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Verband der chemischen Industrie Deutsche Chemie erneut Exportweltmeister

| Redakteur: Tobias Hüser

Keine andere Nation exportiert mehr Chemikalien als Deutschland. Deutsche Unternehmen verkauften 2011 chemische Erzeugnisse im Wert von über 150 Milliarden Euro an Kunden im Ausland. Sieben Faktoren sollen für diese Erfolgsbilanz verantwortlich sein.

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Dr. Klaus-Dieter Juszak, Vorsitzender der Fachvereinigung Chemieparks im VCI, Hauptgeschäftsführer Dr. Utz Tillmann und Pressesprecher Manfred Ritz (v.l.n.r.) riefen auf der VCI-Pressekonferenz die deutsche Chemie-branche erneut zum Exportweltmeister aus.
Dr. Klaus-Dieter Juszak, Vorsitzender der Fachvereinigung Chemieparks im VCI, Hauptgeschäftsführer Dr. Utz Tillmann und Pressesprecher Manfred Ritz (v.l.n.r.) riefen auf der VCI-Pressekonferenz die deutsche Chemie-branche erneut zum Exportweltmeister aus.
(Bild: Process)

Frankfurt – Die europäische Fußballwelt bewegt zurzeit die Frage, was eine Mannschaft zum EM-Champion macht. Für die deutsche Chemie hat Dr. Utz Tillmann, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie, die Championship-Frage eindrucksvoll beantwortet. Deutsche Chemieunternehmen verteidigten im letzten Jahr den Titel des Exportweltmeister und haben gute Chancen, auch in diesem Jahr wieder Rang eins zu belegen. Mit einem Anteil von 11,2 Prozent am weltweiten Chemieexportmarkt lag Deutschland im Jahr 2011 vor USA (9,9), Belgien (7,4) und China (5,4).

„Deutschland führte im letzten Jahr chemische Erzeugnisse im Wert von 150 Millionen Euro aus“, präzisierte Tillmann und verwies auf sieben Erfolgsfaktoren, die dazu führten, dass die deutsche Chemiebranche schon seit Jahren beim Export fast unangefochten an der Spitze liegt. Neben den industriellen Wertschöpfungsketten, in denen die Chemie als Rohstofflieferant und Innovationstreiber eine zentrale Rolle spielt, sind der Schulterschluss zwischen Industrie und Wissenschaft ein wichtiger Faktor, ein weiterer der starke Mittelstand, der gelegentlich in Vergessenheit gerät, weil meist die Dax-Konzerne im Licht der Medien stehen. Und last but not least das Chemieparkkonzept, das mittlerweile weltweit Nachahmer findet.

Als aktuelle wirtschaftliche Risiken für die Branche am Standort Deutschland sieht Tillmann die ungewisse Entwicklung der Rohstoffpreise und die anhaltende Unsicherheit über den Ausgang der EU-Schuldenkrise. Auch der Verlauf der Energiewende werde enormen Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit der Branche haben.

„Wenn in Deutschland die Stromkosten für die energieintensiven Branchen wie Chemie oder Stahl aus dem Ruder laufen, die mit ihren Produkten den Umbau der Energieversorgung erst möglich machen, wird die gesamte Industrie Schiffbruch erleiden“, betonte der Hauptgeschäftsführer des VCI. Er habe jedoch den Eindruck, dass sowohl Bundesregierung wie Bundesländer jetzt den Ernst der Lage erkannt haben.

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