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Biotechnologie-Report Deutsche Biotech-Branche auf stabilem Wachstumskurs

| Redakteur: Dr. Ilka Ottleben

Umsatz, Forschungsausgaben und Anzahl der Beschäftigten in der deutschen Biotech-Branche sind im Jahr 2011 gestiegen. Zwar befindet sich die Risikokapital-Finanzierung auf dem Tiefpunkt, aber die Abhängigkeit der Branche von Venture Capital wurde weiter verringert.

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Die deutsche Biotech-Branche ist weiter auf Wachstumskurs. (Bild: Roche)
Die deutsche Biotech-Branche ist weiter auf Wachstumskurs. (Bild: Roche)

Frankfurt a.M.– Die deutsche Biotech-Branche ist weiter auf Wachstumskurs: Im Jahr 2011 konnte das so genannte Kernsegment, also Biotech-Unternehmen, die ihren Stammsitz in Deutschland haben, den Umsatz um zehn Prozent auf 1,09 Milliarden Euro Umsatz steigern. Auch die Zahl der Beschäftigten stieg – um vier Prozent auf gut 10.000 – während die Anzahl der Unternehmen mit 397 leicht unter dem Niveau des Vorjahres (403) lag. Dieser stabile Aufwärtstrend ist trotz deutlich verschlechterter Finanzierungszahlen zu beobachten: Der Zufluss von Kapital verringerte sich um 71 Prozent von 441 auf 130 Millionen Euro. Zu diesen Ergebnissen kommt der 13. deutsche Biotechnologie-Report der Prüfungs- und Beratungsgesell-schaft Ernst & Young.

Im Vergleich zum Jahr 2010 stiegen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) um vier Prozent auf 783 Millionen Euro. „Die deutsche Biotech-Branche hat sich 2011 in einem insgesamt günstigen wirtschaftlichen Umfeld stabil positiv entwickelt. Alle wichtigen Kennziffern zeigen in die richtige Richtung“. Positiv wertet Siegfried Bialojan, Leiter des Life Science Industriezentrums bei Ernst & Young und Autor der Studie, vor allem, dass die Verluste um fünf Prozent auf 437 Millionen Euro reduziert werden konnten, während gleichzeitig die F&E-Investitionen erhöht wurden. „Die Biotech-Branche nimmt als Innovationsmotor weiter Fahrt auf – und diese Innovationen werden zunehmend aus dem operativen Cash Flow bezahlt“, stellt Bialojan fest.

Klassische Finanzierungsmodelle gescheitert

Gemessen am Investitionsvolumen publizierter Finanzierungsrunden hat sich die Kapitalausstattung der deutschen Biotech-Branche im Jahr 2011 signifikant verschlechtert. Flossen im Jahr 2010 noch 441 Millionen Euro in die Branche, waren es im vergangenen Jahr nur noch 130 Millionen Euro – ein Rückgang um 71 Prozent. Sogar im Krisenjahr 2009 investierten Kapitalgeber mit 153 Millionen Euro mehr Geld in die junge Branche.

Risikokapitalgeber investierten nur noch 87 Millionen Euro in diesen Sektor (Vorjahr: 281 Millionen Euro). „Allerdings“, betont Bialojan, „demonstriert diese Statistik mehr und mehr das Scheitern des klassischen Venture Capital-Modells und lässt eine Vielzahl alternativer, leider meist nicht publizierter, Finanzierungen außer Betracht.“

Börsennotierte Gesellschaften konnten auf einem schwachen Kapitalmarkt lediglich 43 Millionen Euro an zusätzlichem Kapital aufnehmen – im Vorjahr waren es noch 160 Millionen Euro gewesen. Börsengänge deutscher Biotechnologieunternehmen blieben im fünften Jahr in Folge aus.

Europaweit fällt der Rückgang beim Zufluss von Kapital weniger stark aus als in Deutschland: Nachdem im Jahr 2010 noch 2.852 Millionen Euro in die Branche investiert wurden, erhielten die Unternehmen 2011 nur noch 2.050 Millionen Euro – ein Rückgang um 28 Prozent.

Im gesamteuropäischen Durchschnitt erwies sich die Risikofinanzierung als einigermaßen stabil (minus 8 Prozent). In den einzelnen Ländern ist sie jedoch von starken Schwankungen geprägt. Demgegenüber waren bei Börsengängen und Sekundärfinanzierungen börsennotierter Unternehmen deutliche Rückgänge zu verzeichnen (minus 40 Prozent). In den Vereinigten Staaten mit ihrer sehr viel reiferen Branche war im vergangenen Jahr eine gegenläufige Entwicklung festzustellen: Der Kapitalzufluss stieg im Jahres-vergleich von 21,5 auf 29,8 Milliarden Euro. Diese Entwicklung ist vor allem der besseren Finanzierung börsennotierter Gesellschaften durch erfolgreiche Kapitalerhöhungen und insbesondere durch zunehmenden Fremdkapitalzugang zu verdanken.

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