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Führungsklischees bestätigt! Chefinnen kommunizieren, Chefs sind autoritär

Autor / Redakteur: Jürgen Schreier / Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Chefs delegieren gern und setzen ihren Willen durch. Managerinnen dagegen zeichnen sich durch Fleiß aus und sind gesprächsbereit. Das sind Ergebnisse einer Umfrage der Personalberatung Intersearch Executive Consultants unter 1000 Bundesbürgern.

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Manager mimen gern den „dicken Max“.
Manager mimen gern den „dicken Max“.
(Bild: VBM-Archiv)

Gibt es spezielle männliche und weibliche Führungseigenschaften? Drei Viertel der Deutschen sind der Meinung, dass das sehr wohl der Fall ist, Männer ebenso wie Frauen. Managerinnen sind demnach kommunikativ, diplomatisch, organisiert, engagiert und diszipliniert.

Ganz anders ihre männlichen Kollegen: Sie werden als machtbewusst, durchsetzungsstark, selbstsicher, autoritär und statusorientiert beschrieben. Das sind Ergebnisse einer Umfrage der Personalberatung Intersearch Executive Consultants unter 1000 Bundesbürgern.

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Deutschland ist sich einig: Männliche und weibliche Manager verhalten sich unterschiedlich. Chefs delegieren gern und setzen ihren Willen durch. Managerinnen dagegen zeichnen sich durch Fleiß aus und sind gesprächsbereit - so das einheitliche Bild einer aktuellen Bevölkerungsbefragung zum Thema Topmanager-Qualitäten.

Frauen finden Chefs egoistisch

Eine genauere Betrachtung der Geschlechterperspektiven offenbart jedoch einige Differenzen: Während Männer weibliche Führungskräfte in erster Linie als kommunikativ betrachten, nehmen Frauen Manager ihres Geschlechts vor allem als organisiert wahr. Männer schreiben Chefinnen häufig auch Emotionalität und Sensibilität zu. Bei Frauen rangieren diese Merkmale weniger hoch. Sie bescheinigen weiblichen Führungskräften dafür noch Weitsichtigkeit, was Männer nicht als besonders typisch weibliches Merkmal ansehen. Kooperatives, partnerschaftliches Verhalten sehen dagegen beide Geschlechter als Eigenschaft an, die weibliche Führungskräfte häufig an den Tag legen.

Weiblichen Chefs gelten als weniger faktenorientiert

Die Einschätzungen männlicher Führungseigenschaften unterscheiden sich in den Perspektiven der verschiedenen Geschlechter nicht ganz so stark. Ein bedeutender Unterschied ist aber, dass Frauen bei männlichen Führungskräften egoistisches Verhalten als besonders typisch wahrnehmen. Bei Männern rangiert dieses Merkmal erst im Mittelfeld. Dafür schreiben Männer den Chefs mehrheitlich fachliche Versiertheit zu - bei den Frauen fällt die Zustimmung dazu geringer aus. Fairerweise muss man dazu sagen, dass Männer auch bei Managern des anderen Geschlechts häufig fachliche Versiertheit konstatieren.

Männer wie Frauen nehmen bei männlichen Führungskräften aber eine hohe Sach-/ Faktenorientierung wahr - bei weiblichen Chefs eher nicht. Einig sind sich die Geschlechter auch in einem weiteren interessanten Punkt: Für kommunikativ halten sie Männer in Führungspositionen nicht.

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