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Pflanzenbiotechnologie Deutschland und Europa vom Trend in der Pflanzenbiotechnologie abgekoppelt

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Eine echte Bioökonomie benötigt nach Ansicht der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie (DIB) große Mengen Biomasse in hoher Qualität. So lange in Europa der Nutzen der Pflanzenbiotechnologie ignoriert wird, bleibt das Ziel einer biobasierten Wirtschaft nur ein Traum.

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„In der EU und in Deutschland hat sich die landwirtschaftliche Nutzung der Pflanzenbiotechnologie vom weltweiten Trend abgekoppelt. Als Volkswirtschaft, die von Intelligenz und Innovationen statt Rohstoffen und Billigfertigung lebt, machen wir damit einen schweren Fehler“, sagt Dr. Matthias Braun, Vorsitzender der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie (DIB).
„In der EU und in Deutschland hat sich die landwirtschaftliche Nutzung der Pflanzenbiotechnologie vom weltweiten Trend abgekoppelt. Als Volkswirtschaft, die von Intelligenz und Innovationen statt Rohstoffen und Billigfertigung lebt, machen wir damit einen schweren Fehler“, sagt Dr. Matthias Braun, Vorsitzender der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie (DIB).
(Bild: Sanofi-Aventis)

Weltweit bauen immer mehr Landwirte immer mehr gentechnisch veränderte Pflanzen (GVO) an. Im vergangenen Jahr befand sich die Pflanzenbiotechnologie damit weiter auf Wachstumskurs. Das geht aus den aktuellen Zahlen der „International Service for the Acquisition of Agri-Biotech-Applications“ (ISAAA) hervor, die die landwirtschaftliche Nutzung grüner Biotechnologie seit vielen Jahren bilanziert. Demnach ist die mit GVO bestellte Anbaufläche 2012 weltweit um insgesamt 10,3 Millionen Hektar oder rund 6 Prozent auf 170,3 Millionen Hektar gestiegen (2011: 160 Millionen Hektar).

Verband kritisiert politischen Umgang mit Pflanzenbiotechnologie

Der Nutzen der Pflanzenbiotechnologie werde in Europa ignoriert, so der DIB-Vorsitzende Dr. Matthias Braun: „Klimawandel, begrenzte Ressourcen an Rohstoffen, Wasser und fruchtbaren Böden sowie eine stark wachsende Weltbevölkerung machen leistungsstarke und klimaangepasste Nutzpflanzen nötig. Das gilt besonders für Regionen, die von zunehmender Trockenheit betroffen sind. Hier werden in den kommenden Jahren vor allem trockenheitstolerante Sorten von Mais, Reis oder Weizen eine sehr wichtige Rolle spielen.“

In Europa ist die Biotechnologie nach Meinung des DIB-Vorsitzenden für die Verwirklichung einer echten Bioökonomie relevant. Für eine biobasierte Wirtschaft werden in Zukunft große Mengen Biomasse von hoher Qualität benötigt. Entscheidend sei daher die Frage, wie die Landwirtschaft künftig mehr Biomasse bei gleichbleibender Ackerfläche nachhaltig erzeugen kann. Braun sagt: „Vor diesem Hintergrund ist es fahrlässig, die Pflanzenbiotechnologie trotz ihres belegten Nutzens und ihrer bewiesenen Sicherheit nicht anzuwenden. Nachhaltig und hilfreich für die Verwirklichung einer Bioökonomie ist das nicht.“

In der Bildergalerie finden Sie eine Tabelle der neun Länder mit den größten GVO-Anbauflächen und welche Pflanzen dort angebaut werden.

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