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Länderreport Slowakei

Deutschland profitiert von wachsender slowakischer Chemieindustrie

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Produktion/Branchenstruktur

Die slowakische Chemieindustrie (NACE 19 bis 22) hat ein gutes Jahr 2011 hinter sich. Die Umsätze der Unternehmen wuchsen um ein Viertel auf 12,5 Mrd. Euro, zum Teil aufgrund höherer Preise. Das physische Fertigungsvolumen legte weniger stark zu: Koks- und Raffinerieprodukte +10%, Chemikalien und Chemieprodukte +8%, Pharmaerzeugnisse -4% sowie Kunststoff- und Gummierzeugnisse +7%.

Die Auftragseingänge der Hersteller von Chemikalien und chemischen Grundstoffen (NACE 20) nahmen 2011 um fast 13% auf 2,4 Mrd. Euro zu. Die Pharmaindustrie verzeichnete hingegen einen Orderrückgang um 3,5% auf 312 Mio. Euro.

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Fachverband dämpft Optimismus

Zu Jahresbeginn 2012 verlangsamte sich die Dynamik in der Chemiebranche etwas. Die Petrochemie sowie die Pharmaerzeuger verzeichneten im Januar und Februar deutliche Umsatzrückgänge. Positiv blieb die Entwicklung bei Herstellern von Grundchemikalien, Kunststoffen und Gummierzeugnissen.

Für das Gesamtjahr 2012 erwartet der Fachverband ZCHFP lediglich eine Stagnation oder maximal ein leichtes Wachstum. Vor allem äußere Faktoren wie der hohe Ölpreis, die Eurokrise oder die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland beeinflussten die Chemiebetriebe des Landes, erklärte der Verband.

Kunststoff und Gummi dominieren die Branche

Das slowakische Statistikamt zählte 2010 genau 232 Unternehmen zur Chemieindustrie (NACE 19 bis 22). Sie beschäftigten 35.500 Arbeitnehmer (2008: 39.250). Die meisten Betriebe fielen in den Bereich Kunststoff- und Gummiwaren (166). Daneben waren elf Pharmahersteller, 50 Grundstoffproduzenten sowie fünf petrochemische Firmen im Land tätig.

Die Investitionslaune der slowakischen Chemiebetriebe war 2011 verhalten. Sie steigerten ihre Kapitalausgaben laut der Statistikbehörde um 2,6% auf 773,3 Mio. Euro. Besonders dynamisch entwickelten sich die Investitionen der Hersteller von Gummi- und Kunststoffprodukten mit einem Plus von 6,1% auf 329 Mio. Euro. Dagegen stagnierten sie in der Grundstoff-, Farben- und Kosmetikaherstellung (NACE 20) bei 362 Mio. Euro.

Aktuelle Investitionsvorhaben entfallen meist auf Produktionsstätten, die der starken Automobil- und Elektronikindustrie zuliefern. Daneben investieren die Chemiebetriebe in Energieeffizienz und eigene Kraftwerkskapazitäten. Auch die Herstellung von Biotreibstoffen soll ausgebaut werden.

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