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Interview Biotechnica und Labvolution Das starke Duo für Labor und Biotech

Autor / Redakteur: Das Gespräch führte LP-Chefredakteur Marc Platthaus / Dr. Ilka Ottleben

Die Themen Labor- und Analysentechnik und Biotechnologie sind eng verzahnt. Daher machen auch gemeinsame Veranstaltungen Sinn, sind sich die Macher des Messe-Duos Biotechnica und Labvolution sicher.

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„Die drei Themen Bioökonomie, Persona- lisierte Medizintechnologien und Bio-IT sollen durch unser neues Plazakonzept noch enger miteinander verknüpft werden,“ sagt Bernd Heinold, Projektleiter Biotechnica, Deutsche Messe
„Die drei Themen Bioökonomie, Persona- lisierte Medizintechnologien und Bio-IT sollen durch unser neues Plazakonzept noch enger miteinander verknüpft werden,“ sagt Bernd Heinold, Projektleiter Biotechnica, Deutsche Messe
(Bild: Lars Kaletta/Deutsche Messe)

LABORPRAXIS:Herr Fürstenberg-Brock, ein Messeduo mit den Themen Biotechnologie und Labortechnik aufzuziehen – wie kam es zu dieser Idee?

Jürgen Fürstenberg-Brock: Mit der Biotechnica haben wir in den vergangenen Jahrzehnten eine starke Marke etabliert, die auch in der Branche als europäische Leitveranstaltung wahr genommen wird. Traditionell wurde das Thema Labor und Analytik auf der Biotechnica immer sehr umfangreich präsentiert – allerdings immer mit der biotechnologischen Einschränkung. Viele Aussteller, die ihre Lösungen eher in der klassischen Laboranalytik gesehen haben, fühlten sich hier nicht richtig aufgehoben, obwohl ihre Methoden durchaus in der Biotechnologie eingesetzt werden.

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LABORPRAXIS:Und aus diesem Grund veranstalten Sie im Oktober erstmals die Labvolution?

Fürstenberg-Brock: Genau, durch umfangreiche Analysen haben wir erfahren, dass es großes Potenzial für eine Labormesse im Norden Deutschlands gibt, deren Einfluss sich auch durchaus in Nachbarländer wie Polen oder Dänemark erweitern kann. Und wie schon erwähnt: Biotechnologie und Labortechnik sind zwei Themen mit vielen Synergien.

LABORPRAXIS:Was darf der Besucher von der Labvolution erwarten, eine klassische Messe?

Fürstenberg-Brock: Natürlich wird es eine Ausstellung als zentralen Leuchtturm geben. Wir wollen aber mit der Labvolution auch einen Blick in die Kristallkugel des Labors werfen. Wie wird das Labor der Zukunft aussehen? Können beispielsweise intelligente Tischoberflächen durch das bloße Abstellen eines Glasgefäßes die Zusammensetzung der enthaltenen Flüssigkeit analysieren oder wird über Datenbrillen der Service eines Analysegerätes drastisch vereinfacht, indem der Anwender über eingespielte Videos Arbeitsanweisungen erhält. Solche Themen werden in einer speziellen Sonderschau „Smartlab – das intelligente Labor der Zukunft“ im Rahmen der Labvolution präsentiert und diskutiert. Hier haben wir neben namhaften Herstellern auch Forschungsinstitute wie die Leibniz-Universität oder das Laserzentrum Hannover zu einer Kooperation gewinnen können.

LABORPRAXIS:Herr Heinold, nun gibt es aber nicht nur die Laborzukunft im Oktober zu bestaunen sondern auch Altbewährtes. Was können wir von der Biotechnica 2015 erwarten?

Bernd Heinold: Für mich als Quereinsteiger – ich komme aus den IT-Themen – hat die Biotechnologie durchaus viel mit Zukunft zu tun und da geben mir sicherlich auch viele Experten Recht. Aber wenn Sie die Biotechnica meinen, stimmt das mit dem Altbewährten auch. Die Biotechnica hat sich über die Jahre einen extrem guten Ruf in der Branche erarbeitet. Nichtsdestotrotz, haben wir uns auch diesmal einige Neuerungen überlegt.

