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Energiewende Chemie kritisiert Energiewende-Pläne

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

BASF, Bayer und Wacker Chemie kritisieren die Energiereform. Konkret geht es um die Eigenproduktion von Strom, die nach den Plänen von Energieminister Sigmar Gabriel mit Abgaben belegt werden soll. (Quellen: Reuters, Handelsblatt, Süddeutsche Zeitung)

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GuD-Anlagen, wie sie BASF in Ludwigshafen betreibt, gelten als besonders umweltfreundlich, weil sie einen hohen Wirkungsgrad haben.
GuD-Anlagen, wie sie BASF in Ludwigshafen betreibt, gelten als besonders umweltfreundlich, weil sie einen hohen Wirkungsgrad haben.
(Bild: BASF, Bernhard Kunz )

Die gerade erst bekannt gewordenen Pläne von Energieminister Sigmar Gabriel haben die deutsche Chemieindustrie auf den Plan gerufen. Die bisher von der Ökostrom-Umlage befreite Eigenproduktion von Strom soll künftig für die Abgabe herangezogen werden, das geht aus einer Kabinettsvorlage hervor, über die die Süddeutsche berichtete. Damit kommen auf Branchen wie die Chemieindustrie, die einen hohen Anteil an selbst erzeugten Strom haben, höhere Kosten zu.

Das gilt z.B. für BASF, Bayer und Wacker, die einen großen Teil ihrer Anlagen mit Strom aus Kraftwärmekopplungs-Anlagen versorgen. Diese sind bisher von der Ökostrom-Umlage befreit.

Die Pläne sehen vor, dass Energie aus neuen Anlagen der Industrie künftig mit 90 Prozent der Umlage belastet werden. Auf Strom aus Kraftwerken auf Basis erneuerbarer Energien und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) wird 70 Prozent fällig. „Unsere KWK-Anlagen würden sich, sollten diese Pläne umgesetzt werden, nicht mehr wirtschaftlich betreiben lassen, sowohl die bestehenden als auch die neuen“, sagte ein Bayer-Sprecher, den Handelsblatt online zitierte.

„Für BASF würde diese Regelung pro Jahr zusätzliche Kosten im mittleren bis hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich bedeuten“, sagte ein Sprecher des Ludwigshafener Chemiekonzerns.

Auch Wacker Chemie kritisierte die Pläne. Der Münchner Konzern wäre von Abgaben auf selbst erzeugten Strom betroffen, falls ein solches Vorhaben Gesetz würde, sagte ein Sprecher. „Grundsätzlich halten wir alle Maßnahmen für kontraproduktiv, die die Belastung der energieintensiven Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen, weiter erhöht“, fügte er hinzu. Die Schere bei den Stromkosten zwischen deutschen Unternehmen und ihren ausländischen Konkurrenten würde dadurch noch weiter aufgehen. Der Spezialchemiehersteller verbraucht trotz eigener Kraftwerke fast ein Prozent des deutschen Netzstroms.

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