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Studie vergleicht Länder, Branchen und Generationen Die neugierigsten Arbeitnehmer sind…

Autor Christian Lüttmann

Wer ist neugieriger: Amerikaner, Chinesen oder Deutsche? Welcher Zusammenhang besteht zwischen Betriebsgröße und Neugier der Arbeitnehmer? Und welche Generation ist die neugierigste? Auf diese und weitere Fragen gibt die aktuelle Neugier-Studie von Merck Antworten. Der folgende Beitrag gibt einen Überblick der Ergebnisse.

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In der Neugier-Studie hat Merck den Wissensdurst von Arbeitnehmern in Deutschland, China und den USA untersucht (Symbolbild).
In der Neugier-Studie hat Merck den Wissensdurst von Arbeitnehmern in Deutschland, China und den USA untersucht (Symbolbild).
(Bild: Merck KGaA)

Darmstadt – Alles was wir tun braucht einen Motor, eine Motivation. Idealerweise sind es positive Anreize, die uns zu Bestleistungen befähigen. Eine außergewöhnlich starke treibende Kraft ist die Neugier des Menschen. Ihr widmet das Unternehmen Merck spätestens seit 2016 besonders viel Aufmerksamkeit – in Form einer eigenen Studie die nun zum zweiten Mal durchgeführt wurde.

Bei der aktuellen Auflage der Neugier-Studie nahmen insgesamt rund 3000 Arbeitnehmer teil, je 1000 aus Deutschland, China und den USA. Ziel der Studie: Den Stand der Neugier im gegenwärtigen Arbeitsumfeld der Branchen, Öffentlicher Dienst, Fertigung, Wissenschaftliche Forschung und Entwicklung sowie Gesundheit zu untersuchen. Doch wie misst man Neugier überhaupt?

Zur Beantwortung dieser Frage hat Merck bereits mit der Neugier Studie 2016 begonnen, Neugier im unternehmerischen Kontext zu definieren und messbar zu machen. Das Ergebnis sind die vier Dimensionen der Neugier:

  • Offenheit für die Ideen anderer: Die Person schätzt unterschiedliche Perspektiven und Ideen anderer und strebt bewusst nach anderen Lösungsansätzen.
  • Anspannungstoleranz: Die Person ist bereit, sich der Unruhe und dem Unbehagen zu stellen, die beim Erkunden des Neuen, Unbekannten und Unsicheren entstehen.
  • Entdeckungsfreude: Es macht der Person großen Spaß, sich neues Wissen und neue Informationen bei der Arbeit anzueignen, daraus entsteht Freude am Lernen und am Wachsen.
  • Antrieb durch Wissenslücken: Die Person erkennt eine Wissenslücke und sinniert über abstrakte oder komplexe Möglichkeiten, das Problem zu lösen und die Lücke zu schließen (Gefühl der Erleichterung nach der Lösung).

Jede dieser Dimensionen wurde anhand von 16 Fragen erfasst und in einem Neugier-Index zusammengefasst.

2016 veröffentlichte Merck die erste Neugier-Studie. Lesen Sie hier unseren Beitrag darüber:

Die durchschnittliche Arbeitnehmer-Neugier ist 70,3 – was bedeutet das?

Aus den beantworteten Fragen der Neugier-Studie von Merck wurde für jeden Teilnehmer ein Neugier-Index berechnet. Im Mittel über alle 3004 Befragten liegt dieser bei 70,3 von maximal 100. Um eine leichtere Vergleichbarkeit zu ermöglichen wurden drei Indexbereiche festgelegt

  • Niedrige Neugier: Index <65,0
  • Durchschnittliche Neugier: Index 65,0 bis 77,5
  • Hohe Neugier: Index >77,5

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Grafik: Wie sieht die Verteilung auf die drei Neugier-Level aus?

Das Bild zeigt, dass die Befragten gleichmäßig auf die drei Neugier-Kategorien verteilt sind:

Index-Schwellenwerte für niedrige, durchschnitliche und hohe Neugier
Index-Schwellenwerte für niedrige, durchschnitliche und hohe Neugier
( Bild: Merck KGaA )

Über diese Index-Werte lassen sich nun leicht Vergleiche ziehen: Sind die Amerikaner neugieriger als Chinesen und Deutsche? Welcher Zusammenhang besteht zwischen Betriebsgröße und Neugier der Arbeitnehmer? Und welche Generation ist die neugierigste? Einige Highlights der Studie stellen wir Ihnen auf der folgenden Seite und in unserer Bildergalerie vor. Nur eines sei hier schon vorweggenommen: In der Studie wurde kein nennenswerter Unterschied zwischen der Neugier von Männern und Frauen festgestellt.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 9 Bildern

China, Deutschland, USA – Drei Nationen im Neugier-Duell

Aufgeschlüsselt nach Ländern ergibt sich, dass China den niedrigsten Neugier-Index hat (68,6), während die USA mit 70,4 nahezu exakt dem Mittelwert entsprechen. Die Deutschen stellen mit einem Index-Wert von 71,9 die neugierigsten Arbeitnehmer. In der Abbildung ist aufgeschlüsselt, wie sich die Neugierde der Befragten in den einzelnen Ländern auf die drei Neugier-Level verteilt.

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Grafik: Welche Nation ist am neugierigsten?

