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Spitzenpersonal Der Retter von außen ist oft ein Bumerang

| Redakteur: Matthias Back

Die Zahl der jährlichen Vorstandswechsel hat sich in den letzten 20 Jahren mehr als verdoppelt. Viele Neubesetzungen erfolgen dabei nicht freiwillig. Die Ursachen für einen ungeplanten Austausch des Spitzenpersonals sind dabei meistens schon im vorangegangenen Auswahlverfahren für das Top-Management zu suchen.

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Woran liegt es, dass so viele Chefs vorzeitig gehen müssen? „Fast immer liegt es am fehlenden Cultural fit", sagt Dr. Carlo Mackrodt, Geschäftsführer bei der Personalberatung Rochus Mummert.
Woran liegt es, dass so viele Chefs vorzeitig gehen müssen? „Fast immer liegt es am fehlenden Cultural fit", sagt Dr. Carlo Mackrodt, Geschäftsführer bei der Personalberatung Rochus Mummert.
(Bild: Rochus Mummert)

Die Folge solch mangelhafter Nachfolgeplanung: Jedes vierte Vorstandsmitglied hätte vom Aufsichtsrat nicht in das Führungsgremium berufen werden dürfen. Das sind Ergebnisse einer Marktbeobachtung der Personalberatung Rochus Mummert.

Fehlbesetzungen verunsichern Mitarbeiter, Investoren und Schlüsselkunden

Schon bei einem Mittelständler können durch eine Fehlbesetzung im Führungsgremium schnell Kosten im Millionenbereich entstehen. „Die betroffenen Unternehmen leiden aber nicht nur unter einer direkten monetären Belastung“, sagt Dr. Carlo Mackrodt, Geschäftsführer bei der Personalberatung Rochus Mummert. „Noch viel gravierender für die Zukunft eines Unternehmens sind die indirekten Folgen wie beispielsweise verunsicherte Mitarbeiter und Investoren oder der Verlust von Schlüsselkunden. Hinzu kommen meist erhebliche Schwierigkeiten bei der künftigen Besetzung von Top-Führungspositionen.“

Oft passt der „Cultural fit“ nicht

Doch woran liegt es, dass so viele Chefs vorzeitig gehen müssen? „Fast immer liegt es am fehlenden Cultural fit. Das wissen die Aufsichtsräte mehrheitlich auch“, sagt Personalberater Mackrodt. „Aber um zu erkennen, ob ein Manager zur Unternehmenskultur passt, muss sich der Aufsichtsrat über klare Anforderungsprofile einigen und sich bei der Suche eben genügend Zeit nehmen. Wenn ein Kontrollgremium hier jedoch unbedingt auf der Überholspur fahren will, steigt das Crash-Risiko unweigerlich.“

Von Rochus Mummert aktuell befragte Aufsichtsratsmitglieder deutscher Unternehmen bestätigen dabei das Bild repräsentativer Untersuchungen aus den Vorjahren. Demnach ist fast jeder zweite Aufseher mit der Nachfolgeplanung in dem von ihm kontrollierten Unternehmen unzufrieden. „Auch wenn es weh tut, aber bei einer Fehlbesetzung - insbesondere beim Vorstandsvorsitzenden - hat das Kontrollgremium versagt“, sagt Rochus-Mummert-Partner Mackrodt.

Aufsichtsräte müssen Anforderungen an neue Vorstände klar formulieren

„Dabei haben es die Aufsichtsräte selbst in der Hand, sich ausreichend Zeit bei der Einschätzung der Vorstände im Amt und einer pro-aktiven, rollierenden Nachfolgeplanung zu nehmen, die Anforderungen an neue Vorstände klar zu formulieren und möglichst die Vorstände aus den eigenen Reihen zu besetzen“, so Mackrodt weiter. Denn wie Studien bestätigen, ist das Ausfallrisiko intern besetzter Vorstände nur halb so groß. Das Fazit von Personalberater Mackrodt: „Die schnelle Verpflichtung eines vermeintlichen Retters - insbesondere von außen - entpuppt sich viel zu häufig als Bumerang.“

Der Beitrag erschien zuerst auf dem Portal unserer Schwestermarke MM Maschinenmarkt.

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