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VCI Jahrespressekonferenz 2015

Das Jahr 2015 der deutschen Chemieindustrie mit Licht und Schatten

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Beschäftigung: Die Zahl der Arbeitsplätze in der Branche stieg gegenüber 2014 um 0,5 % auf aktuell 447.000 Mitarbeiter. Der Jobaufbau kam in der zweiten Jahreshälfte zum Erliegen.

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Forschung und Investitionen: Die Forschungsaufwendungen verharrten auf dem Niveau des Vorjahres. Rund 10,4 Milliarden Euro gaben die Unternehmen 2015 für Forschung und Entwicklung aus. Dekkers‘ Bewertung: „Stagnation wird nicht reichen, um im globalen Wettbewerb mitzuhalten. Innovationen sind unsere Stärke, aber wir müssen viel dafür tun, dass sie es auch bleiben.“ Wagniskapitalgesetz und steuerliche Forschungsförderung forderte er hier als wichtige politische Impulse ein. In Sachanlagen investierte die Chemie im Inland mit 7,2 Milliarden Euro (+1,0 %) kaum mehr als im Vorjahr. Die Auslandsinvestitionen der Unternehmen erreichten mit 8,6 Milliarden Euro (+2,0 %) dagegen einen neuen Rekordwert. „Diese Trends in unserer Branche beobachten wir mit Sorge. Auf Dauer bedrohen sie die Leistungsfähigkeit der gesamten Wertschöpfungsketten. Wir brauchen dringend eine industriepolitische Initiative, um das Investitionsklima in Deutschland deutlich zu verbessern – nicht nur für die Chemie, sondern die gesamte Industrie“, betonte der VCI-Präsident.

Klimapolitik: Wenige Tage vor Ende der Klimakonferenz in Paris appellierte der Hauptgeschäftsführer des VCI, Utz Tillmann, an die teilnehmenden Staaten, mit einem Abkommen auch die Perspektive für einen weltweiten CO2-Markt zu schaffen. Ein Abkommen sollte nach Ansicht des VCI Marktmechanismen enthalten, damit die Emissionen dort gesenkt werden, wo es am effizientesten und kostengünstigsten möglich ist. „Wir brauchen einen globalen CO2-Markt, der überall nach gleichen marktwirtschaftlichen Regeln funktioniert. Dadurch entsteht eine Lenkungswirkung für mehr Klimaschutz ohne künstlichen Preisanstieg durch die Politik“, betonte der VCI-Hauptgeschäftsführer.

Tillmann wies darauf hin, dass kein anderes System weltweit die Industrie beim Klimaschutz so verbindlich und anspruchsvoll in die Pflicht nehme wie der europäische Emissionshandel. Notwendig sei mehr Chancengleichheit, damit Klimaschutzmaßnahmen die Branche nicht dauerhaft im globalen Wettbewerb belasten. Denn die Situation spitzt sich zu: Ab 2021 will die EU unabhängig vom Ausgang der Klimakonferenz den Emissionshandel weiter verschärfen, um ihr CO2-Ziel für 2030 von -40 % zu realisieren. Der deutschen Chemie drohen dadurch Mehrkosten von über 2 Milliarden Euro pro Jahr.

Bisher kann die chemische Industrie Deutschlands eine sehr erfolgreiche Klimabilanz vorweisen: Seit 1990 hat die Branche ihren Ausstoß von Treibhausgasen fast halbiert, obwohl sich die Produktion gleichzeitig um 60 % erhöht hat. „Mit effizienten Produktionsanlagen und energiesparenden Produkten sehen wir uns als Wegbegleiter der Gesellschaft in eine emissionsarme Zukunft. Wir wollen mithelfen, das 2-Grad-Ziel zu erreichen“, betonte Tillmann. Aber nur eine wettbewerbsfähige und innovationsstarke Chemie, so der VCI-Hauptgeschäftsführer, könne die Technologien entwickeln, die im Kampf gegen den Klimawandel benötigt werden.

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