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PWC-Studie Deutsche Unternehmen investieren zu wenig in Innovation

Autor / Redakteur: Martina Hafner / Matthias Back

Innovative Unternehmen wachsen schneller, generieren mehr Umsatz und sind nachhaltig erfolgreicher. Zu diesem Ergebnis kommt eine globale Innovationsstudie, zu der die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PWC 1.757 Führungskräfte in mehr als 25 Ländern befragt hat. Deutschland droht allerdings ins Hintertreffen zu geraten.

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Deutsche Unternehmen gelten noch als innovativ, könnten aber bald von der globalen Konkurrenz abgehängt werden.
Deutsche Unternehmen gelten noch als innovativ, könnten aber bald von der globalen Konkurrenz abgehängt werden.
(Bild: Bosch)

Laut der Studie „Breakthrough Innovation and Growth“ sind die innovativsten Unternehmen in den vergangenen drei Jahren im Durchschnitt um fast 16 % schneller gewachsen als die am wenigsten innovativen Unternehmen. Für die nächsten fünf Jahre rechnen die Top-Innovatoren mit einem Umsatzwachstum von insgesamt mehr als 250 Mrd. US-Dollar, wie PWC berichtet. Damit würden sie im selben Zeitraum mehr als dreimal so schnell wachsen wie die Innovationsschlusslichter.

Innovative deutsche Unternehmen erwarten relativ wenig Wachstum

Deutschland gelte weiterhin als Innovationsland. 82 % der 213 befragten Unternehmen mit Sitz in Deutschlandwürden sich als Vorreiter für innovative Produkte und Dienstleistungen sehen, verglichen mit nur 69 % der weltweit befragten Unternehmen.

Jedoch erwarteten die deutschen Unternehmen in den kommenden fünf Jahren niedrigere Wachstumsraten als die globalen Studienteilnehmer: Mit einem erwarteten Umsatzwachstum in Höhe von rund 54 % lägen die innovativsten deutschen Unternehmen deutlich unter der Wachstumsprognose der innovativsten Firmen weltweit (62 %).

Außerdem investierten Unternehmen hierzulande weniger in Innovationen: Die Studie zeige, dass durchschnittlich nur 7 % ihres Gesamtumsatzes in Innovation fließen. Weltweit seien es immerhin 9 %. Lediglich 27 % der Befragten sähen zudem die Möglichkeit, Steuervorteile zu nutzen, um ihre Innovationsthemen voranzutreiben. Global seien es 45 %.

Deutsche Unternehmen investieren unterduchschnittlich in Innovation

„Innovationen bleiben ein Schlüssel für den weltweiten Erfolg deutscher Unternehmen. Unsere Studie zeigt, dass deutsche Firmen ein starkes Selbstbewusstsein haben und vieles richtig machen. Trotzdem ist Vorsicht geboten: Viele Wettbewerber im Ausland investieren deutlich mehr in Innovation als der Durchschnitt in Deutschland, so dass der deutsche Vorsprung schnell verloren gehen könnte“, sagt Norbert Winkeljohann, PWC-Vorstandssprecher.

Zwei Drittel der befragten deutschen Unternehmen fokussieren sich bei ihren Innovationsbestrebungen auf die klassischen Innovationsbereiche Produkt und Technik, wie es heißt, im Vergleich zu rund 50 % der weltweit befragten Unternehmen.

Deutsche Unternehmen sollten weitere Möglichkeiten zur Innovation ausschöpfen

„Deutschland verfügt nach wie vor über eine starke Innovationslandschaft. Firmen sollten bei ihren Innovationsbestrebungen aber über den Tellerrand hinaus blicken und das gesamte Spektrum an Innovationsarten ausschöpfen, zum Beispiel auch Dienstleistungs- oder Geschäftsmodellinnovationen“, empfiehlt PWC-Partner Sebastian Feldmann.

„Unsere Studie zeigt, was die innovativsten Unternehmen weltweit auszeichnet: Sie besitzen eine klar definierte Innovationsstrategie, sie wollen einen besonders hohen Anteil an bahnbrechenden Innovationen auf den Markt bringen und nutzen dazu auch Mittel wie Inkubatoren oder Open Innovation. Außerdem gehen sie mit Innovation um wie mit anderen etablierten Unternehmensprozessen.“

Unternehmen in Deutschland suchen laut Mitteilung den engen Schulterschluss mit der Wissenschaft: Etwa 70 % der Befragten wollten in den kommenden drei Jahren mit akademischen Einrichtungen zusammenzuarbeiten, um ihre Innovationsfähigkeit voranzutreiben. Unter den weltweit befragten Unternehmen liege dieser Anteil nur bei 56 %. Ferner hätten drei Viertel der Befragten in Deutschland formale organisatorische Strukturen etabliert, um Innovation auf den Weg zu bringen, während dies nur bei 61 % der Unternehmen weltweit zutreffe.

Die Studie „Breakthrough Innovation and Growth“ ist laut PWC die weltweit größte und umfassendste Studie zu Innovation und Innovationsmanagement. Die Beratungsgesellschaft hat dafür nach eigenen Angaben 1757 Unternehmensvertreter aus mehr als 25 Ländern und über 30 Branchen befragt. Unter den Studienteilnehmern seien 213 deutsche Unternehmen gewesen. Für die Analyse seien die teilnehmenden Unternehmen in eine Spitzengruppe (Top 20-%), ein breites Mittelfeld und eine Schlussgruppe (die schwächsten 20 %) eingeteilt worden. Die Zuordnung sei auf der Basis von sechs Themenbereichen zu ihrem Umgang mit Innovation erfolgt.

Weitere Informationen inklusive Downloadmöglichkeit der Studie „Breakthrough Innovation and Growth“ finden Sie auf der PWC-Webseite.

* Die Autorin ist Redakteurin bei der elektronikpraxis. E-Mail: martina.hafner@vogel.de

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