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Länderreport Argentinien

Chemieindustrie zwischen Gran Chaco und Patagonien

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Agrarchemikalien und Kfz-Industrie schwächeln

Einen starken Rückgang verzeichneten im 1. Halbjahr 2012 die Verkäufe von Agrarchemikalien (-11% in US$). Die Landwirte erlitten dürrebedingte Ernteverluste von 15%. Für das Anbaujahr 2012/13 rechnen Fachleute mit einem Anstieg der Agrarproduktion um bis zu 20% und einer Erholung der Nachfrage nach den benötigten Chemikalien.

Auch andere wichtige Abnehmerbranchen wie die Kfz-Industrie (Fertigung -14%) und die Bauwirtschaft (-1%) erlebten im 1. Halbjahr 2012 eine schwache Konjunktur. Dennoch registrierten alle Sparten außer der Agrarchemie laut Daten der CIQyP auf Dollarbasis teils kräftige Umsatzzuwächse. Dies beruhte auch auf Währungseffekten, da die lokale Inflation in den zwölf Monaten bis August 2012 deutlich höher war als die Abwertung des Argentinischen Pesos gegenüber dem US$ (10% zum Vorjahr).

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Besonders stark stiegen die Verkäufe von Farben und Pigmenten (+21% in US$) sowie von organischen Chemikalien (+7%). Einige Segmente wie Körperpflege- und Reinigungsmittel, Industriegase und Arzneimittel werden von der CIQyP nicht erfasst.

Geringes Wachstum von Kosmetika, Reinigungs- und Arzneimittel

Die Nachfrage nach konsumnahen Endprodukten wie Kosmetika, Reinigungs- und Arzneimitteln dürfte 2013 mäßig wachsen. Für die privaten Verbrauchsausgaben erwarten Volkswirte der Deutschen Bank lediglich ein reales Wachstum von 2,7% (ähnlich wie 2012).

Erst 2013 dürfte die Chemiebranche wieder stärkere Nachfrageimpulse aus wichtigen Abnehmerindustrien erhalten. So wird die Bautätigkeit im Wahljahr 2013 von mehr öffentlichen Aufträgen und Fördermitteln profitieren, und private Bauherren suchen durch Anlagen im Wohnungsbau Zuflucht vor der hohen Inflation.

Die Lederbranche profitiert davon, dass die Fleischindustrie ihre lange Agonie zu überwinden beginnt. Im 1. Halbjahr 2012 lag die Anzahl der Rinderschlachtungen um 7% über dem Vorjahreswert. Die einsetzende Erholung dürfte der Nachfrage nach Gerbstoffen Auftrieb geben. Die mit Importschutz und subventionierten Krediten geförderte Textil- und Bekleidungsindustrie soll gemäß einem "Strategischen Industrieplan" der Regierung bis 2020 um jährlich 7,5% wachsen. Sie expandierte jedoch 2011 nur um 1,3%. Im 1. Halbjahr 2012 ging die Produktion gar um 1,8% zurück.

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