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Natürliche Fasern China treibt Forschung für industrielle Hanfnutzung voran

| Redakteur: Alexander Stark

Die chinesische Provinz Heilongjiang investiert massiv in Forschung und Entwicklung, um Hanffasern zur großvolumigen Baumwollalternative zu machen. Zusätzlich werden Hanflebensmittel und Pharmazeutika gewonnen. Westliche Unternehmen sind eingeladen, am Hanfboom teilzunehmen.

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Die chinesische Provinz Heilongjiang hat die Entscheidung getroffen, die gesamte Wertschöpfungskette der Hanfproduktion zu erneuern und großvolumig industriell umzusetzen.
Die chinesische Provinz Heilongjiang hat die Entscheidung getroffen, die gesamte Wertschöpfungskette der Hanfproduktion zu erneuern und großvolumig industriell umzusetzen.
(Bild: Pixabay)

Peking/China — Auch wenn die Kulturgeschichte der industriellen Hanfnutzung mit den weltweit ersten Seilen (2.800 Jahre v. Chr.) sowie dem ersten Papier und Textil (500 bis 100 v. Chr.) in China begann, war Hanf in den letzten hundert Jahren ins Abseits geraten.

Auf der Suche nach Alternativen zur Baumwolle gerät der Hanf in Visier der chinesischen Wissenschaft, Politik und Industrie. Baumwolle verursacht durch ihren hohen Wasserbedarf, Versalzung der Böden und Pestizideinsatz zunehmend Umweltprobleme. Qualität und Preis der chinesischen Baumwollproduktion sind wenig konkurrenzfähig. Im letzten Jahr hat China 3 Millionen Tonnen Baumwolle aus den USA importiert.

Ausweitung der Anbaufläche

Die chinesische Provinz Heilongjiang hat angesichts dieser Situation die Entscheidung getroffen, die gesamte Wertschöpfungskette der Hanfproduktion zu erneuern und großvolumig industriell umzusetzen. In nur wenigen Jahren konnte so die Hanfanbaufläche allein in der Provinz Heilongjiang von unter 1.000 ha auf 30.000 ha in diesem Jahr ausgebaut werden. Das entspricht immerhin der gesamten Hanfanbaufläche in Kanada oder Europa. Wenn alles gut läuft, sollen es im nächsten Jahr schon 60.000 ha werden.

Größte Hanfkonferenz in China

Am 3. und 4. August 2017 fand in Harbin, Hauptstadt der Provinz Heilongjiang (Mandschurei, im Nordosten der Volksrepublik China) die „2017 International Conference On Hemp Industry“ statt. Mit 300 Teilnehmern aus China, Australien, Europa und Kanada eine der größten Konferenzen zum Thema Hanf überhaupt. Gesponsert wurde die Konferenz von der lokalen Provinzregierung sowie dem nationalen Textil- und Bekleidungs-Council. Stolz präsentierten Wissenschaft und Industrie ihre Erfolge den Experten aus aller Welt in Vorträgen und einer begleitenden Ausstellung.

Vertreter der chinesischen Hanfindustrie hatten zur Konferenz Hanfverbände aus Europa, Kanada und Australien eingeladen, um weltweite Netzwerke aufzubauen und Synergieeffekte zwischen den Kontinenten zu erzielen. Hierbei ging es vor allem um den Austausch von Technologien, Produkten und Marketingstrategien.

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Textilindustrie

In einem großen Forschungsprogramm an Universitäten in der Provinz Heilongjiang wurden in Zusammenarbeit mit der Ukraine und Kanada neue, ertragreiche Hanfsorten entwickelt, Koppelerntemaschinen für Stängel und Samen optimiert sowie biotechnologische Verfahren eingeführt, um umweltfreundlich mit Hilfe von Enzymen feine Hanffasern zu produzieren. Man spricht hier von enzymatischer Kotonisierung der Hanffasern, die dann pur oder mit anderen Fasern gemischt auf Baumwollmaschinen verarbeitet werden können.

Hanf weist beim Anbau erhebliche Umweltvorteile gegenüber Baumwolle auf: Er wächst gut in moderatem Klima, etwa in Nordostchina, wo keine künstliche Bewässerung notwendig ist. Hanf braucht wenig Pflege, keine oder nur sehr wenige Pestizide, eignet sich hervorragend als Rotationskultur und hat verglichen mit Baumwolle doppelte Fasererträge.

Dr. Liu, Generalsekretär der „China Industry Technology Innovation Strategic Alliance of High-value Special Biological Resources“, sieht mit Hanf die Möglichkeit die gesamte Textilkette umweltfreundlicher zu gestalten. Hanf nimmt pro Hektar die doppelte Menge an CO2 auf als Baumwolle, hat insgesamt einen sehr geringen CO2-Fußabdruck, und liefert neben den Fasern noch hochwertige Fettsäuren und Proteine für den Lebensmittelbereich sowie Pharmazeutika. Dr. Liu sagte, dass Hanf für China eine „strategische Ressource“ werden könne.

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