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Erste VCI-Mittelstands-Pressekonferenz Chemie-Mittelstand fordert branchenfreundlichere Politik

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Auf der ersten VCI-Mittelstandspressekonferenz in Frankfurt forderten Vertreter aus der Chemiebranche eine EEG-Kostenbremse und steuerliche Forschungsförderung.

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Sabine Herold und Reinhold von Eben-Worlée fordern politische Maßnahmen zugunsten des Chemie-Mittelstandes auf der VCI-Pressekonferenz.
Sabine Herold und Reinhold von Eben-Worlée fordern politische Maßnahmen zugunsten des Chemie-Mittelstandes auf der VCI-Pressekonferenz.
(Bild: VCI/Fuest)

Frankfurt am Main – Mittelständische Chemieunternehmen stellen mehr als ein Drittel der Arbeitsplätze in der Chemie. Sie tragen rund 30 Prozent zum Umsatz und 10 Prozent zu den Forschungsaufwendungen der Branche bei. Dieser starke Mittelstand klagt allerdings zunehmend über die Kostenbelastung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Aus diesem Grund fordern die Unternehmen von der Bundesregierung einen vollständigen Systemwechsel zur Förderung erneuerbarer Energien.

Das zweite wichtige politische Anliegen für den Chemie-Mittelstand ist die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung unabhängig von der Unternehmensgröße. Das sagten Reinhold von Eben-Worlée, Vorsitzender des VCI-Ausschusses Selbstständiger Unternehmer (ASU), und Sabine Herold, Mitglied des VCI-Präsidiums, auf der ersten Mittelstands-Pressekonferenz des Verbandes der Chemischen Industrie in Frankfurt.

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Vollständiger Systemwechsel beim Erneuerbare-Energien-Gesetz

Der Systemwechsel beim EEG ist laut von Eben-Worlée nötig, da die Belastungsgrenze für mittelständische Chemieunternehmen erreicht sei. „Als Unternehmer beobachte ich mit großer Sorge den staatlich verursachten Anstieg bei den Strompreisen. Der offenkundige Systemfehler im Erneuerbare-Energien-Gesetz lässt die Energiewende zu einem Fass ohne Boden und zu einer Gefahr für den Chemie-Mittelstand werden.“

Der VCI-ASU-Vorsitzende verwies darauf, dass die Kosten für die Chemiebranche aus der EEG-Umlage im nächsten Jahr von 550 Millionen Euro auf 800 Millionen Euro steigen werden. Den größten Teil davon trage der Mittelstand, weil die meisten Chemieunternehmen nicht unter die Härtefallregelung fallen.

„Damit der EEG-Kostenberg nicht in den Himmel wächst, muss die Politik zügig handeln. Eine Streichung der Härtefallregelung für energieintensive Betriebe würde dem Mittelstand dabei nicht helfen.“ Die EEG-Kosten wären dann nur um ein Sechstel geringer. Gleichzeitig wäre der Schaden für die Gesamtwirtschaft immens, wenn energieintensive Produktion durch einen Wegfall der Härtefallregelung aus Deutschland abgezogen werden müsste. Wichtige industrielle Wertschöpfungsketten würden dann unweigerlich zerreißen.

Grafiken zum Chemie-Mittelstand und Bilder der VCI-Pressekonferenz finden Sie in der Bildergalerie des Artikels

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