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Studie: Onkologie-Trendbericht 2018

Das sind die globalen Trends in der Onkologie

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Nur Patienten in den Vereinigten Staaten, Deutschland und dem Vereinigten Königreich haben Zugang zu über 40 von 55 zwischen 2012 und 2016 neu in den Markt eingeführten Krebsmedikamenten, was entweder daran liegt, dass Hersteller keinen Zulassungsantrag stellten oder sich Zulassungen verzögerten oder abgelehnt wurden, oder die Hersteller vor der Markteinführung in einem Land zunächst die Ergebnisse aus Verhandlungen zwecks Kostenerstattung abwarten wollten (Abb. 2). Auf neuere Arzneimittel, die in den letzten fünf Jahren eingeführt wurden, entfällt ein Anteil von 30 % aller Ausgaben für Krebsmittel in den etablierten Märkten, während mehr als die Hälfte der Ausgaben in den „pharmerging“ Ländern für Arzneien erfolgt, deren Markteinführung länger als 20 Jahre zurückliegt. Die Durchsetzung neuer Technologien wie der immunonkologischen PD-1 und PD-L1-Hemmer variiert ebenfalls nach Ländern, wobei der Anteil pro Million Einwohner im Vereinigten Königreich bei etwa einem Drittel im Vergleich mit den Vereinigten Staaten liegt. Die Anwendung biomarkerbasierter Tests in der personalisierten Medizin steigt bei verschiedenen Tumortypen an, auch wenn die Nutzung dieser Tests immer noch geringer ausfällt als in Leitlinien empfohlen.

Angesichts der kontinuierlichen Flut an neuen und hoch effektiven Behandlungsmöglichkeiten ergriffen Kostenträger weltweit in 2017 Maßnahmen, um erhöhten Ausgaben durch Krebsmedikamente zu begegnen, wobei Verhandlungen mit Herstellern über Nachlässe bzw. Erstattungssätze eine wichtige Rolle spielen. Die Zahl von Health Technology Assessments hat sich in den letzten fünf Jahren über 20 Länder hinweg verdoppelt. Dabei mündeten weniger als die Hälfte dieser HTAs im Jahr 2017 in positive Empfehlungen und nur sehr wenige schlugen sich länderübergreifend in konsistenten Empfehlungen nieder. Nicht erstattungsfähige Kosten für Krebsmedikamente variieren in den Vereinigten Staaten für Patienten in erheblichem Maße je nach Arzneimitteln, Preisen und Konditionen der Krankenversicherungen. Im Schnitt fällt jährlich beim Patienten ein Eigenanteil von weniger als 500 US Dollar an. Bei verschreibungspflichtigen Medikamenten hilft die Nutzung von Coupons, nicht-erstattungsfähige Kosten zu kompensieren.

Pipeline und Aussicht auf die klinische Entwicklung

Mehr als 700 Krebsmedikamente befinden sich in einem späten Stadium der Medikamententwicklung. In über einem Drittel der Studien kommen bei der Stratifizierung von Patienten Biomarker zum Einsatz, was auf den künftigen Anstieg der personalisierten Krebstherapie hinweist. Die Pipeline für immuntherapeutische Arzneimittel beinhaltet annähernd 300 Moleküle mit 60 separaten Mechanismen, die sich derzeit in Phase I oder Phase II Studien befinden, was einen deutlichen Sprung gegenüber den derzeit in Phase III Studien oder im Zulassungsprozess befindlichen vier Mechanismen markiert. Diese Studien mit immuntherapeutischen Ansätzen erstrecken sich auf 34 unterschiedliche Tumorarten, was einen Hinweis auf die breitere Anwendung dieses neuen Ansatzes in der Krebstherapie gibt.

Die Erfolgsquote bei klinischen Studien der Phase I und III lag 2016 bei jeweils 66 % und 73 %, während Phase II Studien – einschließlich solcher, die Phase I und Phase II kombinierten – bei etwa 30 % blieben. Bei sämtlichen Studien und Phasen nahm die durchschnittliche Dauer im Verlauf der vergangenen fünf Jahre ab und die Zahl der Patienten für Studien in Phase II und III liegt in 2017 unter der von 2013. Die Patientenrekrutierungsraten haben sich seit 2012 fast verdoppelt, bleiben jedoch in allen Phase I-III Studien niedrig, insbesondere bei Studien, die Patienten biomarker-stratifiziert rekrutieren.

Ausblick bis 2022

Der technologische Fortschritt und die Art des heutigen Informationsaustausches werden die onkologische Therapie und dafür anfallende Ausgaben über die Grenze des nächsten Jahrzehnts hinaus beeinflussen. Hierzu gehört auch der Fortschritt bei Arzneimitteln und Medizinprodukten, ebenso wie Real Word Daten, künstliche Intelligenz und mobile Apps, um Patienten besser einzubinden. In jedem dieser Bereiche vollziehen sich einzeln Fortschritte, im Verbund ergeben sich jedoch Multiplikatoreffekte, was sowohl die Änderung von Prognosen für Patienten tangiert als auch die Art der Gesundheitsversorgung und die Kosten.

Die skizzierten vielfältigen Entwicklungen in der Pharmazeutik, aber auch in der Medizintechnologie – man denke etwa an Pflege-Roboter, 3 D-Bioprinting von Gewebe oder innovative medizinische Bildgebung – lassen auf weitere Verbesserungen in der Krebstherapie hoffen, auch wenn zurzeit noch unklar ist, in welchem Umfang sie zur Anwendung kommen. Die exorbitante Zunahme von Real World Daten eröffnet Chancen, auch in Zulassungen berücksichtigt zu werden, Behandlungen in offenen Krebsregistern besser nachzuverfolgen und künstliche Intelligenz zur Verbesserung bei Diagnostik, Behandlung und auch Arzneimittelforschung zu nutzen.

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Die universelle Präsenz mobiler Apps in vielen Ländern und zunehmende Belege, dass sich mit Hilfe von Apps u.a. Diagnose, Behandlung und Therapietreue verbessern lässt, stößt auf immer mehr Akzeptanz und Anwendung. Apps können auch Leistungserbringer unterstützen, die zunehmend komplexere Behandlungslandschaft zu verstehen, einschließlich Tools, die Nicht-Onkologen helfen, ihrer Rolle bei Diagnose und Überweisung an Spezialisten gerecht zu werden (Abb. 4). Der Zugang zu Erkenntnissen über das reale Versorgungsgeschehen (Real World Evidence) wird zu einer zunehmenden Nutzung derselben führen, da Stakeholder bestrebt sind, ihre Entscheidungsfindung hinsichtlich Verwendungskriterien bei Krebsmedikamenten und Kostenmanagement zu optimieren.

Der Weltmarkt für Onkologika wird bis 2022 die 200-Milliarden-Dollar-Grenze erreichen, bei einem durchschnittlichen Wachstum von 10 bis 13 % in den nächsten fünf Jahren. Für den US-amerikanischen Markt ist bis dahin von einem Volumen in Höhe von 100 Milliarden US Dollar bei einem durchschnittlichen Wachstum zwischen 12 und 15 % auszugehen (Abb. 5).

Den kompletten Trendbericht erhalten Siehier.

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