnehmer kritisieren die nach wie vor schlechten Rahmenbedingungen für Investoren

Dies hätte auch mit den in Deutschland vorherrschenden schlechten Rahmenbedingungen für Investoren zu tun sowie mit der bislang bestehenden steuerlichen Diskriminierung innovativer kleiner und mittlerer Unternehmen, die zur Finanzierung ihrer Forschungs- und Entwicklungsarbeit dringend auf Wagniskapital angewiesen seien, fügte Heinrich hinzu.

Große Hoffnung setzt die Branche darum auf Partnerschaften mit der Pharma und der Chemie-Industrie sowie in private Investitionen. Innovationsbegeisterte vermögende Privatpersonen gehen zunehmend dazu über, gezielt in Zukunftsbranchen zu investieren. Daher fordert Peter Heinrich, dies zusätzlich durch entsprechende steuerliche Anreize zu verstärken.

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