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Analyse: Biotechnologie

Deutsche Biotech-Branche schwächelt im internationalen Vergleich

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„Die guten Erfahrungen während des weitgeöffneten Börsenfensters haben das Vertrauen der Investoren in die Biotechnologie gestärkt“, sagt Bialojan. „Gleichzeitig sind viele Kandidaten mit weit fortgeschrittenen Produkten bereits an die Börse gegangen. Das erlaubt vielen Kandidaten mit weniger reifen Produkten jetzt den Sprung an die Börse – die Investoren nehmen das gesteigerte Risiko in Kauf.“

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Zahl der M&A-Deals geht nach oben – Kaum Bewegung in Deutschland

Parallel zur Entwicklung am Kapitalmarkt werden Biotech-Firmen als Partner und Übernahmeobjekte immer attraktiver. So ist die Zahl der M&A-Deals unter Beteiligung von Biotech 2015 im Vergleich zu 2014 insgesamt um 30 % nach oben gegangen. 197 M&As in den USA standen 174 in Europa gegenüber. In Deutschland dagegen gibt es kaum Bewegung. 2015 gab es gerade einmal 12 M&As. Das Dealvolumen weltweit hat sich mehr als verdoppelt und liegt mit 107 Milliarden US-Dollar erstmals über der 100-Milliarden-Hürde. Das liegt vor allem an den sieben Megadeals im vergangenen Jahr – Transaktionen mit Volumina von über fünf Milliarden US-Dollar. Ihr Wert alleine macht derzeit fast zwei Drittel der Gesamtsumme aus. Gerade Pharmaunternehmen mussten beim Griff nach Biotech tief in die Taschen greifen: 809 Millionen Euro kostete sie ein Deal im Schnitt – 2013 war es mit 429 Millionen Euro fast die Hälfte.

„Die Preise, die Biotech derzeit erzielt, zeigen das gewachsene Ansehen der Branche bei strategischen Partnern und reflektieren die Wertsteigerungen an den Kapitalmärkten. Gerade die Pharmaunternehmen werden durch Wachstums- und Innovationsdruck angefeuert und können sich im derzeitigen Niedrigzinsumfeld günstig refinanzieren. Dadurch sind sie auch bereit, deutlich höhere Preise zu zahlen. Auf der anderen Seite sind die hohen Preise aber auch ein Zeichen dafür, dass Innovation an sich immer teurer wird“, sagt Bialojan.

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