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Neuronale Schaltkreise bei der Entscheidungsfindung Dem Bauchgefühl im Fliegenhirn auf der Spur

Autor / Redakteur: Dr. Katharina Baumeister-Krojer* / Christian Lüttmann

Wir sind nicht frei in unseren Entscheidungen. Zumindest präferieren wir bestimmte Gerüche und Geschmäcker aufgrund angeborener Vorlieben. Wenn wir uns, dem „Bauchgefühl“ folgend, für oder gegen etwas entscheiden, sind bestimmte neuronale Schaltkreise im Gehirn beteiligt. Diese Aktivitätsmuster hat ein Forscherteam nun im Modellorganismus Drosophila genauer untersucht.

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Dopamin hilft Tieren wie der Fliege Drosophila melanogaster, „gut“ und „schlecht“ (symbolisiert durch schwarz und weiß) in ihre Entscheidungen einzuordnen.
Dopamin hilft Tieren wie der Fliege Drosophila melanogaster, „gut“ und „schlecht“ (symbolisiert durch schwarz und weiß) in ihre Entscheidungen einzuordnen.
(Bild: Nicolas Gompel)

Weihenstephan – Gut oder schlecht ist oft Auslegungssache. Doch in der Natur sind sich die meisten Lebewesen einig, was gut riecht oder schmeckt: Sie haben eine angeborene Duft- und Geschmackspräferenz. Attraktive Düfte sind beispielsweise mit lebenswichtiger Nahrung verknüpft. Bei weniger attraktiven Düften – zum Beispiel bei verdorbenen Speisen – wissen Tier und Mensch instinktiv: „Hier könnte Gefahr drohen“. Auch beim Geschmack haben alle Lebewesen ähnliche Präferenzen: Zucker und Fette werden positiv wahrgenommen, ein bitterer Geschmack eher negativ.

Um solche Bewertungen machen zu können brauchen wir Signale im Gehirn, die uns sagen: „Das ist gut“ oder „Das ist schlecht“ Eine wichtige Rolle bei diesen Bewertungen spielt das dopaminerge System im Gehirn, besser bekannt als Belohnungssystem.