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Biotech-Report 2017

Deutsche Biotech-Branche kommt auf die Füße

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„Die Branchenkennzahlen sind im Wesentlichen recht positiv und ermutigend. Ein genauer Blick auf die Investitionen in Forschung und Entwicklung zeigt jedoch, dass das Gros der Unternehmen, nämlich die privaten, sich hier zurückhalten. Dies liegt auch daran, dass Kapital für Investitionen in Innovationen nach wie vor nur im begrenzten Umfang zur Verfügung steht. Bei den Rahmenbedingungen für Innovationsfinanzierung besteht also unmittelbarer Nachbesserungsbedarf“, sagt Peter Heinrich, Vorstandsvorsitzender von Bio Deutschland.

Kaum Neugründungen – dafür aber auch wenige Insolvenzen

Wermutstropfen: Der Firmenzuwachs insgesamt lag weniger an einer hohen Dynamik bei Firmenneugründungen. Mit 15 erfassten Neugründungen lag die Zahl eher auf Höhe der Vorjahre. Dafür schieden nur sechs Unternehmen aus dem Markt aus. Zum Vergleich: Im Jahr 2012 gab es noch 17 Insolvenzen beziehungsweise Auflösungen. „Die Zahl der Neugründungen hat sich leider nicht signifikant gesteigert.

Angesichts der zahlreichen Start-up-Initiativen ist das sehr ernüchternd. Offenbar hat die schwierige Finanzierungssituation der vergangenen Jahre zu Zurückhaltung bei jungen Entrepreneuren in der Branche geführt. Angesichts der positiven Kennzahlen der vergangenen beiden Jahre könnte sich mit etwas Zeitverzögerung auch die Gründungsaktivität in naher Zukunft verbessern“, sagt Bialojan.

Dafür spricht, dass im Gegensatz zu den Vorjahren 2016 auch internationale Investoren deutsche Biotechs für sich entdeckten. Von den 213 Millionen Euro an Risikokapital entfielen 74 % auf klassische Venture Capital Fonds. In den vergangenen Jahren hatten hingegen Einzelinvestitionen von Family Offices das Bild bestimmt. 2016 kamen internationale Investoren wie MPM Capital aus den USA hinzu, die in München ein Büro eröffneten und gleich bei der 40-Millionen-Euro-Finanzierungsrunde des Start-ups iOmx Therapeutics einstiegen. Erstmals investierten auch zwei Fonds aus China in deutsche Biotechs.

„Für den Standort Deutschland stellt sich die Frage, wie der Innovationsprozess auf eine breitere Basis gestellt werden kann. Dazu gehört zum einen, Best-Practice-Beispiele auch international hervorzuheben und die Leistungsfähigkeit des Standortes zu zeigen. Zum anderen gehören dazu aber auch innovationsfreundliche politische Rahmenbedingungen. Dass Biotechnologie zum Thema des Innovationsdialogs der Bundesregierung wurde, macht Hoffnung, dass ihre Bedeutung auch in der Politik angekommen ist“, sagt Bialojan abschließend.

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