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Biotech-Report 2017 Deutsche Biotech-Branche kommt auf die Füße

| Redakteur: Tobias Hüser

Die Biotech-Branche in Deutschland hat sich 2016 positiv entwickelt: Die Zahl der Unternehmen und der Beschäftigten stieg an, die Kennzahlen entwickelten sich erfreulich und internationale Investoren interessierten sich nach Jahren der Zurückhaltung wieder für den Biotech-Standort Deutschland. Das sind Ergebnisse des Deutschen Biotechnologie-Reports 2017 der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY in Kooperation mit dem Branchen-verband Bio Deutschland und dem Arbeitskreis der Deutschen Bioregionen.

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Laut dem Biotech-Report muss die Branche noch mehr Geld in die F&E-Bereiche investieren.
Laut dem Biotech-Report muss die Branche noch mehr Geld in die F&E-Bereiche investieren.
(Bild: gemeinfrei)

Frankfurt – Insbesondere der Mitarbeiterzuwachs um 14 % auf knapp 25.000 Beschäftigte zeigt die positive Stimmung innerhalb der Biotech-Branche. Im Vorjahr stagnierte die Zahl der Mitarbeiter noch. Auch die Zahl der Unternehmen legte zu – um fünf Prozent auf 623 Betriebe.

Die Finanzierung von Innovation – in den vergangenen Jahren eine Problemzone der deutschen Biotech-Branche – scheint inzwischen auf solideren Füßen zu stehen: Risikokapitalgeber investierten 213 Millionen Euro in die Branche. Das war zwar etwas weniger als die 236 Millionen Euro im Vorjahr, dafür verteilte sich die Summe auf mehr Unternehmen. 2015 entfielen allein 167 Millionen Euro auf ein einziges Unternehmen – Curevac. Insgesamt konnten sich die deutschen Biotechs 459 Millionen Euro aus Börsengängen, Kapitalerhöhungen und Risikokapital sichern. Im Erfassungszeitraum seit 2009 war der Kapitalzugang nur 2015 mit dem Curevac-Ausnahmedeal besser.

Unter dem Strich kam die Gesamtindustrie 2016 auf einen Umsatz von 3,6 Milliarden Euro, das entsprach einem Plus von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen um sieben Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Allerdings war das Wachstum im Vorjahr noch dynamischer: Die Umsätze stiegen 2015 um zwölf Prozent und die F&E-Ausgaben um elf Prozent.

Noch zu wenig Investitionen in F&E

Der Studienautor und Leiter des deutschen Life Science Centers von EY, Siegfried Bialojan, sieht in der Entwicklung „Zeichen eines nachhaltigen Aufschwungs. Die positiven Unternehmenskennzahlen stehen auf einer breiten Basis und werden sowohl von privaten als auch von börsennotierten Unternehmen getragen. Kostendruck und Kapitalknappheit hatten in den vergangenen Jahren für Zurückhaltung bei den Unternehmen gesorgt.“ Dennoch werde das Umsatzplus derzeit nur halbherzig in den Ausbau der Forschung und Entwicklung investiert. Mehr forschungsintensive Start-ups könnten dieses Bild aber drehen.

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