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Molekulare Motoren Chemie-Nobelpreis 2016 geht an Molekülforscher

| Redakteur: Tobias Hüser

Jean-Pierre Sauvage, Fraser Stoddart und Bernard Feringa haben den Chemie-Nobelpreis erhalten. Die Nanoforscher haben Moleküle entwickelt, die sich steuern lassen. Daraus entstanden molekulare Motoren in Miniaturgröße.

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Die Vorderseite der Nobelpreis-Medaille für Medizin, Physik, Chemie und Literatur.
Die Vorderseite der Nobelpreis-Medaille für Medizin, Physik, Chemie und Literatur.
(Bild: Louise Engblom/The Nobel Foundation)

Stockholm/Schweden – Das Nobelkomitee in Stockholm zeichnete die drei Forscher für die jahrzehntelange Entwicklung von molekularen Maschinen mit dem Nobelpreis in Chemie aus. Durch die drei Molekularbiologen sei die Chemie in eine vollkommen neue Dimension vorgestoßen, so das Nobeljury.

Jean-Pierre Sauvage von der Universität Straßburg in Frankreich sei es im Jahr 1983 gelungen, zwei ringförmige Moleküle zu einer Kette zu verbinden. Durch diese mechanische Verbindung konnten sich Teile in Relation zueinander bewegen. Fraser Stoddart von der Northwestern University im US-Bundesstaat Illinois zeigte dann im Jahr 1991, dass sich diese Molekülverknüpfung entlang einer Achse bewegen kann. Diese Erkenntnis ermöglichte dem Forscher später auch die Entwicklung von Computerchips.

Nochmal acht Jahre später versetzte Bernard Feringa von der Universität Groningen in den Niederlanden das ringförmige Molekülkonstrukt in eine kontinuierliche Rotation. Der erste molekulare Motor war somit geboren. Mithilfe dieser Erkenntnis konnte der Forscher Glaszylinder antreiben, die 10.000 Mal größer sind als die Motoren selbst. Zudem entwickelte er ein Nanoauto, dass aus vier Einzelmotoren besteht, die an einen Träger gekoppelt sind. Der Molekülmotor ist heute in ähnlicher Weise ausgereift wie der Elektromotor im Jahr 1830. Zukünftig sollen die Maschinen in Sensoren und Energiespeichern eingesetzt werden.

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