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REACH Die meisten REACH-Registrierungen stammen aus Deutschland

| Redakteur: Marion Henig

Bis zum 30. November 2010 hatten Unternehmen Zeit, chemische Stoffe, die sie in Mengen von mindestens 1.000 Tonnen pro Jahr herstellen oder importieren, bei der europäischen Chemikalienagentur ECHA in Helsinki zu registrieren. Nicht rechtzeitig registrierte Stoffe dürfen seit dem 1. Dezember unabhängig von ihren Eigenschaften nicht mehr hergestellt, importiert oder vermarktet werden.

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Verteilung der Registrierungsdossiers auf die Mitgliedsstaaten der EU (Bild: ECHA)
Verteilung der Registrierungsdossiers auf die Mitgliedsstaaten der EU (Bild: ECHA)

Frankfurt - Etwa 86 Prozent der Registrierungen wurden von großen Unternehmen und 14 Prozent von kleinen und mittleren Unternehmen vorgenommen. Auf Alleinvertreter (Unternehmen, die nicht in der EU ansässige Hersteller vertreten), entfallen 19 Prozent der Registrierungen.

Aus der von der europäischen Chemikalienbehörde ECHA veröffentlichten Statistik geht hervor, dass knapp ein Viertel der 24.675 bis Fristende eingereichten Registrierungen durch deutsche Unternehmen erfolgte, gefolgt von Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich und Belgien. "Dies spiegelt die Bedeutung der deutschen Chemie im europäischen Umfeld wider", kommentiert der Verband der Chemischen Industrie (VCI) diese Zahlen. „Hinzu kommt, dass deutsche Unternehmen in vielen Fällen die Federführung in den Koordinierungsgremien übernommen haben und dadurch die Hauptlast für die Registrierung tragen“, betont Dr. Gerd Romanowski, Geschäftsführer Wissenschaft, Technik und Umwelt im VCI.

Kooperation von Wettbewerbern nötig

Nach der Einschätzung des Branchenverbands bleibe die gemeinsame Erstellung von Registrierungs­unterlagen durch Unternehmen, die den gleichen Stoff vertreiben, eine der größten Herausforderungen von REACH: „Hier müssen Unternehmen mit teilweise völlig unterschiedlichen Interessen, weil sie zum Beispiel im Wettbewerb miteinander stehen, in den Foren zum Austausch von Stoffinformationen (SIEFs) kooperieren.“

Mit der Einreichung der Stoffdossiers ist die Arbeit für die Unternehmen aber häufig nicht beendet. Nach entsprechenden Entscheidungen der ECHA müssen sie weitere Tests durchführen, die Registrierungsunterlagen aktualisieren oder noch zusätzliche Stoffverwendungen bewerten.

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