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Länderreport Australien

Chemieindustrie Down Under

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Produktion/Branchenstruktur

Der Branchenverband PACIA schätzt den Umsatz der australischen Kunststoff- sowie chemischen Industrie 2010 auf knapp 34 Milliarden $A. Die Branche ist zwar bedeutend, allerdings geht der Anteil des Chemiesektors am Bruttoinlandsprodukt (BIP) seit Jahren tendenziell zurück. Immerhin beläuft sich sein Beitrag zur gesamten verarbeitenden Industrie gegenwärtig auf etwa 10 Prozent. Der Zweig verfügt über circa 85 000 direkte Arbeitsplätze. Etwa die Hälfte davon entfällt auf die Pharmaindustrie. Dies spiegelt die Dominanz dieser Sparte innerhalb der Chemiebranche wider.

Internationale beziehungsweise multinationale Marktführer sind vor Ort mit Verkaufsniederlassungen präsent. Lokale Produzenten befassen sich vorwiegend mit der anwendungsbezogenen Mischung und Zusammensetzung von Chemikalien. Australien verfügt mit dem südwestlich von Melbourne gelegenen Altona sowie Botany Bay im Süden von Sydney über zwei bedeutende Branchenstandorte. Kleinere Produktionsschwerpunkte befinden sich in Kwinana, Worsley (beide in Western Australia), Geelong (Victoria), Clyde (New South Wales) und Nabalco (Queensland). Das bekannteste und umsatzstärkste

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australische Chemieunternehmen ist Orica, das über eine große Angebotspalette von Sprengstoffen, Industriechemikalien bis hin zu Heimwerkermaterialien verfügt.

Nach Angaben des Branchenverbandes Medicines Australia produzierten australische Pharmaunternehmen im Wirtschaftsjahr 2010/11 Erzeugnisse im Wert von etwa 9,3 Milliarden $A. Multinationale Anbieter dominieren traditionell das Geschehen. Sie kommen zusammen auf einen Fertigungsanteil von rund 90 Prozent. Die bedeutendsten Unternehmen sind Pfizer Australia (geschätzter Marktanteil: 18 Prozent), GlaxoSmithKline Holdings (11 Prozent), Astra Zeneca (10 Prozent), Merck Sharp & Dohme Australia (8 Prozent) sowie Sigma Pharmaceuticals (7 Prozent). Die Konzentration im Sektor nimmt tendenziell zu. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung beliefen sich im Jahr 2010 auf 900 Millionen bis eine Milliarde $A und waren somit höher als in jedem anderen Industriezweig.

Investitionen blieben in der chemischen Industrie in den letzten Jahren weitgehend aus. Zum einen lohnten sich kapitalintensive Projekte angesichts der relativ niedrigen Bevölkerungszahl sowie unsicherer Exporterwartungen im Raum Asien/Pazifik nicht, ist von Branchenunternehmen zu hören. Allgemein warten Kapitalgeber ab, wie die Einführung der CO2-Steuer am 1.7.12 das Geschäftsklima beeinflusst. Der starke Australische Dollar wirkt sich seit geraumer Zeit zusätzlich negativ auf die Ausfuhren aus. Zum anderen wird das mangelnde Ausmaß an staatlichen Subventionen beklagt. Zudem tragen die weltweit gestiegenen Kapazitäten im Bereich der Petrochemie dazu bei.

Außenhandel

Mehr als 40 Prozent der Gesamteinfuhren von chemischen Erzeugnissen nach Australien 2010 waren Pharmazeutika. Dieses Segment dominierte mit einem Anteil von etwa 50 Prozent ebenfalls die Exportstatistik. Deutsche Lieferanten kamen auf einen vergleichsweise hohen Einfuhranteil von circa 9,4 Prozent. Nach einem - vor dem Hintergrund der globalen Finanzkrise - enttäuschenden Jahr 2009 kam es 2010 zu einer deutlichen Erholung. So legten die Brancheneinfuhren um knapp 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Für 2011 erhoffen sich Lieferanten mindestens eine Bestätigung des Importvolumens.

Bei den australischen Einfuhren von chemischen Erzeugnissen 2010 (SITC-Pos. 5) gaben mit einem Lieferanteil von rund 18,1 Prozent "traditionell" die USA den Ton an. Sie lagen klar vor der Konkurrenz aus der VR China (7,8 Prozent), Deutschland (7,4 Prozent), dem Vereinigten Königreich (7,1 Prozent), Frankreich (6,1 Prozent), Irland (5,7 Prozent) sowie Italien (5,4 Prozent). Den größten Sprung nach vorne machte die VR China mit einem um 0,6 Prozentpunkte höheren Anteil als 2009 und löste Deutschland als Nummer zwei (-0,1 Prozentpunkt) ab.

Geschäftspraxis

Die Importe von chemischen Erzeugnissen nach Australien sind mit strengen, jedoch transparenten Zulassungsbestimmungen verbunden. Bei der erstmaligen Einfuhr von Chemikalien ist eine Lizenz der Behörde NICNAS (National Industrial Chemicals Notification & Assessment Scheme) einzuholen. NICNAS unterscheidet zwischen den vier Kategorien Industriechemikalien, Pharma, Agrochemie und Lebensmittelzusätze. Sämtliche Produkte müssen die Vorgaben des Australian Quarantine and Inspection Service (AQIS) erfüllen.

Für den Pharmabereich ist zusätzlich die Therapeutic Goods Administration (TGA) zuständig. Vor dem Verkauf müssen alle Importmedikamente in das Australian Register of Therapeutic Goods (ARTG) aufgenommen werden. Der Lieferant muss dafür unter anderem ein Zertifikat über Good Manufacturing Practice (GMP) vorweisen. Agrochemische Importe bedürfen einer Genehmigung der Australian Pesticides and Veterinary Medicines Authority (APVMA).

* Quelle: Germany Trade and Invest

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