Suchen

Mit GC/MS der Ursache des spargeltypischen Uringeruchs auf der Spur

Der andere Spargelduft

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Probenvorbereitung im Blickpunkt

Um den Stoffwechsel der Asparagusinsäure untersuchen zu können, wurden Testpersonen gebeten, vor und etwa 90 bis 120 min nach dem Verzehr von Spargel jeweils 250 mL Urin zur Beprobung zur Verfügung zu stellen. Die Proben wurden sofort in 250-mL-Glasflaschen überführt, die jeweils ein Twister-Rührstäbchen (10 mm x 0,5 mm) enthielten. Die Extraktion der Analyten erfolgte, während der Twister die Probe mit 800 Umdrehungen pro Minute (UpM) durchmischte; eine Derivatisierung der Analyten erfolgte nicht, wie Pete Stevens beschreibt.

Nach Abschluss der Extraktion wurden die Rührstäbchen mit einer Pinzette der Probe entnommen, mit destilliertem Wasser abgespült, mit einem Tuch trockengetupft und in ein TDU-Röhrchen für die anschließende thermische Desorption überführt. Die ausgeheizten Analyten werden im PTV des GC (Gerstel-KAS) cryofokussiert und anschließend temperaturprogrammiert punktförmig und diskriminierungsfrei auf die Trennsäule überführt. Im vorliegenden Fall sei die Thermodesorptionseinheit im splitlos-Modus betrieben worden, berichtet Pete Stevens. Die Starttemperatur habe 30 °C betragen und sei für die Dauer von 120 Sekunden gehalten worden, um dann mit 700 °C/min die Endtemperatur von 280 °C zu erreichen, die für die Dauer von 2 min gehalten wurde. Die Cryofokussierung der Analyten im PTV-Injektor sei bei -120 °C erfolgt; von dort ging es mit 12 °C/s auf 280 °C (2 min). Anschließend wurde das System für die nächste zu messende Probe auf Anfang gesetzt.

Bildergalerie

Effizienter, einfacher und reproduzierbarer

Die Resultate der Messung bestätigten alle Vermutungen: „Während sich in den Urinproben, die vor dem Spargelkonsum genommen wurden (Prä-Spargelurinproben), keinerlei verdächtige schwefelhaltige Metaboliten der Asparagusinsäure befanden, enthielten die Post-Spargel­urinproben jede Menge davon“, bringt es Pete Stevens auf den Punkt. Deutliche Signale lieferten: Aceton (A), Essigsäureethylester (B), 4- Heptanon (C), 5-Methyl-2-(1- methyl-ethyl)-cyclohexanon (D) und 1-(1,5-Dimethyl- 4-hexenyl)-4- methylbenzol.

Zudem hätten sich in den Post-Urinproben auch Spuren von S-Methylpropenthioat und 1,4-bis-(Methylthio)-butan gefunden, nicht aber im Prä-Spargelurin. Ein ähnliches Bild lieferte die GCxGC-TOF-MS-Analyse. Die Retentionszeit für S-Methyl-2-propenthioat lag in der ersten Dimension bei 205 Sekunden, in der zweiten Dimension bei 1,7 Sekunden, berichtet Pete Stevens und verweist auf den Erfolg ihrer Arbeit: „Mit unserem SBSE-MPS-GCxGC-TOF-MS-System konnten wir die Bestimmung von Stoffwechselprodukten in Urin deutlich verbessern: Die Gesamtanalysenzeit wurde verkürzt, die herkömmlicherweise aufwändige und komplexe Probenaufbereitung effizient vereinfacht, erleichtert und verkürzt.“

Dank der Automatisierung der online an die Trennung und Analyse gekoppelten Probenvorbereitung habe sich die manuelle Arbeit zugunsten einer höheren Effizienz und Reproduzierbarkeit der Messergebnisse auf ein absolutes Minimum reduzieren lassen. Die Verwendung eines GCxGC-TOF-MS-Systems habe eine bessere Auflösung der Messsignale und eine gute Trennung koeluierender Peaks erbracht. Die verbleibende Koelution wiederum sei mittels „True Signal Deconvolution“ aufgelöst worden, was möglich sei, dank der hohen Geschwindigkeit, mit der TOF-MS-Systeme Gesamtspektren aufzeichnen, berichtet Pete Stevens.

* G. Deußing Redaktionsbüro Guido Deußing, 41464 Neuss

(ID:46522638)