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Biokatalyse Biotrans 2015 in Wien – Wege vom Abfallstoff zum Wertstoff

| Redakteur: Manja Wühr

Der Einsatz von Enzymen und Mikroorganismen in der Chemie ist noch relativ neu. Um die neuesten Entwicklungen in der grünen Chemie dreht sich alles bei Biotrans2015 – die größte Fachtagung im Bereich der Biokatalyse an der TU Wien.

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Wertstoffe aus Abfallstoffen mittels Biotransformationen
Wertstoffe aus Abfallstoffen mittels Biotransformationen
(Bild: TU Wien)

Wien/Österreich – Im Rahmen der wissenschaftlichen Feiern zum 200-Jahr-Jubiläum der TU Wien wird die größte Fachtagung im Bereich der Biokatalyse in Wien abgehalten. Biotrans2015 bringt über 700 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Chemie, Biologie und Biotechnologie zusammen. Dabei dreht sich alles um umweltschonender Produktionsverfahren, wie sie funktionieren und welche neuen Methoden es gibt.

„Es ist uns gelungen, hochkarätige Forscher wie Prof. Sang Yup Lee aus Korea – Mitglied des World Economic Forums – sowie Prof. Frances H. Arnold aus den USA – Trägerin der National Medal of Technology and Innovation – nach Wien zu holen und vielversprechende Trends beim Übergang von einer erdöl-basierten zu einer auf nachwachsenden Rohstoffen beruhenden Industrie herauszuarbeiten“, erläutert Prof. Marko Mihovilovic vom Institut für Angewandte Synthesechemie. Des Weiteren soll auf der FAchtagung erstmalig der Biotrans-Award verliehen werden. Er soll an Prof. Wolfgang Kroutil von der Universität Graz für seine Arbeiten zur Entdeckung neuer Enzymarten und Biotransformationen gehen.

Wege zu einer nachhaltigen Bioraffinerie

Um dem Trend zur Verschränkung von Chemie und Biologie für technologische Anwendungen Rechnung zu tragen, hat die TU Wien hat die Initiative „TUgoesBIO“ ins Leben gerufen. So hat u.a. die Gruppe um Prof. Mihovilovic mehrere Verfahren entwickelt, um aus Abfallstoffen mittels Biotransformationen Wertstoffe wie Vorstufen für Kunstfasern (Nylon/Perlon-9) oder auch wertvolle Aromastoffe zu gewinnen. Dies stellt wesentliche Schritte auf dem Weg zu einer nachhaltigen Bioraffinerie dar, um wichtige Chemikalien bei verknappenden Ressourcen zur Verfügung zu stellen.

Die intensiven Forschungstätigkeiten im Bereich der Biokatalyse und Grünen Chemie in Österreich sind auch für den Fachverband der Chemischen Industrie (FCIO) ein zukünftiges Entwicklungsfeld. „Chemie 4.0“ bezeichnet die Entwicklung von völlig neuartigen Verfahren und Materialien, die den Kunden maßgeschneiderte Produkte und Leistungen bieten. „Chemie 4.0 ist ein komplexer und zugleich spannender Prozess, der mit einer Idee im Labor beginnt und die Innovation zur industriellen Fertigung bringt. Green Chemistry und Smart Chemistry sind die Stoffe, aus denen die Zukunft gemacht wird“, so der Obmann des FCIO Hubert Culik.

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