Im Vergleich der drei untersuchten Länder ist Deutschland Spitzenreiter bei der Neugier der Arbeitnehmer:

Verteilung der Neugier-Level in den drei untersuchten Ländern
Verteilung der Neugier-Level in den drei untersuchten Ländern
( Bild: Merck KGaA )

Wissbegierige Millenials und überraschende Generation Z

Ein überraschendes Ergebnis brachte die Studie beim Vergleich zwischen den Generationen. Zunächst steigt – wie man es erwarten würde – der Neugier-Index: von 69,9 bei der älteren Generation der „Baby-Boomer“ aus den 1950er und 60er Jahren über 70,1 für die Generation X (1966-1980) bis auf 72,2 bei den jüngeren Millenials der 80er und 90er Jahre. Die jüngste abgefragte Generation (ab 1995 geborene) hat allerdings einen deutlich geringeren Neugierigkeitsindex von lediglich 66,5. Sie sind somit am wenigsten neugierig von allen Befragten. Ob dies ein Phänomen der Generation oder des Alters der Befragten ist, müssen zukünftige Studien klären.

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Grafik: Wann wurden die neugierigsten Menschen geboren?

Die Geburtenjahrgänge 1981 bis 1995 sind laut Studienergebnis die neugierigsten:

Gesamtwert für die Arbeitnehmer-Neugier, aufgeschlüsselt nach Generationen
Gesamtwert für die Arbeitnehmer-Neugier, aufgeschlüsselt nach Generationen
( Bild: Merck KGaA )

Zwei Branchen sind etwas abgeschlagen im Neugier-Vergleich

Da Neugier ein wesentlicher Antrieb für neues Wissen ist, verwundert es nicht, dass im Bereich Forschung und Entwicklung der höchste Neugier-Index (74,8) ermittelt wurde. Auch in technologie- und produktionsnahen Branchen sind die Arbeitnehmer besonders neugierig (Indexwerte 71,9 und 71,5). Im Gesundheitswesen und der Öffentlichen Verwaltung gibt es hingegen noch viel Verbesserungspotenzial. Dort ist die Neugier mit einem Indexwert von 68,1 bzw. 66,9 vergleichsweise niedrig.

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Grafik: In welcher Branche arbeiten die neugierigsten Leute?

Wenig überraschend sind die Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung mit Abstand am neugierigsten:

Gesamtwert für die Arbeitnehmer-Neugier, aufgeschlüsselt nach Branche
Gesamtwert für die Arbeitnehmer-Neugier, aufgeschlüsselt nach Branche
( Bild: Merck KGaA )

Ein möglicher Grund für die geringe Neugier im Verwaltungssektor könnte ein Mangel an Kreativität sein. So ist nur jeder vierte Arbeitnehmer dort der Meinung, dass die eigene Organisation kreative Mitarbeiter einstellt. Zudem gibt nur ein Drittel der Befragten an, genug Zeit für eigene Ideen eingeräumt zu bekommen.

Bildergalerie
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Groß oder klein – welches Unternehmen ist neugieriger?

Je mehr Mitarbeiter ein Unternehmen hat, desto größer ist die Neugier der Angestellten – zumindest ist das die generelle Tendenz, die in der Neugier-Studie herauskam. In Großunternehmen erhalten Arbeitnehmer der Studie zufolge mehr Unterstützung beim Verwirklichen eigener Ideen und werden stärker dahingehend gefördert.

Ebenfalls mit zunehmender Unternehmensgröße wachsen aber auch Barrieren und Hindernisse: Zeitmangel, weniger Eigenständigkeit und erschwerte Kommunikation mit Kollegen außerhalb des eigenen Teams beklagen mehr Befragte in großen Unternehmen als in kleinen Betrieben.

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Grafik: Wie hängen Betriebsgröße und Neugier der Arbeitnehmer zusammen?

In größeren Unternehmen sind tendenziell neugierigere Mitarbeiter:

Gesamtwert für die Arbeitnehmer-Neugier, aufgeschlüsselt nach Unternehmensgröße
Gesamtwert für die Arbeitnehmer-Neugier, aufgeschlüsselt nach Unternehmensgröße
( Bild: Merck KGaA )

Eine eigene Konferenz zur Förderung von Neugier: 2018 veranstaltete Merck die erste „Curious-Konferenz“. Vom 13. bis 15. Juli 2020 soll die nächste Konferenz stattfinden. Mehr Infos dazu auf www.curious2020.com.

Interaktives Neugier-Training und Neugier-Selbsttest

Neugierig ist jeder Mensch von Natur aus. Die aktuelle Studie von Merck zeigt aber, dass diese Eigenschaft durchaus unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Um die eigenen Potenziale besser nutzen zu können, hat Merck ein virtuelles Neugier-Training eingerichtet (englisch). Auf der interaktiven Webseite können Sie Übungen für die vier verschiedenen Neugier-Dimensionen auswählen und sich so für das Thema stärker sensibilisieren.

In welchen Bereichen sich das Training besonders lohnt, können Sie mit dem Neugier-Selbsttest herausfinden. Dieser ermittelt mit einigen Fragen welche der Vier Neugier-Dimensionen bei Ihnen ausgeprägt sind.

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Wenn Sie nun neugierig auf mehr sind, können Sie die Ergebnisse der Neugier-Studie 2018 als pdf einsehen oder Sie besuchen den interaktiven Neugier-Report.

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