LABORPRAXIS:Können Sie schon Einzelheiten nennen?

Heinold: Sicherlich, es wird auf der Biotechnica 2015 drei Schwerpunktthemen geben. Das sind Bioökonomie, Personalisierte Medizintechnologien und erstmals Bio-IT. Diese wollen wir aber nicht wie in den vergangenen Jahren getrennt voneinander behandeln. Im Rahmen eines so genannten Plazakonzepts wollen wir Networking und Partnering zentralisieren. In unserer Ausstellungshalle soll es einen gemeinsamen Bereich geben, der es den Besuchern ermöglicht, auch über die eigenen Fragestellungen hinaus mit Experten anderer Interessengebiete in Kontakt zu kommen.

LABORPRAXIS:Sie hatten erwähnt, dass Labortechnik und Biotechnologie zahlreiche Synergien haben. Wie sieht ihr Konzept dafür aus, um den Besuchern diese Synergien zu vermitteln?Heinold: Wir bieten den optimalen Zugriff auf beide Themen, indem wir eine gemeinsame Halle und einen gemeinsamen Eintrittspreis für beide Messen haben. Wir nutzen den Vorteil, dass wir mit der Halle neun eine riesengroße Halle haben, in der wir beide Themen nebeneinander darstellen können.

LABORPRAXIS:Die Biotechnica punktet jedes Mal mit einem umfangreichen Kongressprogramm. Gehen Sie bei der Labvolution einen ähnlichen Weg?

Fürstenberg-Brock: An solch einem guten Beispiel sollte man sich sicherlich orientieren. Wir werden gerade im Bereich der Laborautomation ein umfangreiches Konferenzprogramm anbieten können. Es ist uns nämlich gelungen, mit der European Lab Automation eine Veranstaltung in die Labvolution zu integrieren, die sich in der Laborautomations-Gemeinde bereits einen hervorragenden Namen gemacht hat. Neben rund 50 Ausstellern wird es im Convention Center eine Konferenz zu Themen wie Laborautomation und Robotics, personalisierter Medizin sowie Genome Engineering geben. Hier finden Sie übrigens auch wieder die Schnittmengen zwischen Biotechnica und Labvolution.

LABORPRAXIS:Neben Schnittmengen gibt es selbstverständlich aber auch eigenständige Themen, die weiße Biotechnologie ist sicherlich ein solches. Wie wollen sie die Biotechnologie in der Produktion abbilden?

Heinold: Das Thema biotechnologische Produktion wird auf jeden Fall im großen Umfeld der Bioökonomie seine Entsprechung und umfangreiche Erwähnung finden. Bei der weißen Biotechnologie werden wir den Link herstellen zwischen Biotechnica und den großen Chemie- und Pharma-Produzenten, in deren Prozessen die Biotechnologie eine große Rolle spielt. Dies bilden wir sowohl im Vortrags- als auch im Ausstellungsprogramm ab.

Fürstenberg-Brock: Als Ergänzung dazu: Auch auf der Labvolution wird die Produktion ein Thema sein. Mittlerweile sind Labore nämlich auch in der Lage, signifikante Mengen von Substanzen für den Vertrieb zu synthetisieren. Es kommt hier also ganz auf die Definition des Begriffes Produktion an.

LABORPRAXIS:Abschließend noch, nennen Sie uns drei Gründe, warum ein Besucher im Oktober nach Hannover kommen soll.

Heinold: Ich benutze mal drei Schlagworte dazu: Ganzheitlichkeit, Fokussierung und Effizienz. Wir wollen die Biotechnologie in ihrer Gänze abbilden, dabei aber fokussiert in unseren drei Schwerpunktthemen. Und damit Besucher dies möglichst effizient tun können, haben wir uns auch etwas einfallen lassen. So bieten wir erstmals die Möglichkeit, über ein kostenfreies Partnering-Tool Besuche optimal vorzubereiten.

Fürstenberg-Brock: Dieser Effizienzgedanke gilt natürlich auch genauso für die Labvolution, daneben sind das Labor der Zukunft und die Möglichkeit gleichzeitig auch die Biotechnica zu besuchen die wichtigsten Gründe für einen Besucher.

Meine Herren, vielen Dank für das Gespräch.n

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