Suchen

Agrarforschung Deutsche Agrarforschung will sich stärker in Reisforschung engagieren

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Reis ist das global wichtigste Grundnahrungsmittel. Um die Nachfrage in den Hauptverbrauchsländern Asiens zu decken ist in den nächsten zehn Jahren eine Produktivitätssteigerung von 1,2 bis 1,5 Prozent jährlich notwendig. Die deutsche Agrarforschung will sich nun stärker in der globalen Reisforschung engagieren.

Firmen zum Thema

Abb. 1: Reisbauer in Bangladesch (Bild: IRRI)
Abb. 1: Reisbauer in Bangladesch (Bild: IRRI)

Eschborn – Die deutsche Agrarforschung will sich künftig stärker an der internationalen Reisforschung beteiligen. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs, das Ende März zwischen Vertretern von Universitäten, Forschungseinrichtungen, Ministerien, der Privatwirtschaft, der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und dem Internationalen Reisforschungsinstitut (IRRI) in Bonn stattfand. Die Federführung lag bei der Beratungsgruppe für Entwicklungsorientierte Agrarforschung der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH.

Forschung zur Erhöhung der Toleranz von Reis gegenüber abiotischen Stressfaktoren wie Trockenheit, Überflutung, Hitze, Kälte oder Problemböden ist eine der Stärken vieler deutscher Einrichtungen. Auch zur Anpassung der Reissorten und Anbauverfahren an wechselnde Klimabedingungen können deutsche Forscher Beiträge leisten. „Auf beiden Gebieten könnten deutsche Institute eine Rolle spielen, von der Grundlagenforschung über die Technologieforschung bis hin zum Ressourcenmanagement“, so Dr. Achim Dobermann, der Forschungsdirektor des IRRI. Zusammen mit dem Africa Rice Center in Benin und dem Centro Internacional de Agricultura Tropical (CIAT) in Kolumbien hat das Internationale Reisforschungsinstitut ein neues internationales Netzwerk (Global Rice Science Partnership, GRiSP) etabliert, dem derzeit etwa 900 Partner weltweit angehören.

Reisforschung muss koordiniert und gebündelt werden

Die noch lange nicht abgeschlossene Erforschung des genetischen Potenzials, Züchtung neuer Sorten, Entwicklung neuer Anbausysteme, weitere Anpassung an den Klimawandel – die Aufgaben, die auf die Reisforschung in den nächsten Jahren zukommen, sind gewaltig. „Kein Institut kann das alleine machen“, sagt Achim Dobermann. Die Ernährungskrise 2008 habe der Agrarforschung weltweit neuen Auftrieb gegeben, dies gelte es jetzt zu nutzen. „Es ist aber zwingend, die Arbeiten zu koordinieren und zu bündeln.“ Das trifft auch auf die deutsche Reisforschung zu, die bislang noch zu stark zersplittert ist, als dass sie, wie der IRRI-Forschungsdirektor es formulierte, „im globalen Maßstab wahrgenommen wird. Ich hoffe, dass wir in den nächsten Wochen eine Vision unserer künftigen Zusammenarbeit entwickeln können.“

Deutschland unterstützte die Arbeit des IRRI seit 1971 mit fast 60 Millionen Euro. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) koordiniert die Beratungsgruppe für Entwicklungsorientierte Agrarforschung (BEAF) der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH die deutsche Förderung der internationalen Agrarforschung und damit auch der Reisforschung.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 26547030)