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Tarifvertrag „Demografie und Lebensarbeitszeit“ Chemie findet Antworten auf demografische Herausforderung

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Gute Nachrichten für ältere Arbeitnehmer der Chemieindustrie. Ab 2017 zahlen Arbeitgeber deutlich mehr in den betrieblichen Demografiefonds ein. Dies ermöglicht neben einer soliden Altersvorsorge auch eine Reduzierung der Arbeitszeit.

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Peter Hausmann, Tarifvorstand der IG BCE: „Ziel für uns ist es, die Beschäftigten in besonderen Lebensphasen zu entlasten und neue Möglichkeiten der Altersvorsorge voranzubringen.“
Peter Hausmann, Tarifvorstand der IG BCE: „Ziel für uns ist es, die Beschäftigten in besonderen Lebensphasen zu entlasten und neue Möglichkeiten der Altersvorsorge voranzubringen.“
(Bild: Stefan Koch )

Hannover – Der Demografiebetrag für die rund 550 000 Beschäftigten in der chemischen Industrie steigt kräftig: Ab 2017 zahlen die Arbeitgeber pro Beschäftigten jährlich 750 Euro in den betrieblichen Demografiefonds ein. Damit wurde der Betrag von 338 Euro im Jahr 2015 stufenweise um insgesamt 412 Euro aufgestockt. Grundlage dafür ist der Tarifvertrag „Demografie und Lebensarbeitszeit“, der mit dem Tarifabschluss im März 2015 fortgeschrieben und deutlich gestärkt wurde. Das Fondsaufkommen lag von 2010 bis 2015 bei 1,7 Milliarden Euro.

„Der Tarifvertrag ist ein Meilenstein in der Tariflandschaft. Und er zeigt, wie die Tarifpartner umfassende Antworten auf die demografische Herausforderung entwickeln können. Darauf sind wir sehr stolz", sagte Peter Hausmann, Tarifvorstand der IG BCE. „Ziel für uns ist es, die Beschäftigten in besonderen Lebensphasen zu entlasten und neue Möglichkeiten der Altersvorsorge voranzubringen.“

Betriebsräte und Geschäftsführungen entscheiden gemeinsam über die Verwendung der Fondsmittel. Im Vertragswerk sind sechs Möglichkeiten festgelegt: Langzeitkonto, Altersteilzeit, Teilrente, Berufsunfähigkeitszusatzversicherung, tarifliche Altersvorsorge und lebensphasenorientierte Arbeitszeit („RV 80"). Die Vereinbarung RV 80 ermöglicht, dass für ältere Beschäftigte in Kombination mit der tariflichen Altersfreizeit die Vier-Tage-Woche eingeführt wird.

2008 hat die Chemie als erste Branche in Deutschland mit dem abgeschlossenen Tarifvertrag „Lebensarbeitszeit und Demografie" Lösungen für die Auswirkungen des demografischen Wandels entwickelt. In den Betrieben wurde das Abkommen in den ersten Jahren vor allem genutzt, um eine solide Altersvorsorge zu schaffen. Es ist gelungen, diesen Vertrag weiter zu entwickeln. Jetzt steht die Reduzierung der Arbeitszeit im Mittelpunkt.

Nicht nur in der chemischen Industrie hat die IG BCE Demografie-Tarifverträge abgeschlossen, auch in anderen Branchen wie beispielsweise der kunststoffverarbeitenden Industrie, bei Kautschuk und Papier sowie in der Schuh- und ledererzeugenden Industrie gelten entsprechende Vertragswerke.

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