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Länderreport Argentinien

Chemieindustrie zwischen Gran Chaco und Patagonien

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Kunststoffindustrie gerät ins Stocken

Das in den letzten Jahren starke Wachstum der Kunststoffverarbeitung wurde 2012 jäh unterbrochen. Die lokale Fertigung sank bis zur Jahresmitte um 0,5% gegenüber dem Vorjahr. Die Importe von Kunststoffen und Waren daraus (HS 39) sackten gleichzeitig um fast 20% in US$ ab. In der Sparte Kosmetik und Körperpflege stand einer Zunahme der lokalen Herstellung um 5,4% ein um 8,3% gesunkener Einfuhrwert gegenüber (HS 33).

Argentiniens Arzneimittelmarkt expandiert seit Jahren kräftig. Auch im 1. Halbjahr 2012 stieg die Einfuhr von Arzneimitteln (HS 30) um fast 20% auf Dollarbasis. Das Produktionsvolumen legte gleichzeitig um 12,4% zu. Indec-Daten zufolge hatte der lokale Pharmamarkt 2011 ein Volumen von etwa 4 Mrd. US$.

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Investitionen internationaler Unternehmen

Der im April 2012 mehrheitlich rückverstaatlichte Mineralölkonzern YPF kündigte Investitionen von 37 Mrd. US$ bis 2017 an. Vorrang hat die kurzfristige Steigerung der Förderung von Öl und Gas.

Das chinesische Staatsunternehmen Shaanxi plant für 670 Mio. US$ eine Düngemittelproduktion in Feuerland. Procter & Gamble hat Investitionen von rund 120 Mio. US$ in den Ausbau mehrerer Fertigungslinien angekündigt. Praxair steckt mehr als 300 Mio. argentinische Pesos (arg$; rund 49 Mio. Euro; Devisenkurs vom 5.10.12: 1 Euro = 6,09 arg$) in die Ausweitung der Herstellung von Industriegasen. Syngenta verwendet 100 Mio. arg$ für Genforschung und Biotechnologie.

Das deutsche Unternehmen Evonik investiert in San Lorenzo (Provinz Santa Fé) 30 Mio. US$ in die Produktion von Natriummethylat (geplante Kapazität: 60.000 t/Jahr). Auch BASF plant eine entsprechende Anlage. Atanor steckt 70 Mio. US$ in den Ausbau der Erzeugung von Chlor, kaustischer Soda und Agrarchemikalien sowie 17 Mio. US$ in die Umstellung seiner Energieversorgung auf Biomasse. Die Düngemittelkonzerne Profértil und Nidera bauen ihre Logistikeinrichtungen aus.

Auch die Pharmabranche meldet zahlreiche Investitionsprojekte. Ein Schwerpunkt ist der Ausbau der Produktion von Krebs- und Aidsmedikamenten. Der schweizerische Konzern Novartis will mit zwei lokalen Herstellern in dem Gemeinschaftsunternehmen Sinergim-Biotech die Fertigung von Grippeimpfstoffen aufnehmen (geplante Investitionen: 60 Mio. US$). Allein für die Pharmaindustrie wurden bereits 15 staatliche Förderkredite im Gesamtwert von rund 800 Mio. arg$ genehmigt.

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