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Heart-cut-GC Effizient und sensitiv Aromaverbindungen in Shiraz-Wein nachweisen

Autor / Redakteur: Guido Deußing* / Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Rotundon ist ein Schlüsselaroma des Shiraz-Weines. Die Kenntnis seiner Entstehung kann zur Optimierung des Weinanbaus wichtig sein. Grundlage hierfür ist ein effizientes Analyseverfahren: Das fanden Forscher in der Heart-cut-GC mit vorgeschalteter Membrane Assisted Solvent Extraction (MASE).

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Abb.1: Schematischer Ablauf der Membrane Assisted Solvent Extraction (MASE): Die Probe wird in einem 20-mL-Vial vorgelegt und mit einem MASE-Membraneinsatz versehen (links); Zugabe des Extraktionsmittels (mitte); Extrakt mit angereicherten Analyten wird zur Analyse entnommen (rechts)
Abb.1: Schematischer Ablauf der Membrane Assisted Solvent Extraction (MASE): Die Probe wird in einem 20-mL-Vial vorgelegt und mit einem MASE-Membraneinsatz versehen (links); Zugabe des Extraktionsmittels (mitte); Extrakt mit angereicherten Analyten wird zur Analyse entnommen (rechts)
(Bild: Gerstel)

Probieren geht über Studieren, heißt es. Das gilt auch beim Wein. Um einen edlen Tropfen von einem minderwertigen Rebensaft unterscheiden zu können, ist ein bisschen Studieren allerdings ganz nützlich. Mitreden wollen fängt beim Vokabular an: Weinexperten nennt man Önologen, Spezialisten für guten Geschmack Sommeliers. Und was fröhlichen Zechern die Weinprobe, zelebrieren Kenner klangvoll als Degustation. Diese stoßen allerdings an ihre Grenzen, wenn der Sinneseindruck allein nicht ausreicht, sondern beleg- und überprüfbare Aussagen über die Eigenschaften eines Weines getroffen werden sollen.

Fakten schafft die instrumentelle Analytik, im Fall des Weines, mit seinen Hunderten von flüchtigen aromaprägenden Inhaltsstoffen, die Gaschromatographie mit massenselektiver Detektion (GC/MS). Ihrer bedienten sich Tracey E. Siebert und Sheridan R. Barter vom Australischen Forschungsinstitut in Glen Osmond (Adelaide), Australien. Zur Grundlagenforschung wohl gemerkt und nicht, um die Sommeliers auf die Plätze zu verweisen. Sieberts und Barters Interesse galt der Antwort auf die Frage, wie Aromastoffe in der Traube entstehen, um Ansätze zu finden, den Anbau von Wein in puncto seines späteren Geschmacks und Buketts zu optimieren.