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Länderreport Schweiz

Eidgenössische Chemieindustrie

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Firmen zum Thema

Produktion/Branchenstruktur

Der jüngsten Betriebsstättenzählung des Bundesamts für Statistik zufolge bestanden 2008 in der Schweiz 642 Betriebe der chemischen Industrie mit 36 400 Beschäftigten sowie 206 Pharmaunternehmen mit 35 200 Mitarbeitern.

Knapp 2000 Firmen stellten mit 44 700 Angestellten Gummi- und Kunststoffwaren her. Der Chemie- und Pharmasektor ist einer der am stärksten wachsenden Bereiche der schweizerischen Industrie. Allein zwischen 1995 und 2010 wuchs die Produktion der Branche durchschnittlich um 14,3 Prozent jährlich. Der gesamte Wirtschaftszweig legte in dem Zeitraum lediglich um 2,9 Prozent pro Jahr zu.

Bildergalerie

Die inländische Bruttowertschöpfung des Chemie- und Pharmasektors betrug 2010 laut Credit Suisse 15 Milliarden Euro, die der Kunststoffindustrie zwei Milliarden Euro.

Die Chemiebranche der Schweiz ist stark außenwirtschaftsorientiert. Sie ist für mehr als ein Drittel der gesamten schweizerischen Exporte verantwortlich. Nahezu alle Ausgangsstoffe der chemischen und pharmazeutischen Industrie müssen jedoch importiert werden, mehr als 80 Prozent davon aus der EU. Die einheimischen Firmen konzentrieren sich auf Life-Science-Produkte. Darunter fallen insbesondere Pharmazeutika, Vitamine, Agrochemikalien sowie Diagnostika.

Außenhandel

Die Einfuhren chemischer Produkte in die Schweiz expandierten im Nachkrisenjahr 2010 kräftig und legten - in Euro gerechnet - auch im Zeitraum Januar bis November 2011 um 5,3 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode zu.

Besonders starke Zuwächse verbuchten Düngemittel (+9 Prozent) sowie medizinische und pharmazeutische Produkte (+7,2 Prozent). Mit einem Anteil von rund 50 Prozent waren medizinische und pharmazeutische Erzeugnisse erneut die mit Abstand wichtigste Importkategorie.

Mehr als ein Viertel der schweizerischen Chemieimporte stammte aus Deutschland. Damit belegte das Land wie schon in den Vorjahren den ersten Platz unter den wichtigsten Liefernationen vor Irland. Besonders hoch waren die deutschen Anteile in den Segmenten "Kunststoffe in anderen Formen als Primärformen" (SITC 58; 56 Prozent) sowie "Farbmittel, Gerbstoffe, Farben" (SITC 53; 46 Prozent).

Die schweizerischen Chemieexporte übertreffen die Branchenimporte bei Weitem. Die Ausfuhren beliefen sich im Gesamtjahr 2011 auf 60,5 Milliarden Euro. Das waren - nominal und auf Basis des Schweizer Franken - 1,7 Prozent weniger als 2010. Rund drei Viertel der Exporte entfielen auf medizinische und pharmazeutische Erzeugnisse. Zu dieser Teilbranche zählte mit den immunologischen Produkten auch das einzige Wachstumssegment der ganzen Branche (+4,4 Prozent zum Vorjahr).

Geschäftspraxis

Für Zollfragen und Einfuhrverfahren ist die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) zuständig. Informationen zu Normen und Standards in der Schweiz sind unter http://www.seco.admin.ch verfügbar.

Eine ausführliche Darstellung der Zulassungsverfahren für Humanarzneimittel in der Schweiz findet sich auf der Internetseite der zuständigen Behörde swissmedic. Für Farben und Lacke besteht eine Deklarationsverpflichtung.

Tabellen, Zahlen und weitere Fakten zur Chemieindustrie in der Schweiz finden Sie in der Bildergalerie des Artikels.

* Quelle: Germany Trade and Invest

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