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Citizen Science Bürger unterstützen wissenschaftliche Forschung

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Die Helmholtz- und die Leibniz-Gemeinschaft wollen zusammen mit ihren universitären und außeruniversitären Partnern das Engagement von Ehrenamtlichen in der Wissenschaft unterstützen und weiter ausbauen. Diese Bürgerwissenschaft – Citizen Science genannt – umfasst bereits jetzt eine Reihe verschiedenster Aktivitäten von Bürgerinnen und Bürgern, die die Forschung unterstützen und großes Potenzial für die Zukunft besitzen.

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Für das Tagfaltermonitoring zählen bundesweit über 500 Freiwillige. Die Daten aus diesem Citizen-Science-Projekt werden am UFZ ausgewertet.
Für das Tagfaltermonitoring zählen bundesweit über 500 Freiwillige. Die Daten aus diesem Citizen-Science-Projekt werden am UFZ ausgewertet.
(Bild: André Künzelmann/UFZ)

Berlin – Beteiligung ist ein wesentliches Element in westlichen Demokratien wie Deutschland oder Großbritannien. In Vereinen und Fachgesellschaften engagieren sich seit vielen Jahren Millionen Deutsche ehrenamtlich. Dieses Engagement hilft auch der Wissenschaft. Im angelsächsischen Raum hat sich für diese Art von Bürgerwissenschaft inzwischen der Fachbegriff Citizen Science etabliert. Durch moderne Informations- und Kommunikationstechnologien wie Internet und Smartphone wurde es in den letzten Jahren deutlich leichter, sich untereinander zu vernetzen und Daten auszutauschen.

So ist es bereits jetzt möglich, Umweltdaten wie Lärm oder die Vorkommen von Tier- und Pflanzenarten zu erfassen. Beteiligen sich daran möglichst viele Interessierte, dann besteht die Chance, räumlich und zeitlich sehr komplexe Datensätze zu erheben, die durch hauptberuflich Forschende in diesem Umfang nicht geschaffen werden könnten und so die traditionellen Wissenschaften gut ergänzen.

Neben dem großen Potenzial bei der Datenerfassung bietet Citizen Science aber noch weitere Chancen: Der Kontakt kann das Einbinden von lokalem Wissen und Erfahrungen erleichtern, die Akzeptanz der Forschung in der breiten Bevölkerung verbessern oder auch den Wissenstransfer in die Gesellschaft beschleunigen. Von dieser Partnerschaft auf Augenhöhe profitieren also beide Partner – sowohl Wissenschaft als auch Bürger.

Lichtverschmutzung und Tagfaltermonitoring als Vorzeigebeispiele

Über die Auswirkungen von künstlichem Licht auf Mensch und Natur ist bisher relativ wenig bekannt. Um mehr über die sogenannte Lichtverschmutzung herauszufinden, haben Wissenschaftler des interdisziplinären Projektes „Verlust der Nacht“ eine Smartphone-App entwickelt, die dazu dient, weltweit die Helligkeit des Himmels zu beschreiben, den sogenannten Skyglow.

Sie baut auf dem Citizen Science-Projekt „GLOBE at Night“ auf, in dem Menschen auf der ganzen Welt die Himmelshelligkeit bestimmen und als Kriterium dafür die Sichtbarkeit der Sterne heranziehen. Aus der Bestimmung des lichtschwächsten Sterns können Wissenschaftler im Anschluss ableiten, wie hell der Himmel zu einem bestimmten Zeitpunkt an diesem Ort ist. So kann jeder ganz ohne teure Messgeräte zum Erfolg des Projektes beitragen. Die Forschung erhofft sich von diesen Daten u.a. Anregungen für modernere Beleuchtungskonzepte.

Auch in den Biowissenschaften spielen ehrenamtliche Naturbeobachter eine große Rolle. Wie sich beispielsweise Schmetterlingspopulationen langfristig entwickeln und ob bestimmte Arten häufiger oder seltener werden, lässt sich mit normalen Forschungsprojekten, die in der Regel nur drei Jahre dauern und in denen nur wenige Orte beobachtet werden können, nicht herausfinden. Seit fast zehn Jahren tragen jedoch inzwischen bundesweit über 500 Freiwillige im Tagfalter-Monitoring Deutschland dazu bei, die Bestände verschiedenster Schmetterlingsarten zu erfassen.

Die Zählung der Tagfalter erfolgt dabei entlang bestimmter Strecken, auch Transekte genannt, die in der Regel einmal pro Woche begegangen werden. Die Beobachtungen werden anschließend online gemeldet. Auf diese Weise hilft der Sonntagsspaziergang nicht nur dem eigenen Wohlbefinden, sondern auch der Wissenschaft.

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