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Versiegelungstechnologien Damit das CO2 im Boden bleibt

Redakteur: Tobias Hüser

Ein Vorschlag im Kampf gegen den globalen Klimawandel lautet, CO2 von den Abgasen aus Kraftwerken oder Fabriken zu trennen und tief im Untergrund zu speichern. Auch Erdgas und andere Gase könnten im Boden zwischengespeichert werden. Damit die Gase auch bei unvorhergesehenen Zwischenfällen dauerhaft im Boden bleiben, werden als Vorsichtmaßnahme Versiegelungstechnologien wie die Biomineralisation eingesetzt. Wissenschaftler der Universität Stuttgart wollen diese Technologien in einem neuen Forschungsprojekt verbessern.

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Mikroskopaufnahme während der Biomineralisierung mit den Bakterien. Das ausfallende Calciumcarbonat ist als weiße Punkte sichtbar.
Mikroskopaufnahme während der Biomineralisierung mit den Bakterien. Das ausfallende Calciumcarbonat ist als weiße Punkte sichtbar.
(Bild: J. Connolly, Montana State University.)

Stuttgart – Um die international vereinbarten Klimaziele umzusetzen, wird die CO2-Abscheidung und Speicherung vermutlich schon in naher Zukunft unumgänglich sein, insbesondere bei großen Produzenten des Klimagases wie etwa Kohle-Kraftwerken oder in der Zementproduktion. Auch Gas als Energieträger wird für die optimale Nutzung der erneuerbaren Energien vermutlich im Untergrund gespeichert werden müssen, um Schwankungen beim Bedarf und bei der Erzeugung Erneuerbarer Energien zu puffern. Optimal sind dafür Speicher-Reservoire, die durch undurchlässige Deckschichten von darüber liegenden Gesteinen oder Grundwasserleitern getrennt sind. Allerdings kann CO2 erst ab einer Mindesttiefe von etwa 800 m effektiv gespeichert werden, bei Erdgas oder synthetischen Gasen reichen geringere Tiefen aus.

Die detaillierten geologischen Gegebenheiten potentieller Speicherformationen sind jedoch oft nicht präzise bestimmbar. Daher ist es trotz aller Sorgfalt möglich, dass an unbemerkten Schwachstellen oder durch mechanische oder geochemische Prozesse während der Injektion Gase aus einem Speicher austreten. Solche Leckagen sind zwar nur selten gefährlich, mindern aber die Effizienz des Verfahrens. Um sie zu verhindern, werden gezielte Versiegelungstechnologien wie etwa Zementleiminjektionen oder die Biomineralisierung eingesetzt.