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Nachweis von Krebserbsubstanz im Blut

Bluttest auf Gendoping für Krebsdiagnostik adaptiert

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Ein Ziel der Sportmediziner ist es nun, jetzt schon auch im Verbund mit der Industrie geeignete Diagnostikgeräte mit verbesserten, automatisierbaren Prä-Amplifikationsmöglichkeiten zu entwickeln.

Neue Messtechnik wird zunächst bei Sporttherapie eingesetzt

Unter Anleitung durch die Klinik für Anästhesiologie konnten Mitarbeiter der Sportmedizin Dickdarmkrebspatienten zu wichtigen Zeitpunkten der Operation verschiedene Blutproben abnehmen. Bei drei Patienten fanden sich in dem entnommenen Tumorgewebe K-RAS-Mutationen. Diese konnten mit dem neuen Verfahren auch im Verlauf gemessen werden. Die Forscher stellten dabei fest, dass zwar mit dem eigentlichen Herausnehmen des Tumorgewebes die gesunde DNA im Blut unmittelbar stark anstieg, allerdings verhielt sich die Krebserbsubstanz im Blut nicht einheitlich. Prof. Dr. Hauke Lang betont: „Zum jetzigen Zeitpunkt wäre es völlig verfrüht, aus diesen Ergebnissen abzuleiten, welcher dieser Patienten eine bessere oder schlechtere Prognose hat, zumal auch die Wahl des operativen Vorgehens, das im Einzelfall sehr unterschiedlich war, Einfluss auf das Testergebnis gehabt haben könnte. In Mainz werden die meisten Operationen bei Dickdarmkrebs minimal-invasiv oder sogar robotisch vorgenommen. Neben einem optimalen onkologischen Ergebnis gehen diese Verfahren nicht nur mit einem besseren kosmetischen Ergebnis, sondern auch einem geringeren Operationstrauma, das heißt einer geringeren Beeinträchtigung des Immunsystems, einher.“

Die Möglichkeiten, die die neue Messtechnik verspricht, wollen die Forscher jetzt zunächst bei Patienten unter Sporttherapie ausführlich testen. „Im Gegensatz zum operativen Vorgehen können wir beim Sport ohne ethische Bedenken unsere Vorgehensweisen verändern und die Auswirkungen auf die Krebserbsubstanz jeweils genau studieren“, so Simon. Eine starke Fürsprecherin der perioperativen Sporttherapie bei Krebs ist Prof. Dr. Ines Gockel, die ehemalige Mainzer Oberärztin und jetzige Geschäftsführende Direktorin der Klinik für Viszeral-, Transplantations-, Thorax- und Gefäßchirurgie in Leipzig, die auch die ursprünglich treibende Kraft hinter dem Forschungsverbund war.

Der erste Grundstein für eine moderne, medizinisch betreute Sporttherapie ist somit in Mainz gelegt und soll den Patienten auch in der Fläche zugutekommen. „Im Rahmen unserer Studie haben wir den Teilnehmern die Möglichkeit geboten, ein speziell ausgearbeitetes Sportprogramm zu besuchen. Unsere Mitarbeiter betreuen diese Sportgruppen weiterhin ehrenamtlich. Um aber eine adäquate Versorgung auch der Patienten zu gewährleisten, die von einem großen Tumorzentrum weiter entfernt in den strukturschwächeren Gegenden wohnen, benötigen wir in Zukunft internetbasierte Betreuungskonzepte und eine nicht-invasive Verlaufskontrolle über moderne innovative Messverfahren“, bemerkt Simon.

Die Forschungsarbeiten wurden von der Dr. Gerhard und Martha Röttger-Stiftung und der Sibylle Kalkhof-Rose-Stiftung gefördert.

Originalpublikation: Ehlert et al., Establishing PNB-qPCR for quantifying minimal ctDNA concentrations during tumour resection, Scientific Reports 7, 21. August 2017, DOI:10.1038/s41598-017-09137-w

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