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European Space Elevator Challenge Ein Aufzug bis ins Weltall

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Um Menschen und Material ins Weltall zu bringen, werden derzeit üblicherweise Raketen genutzt – eine kostspielige und gefährliche Variante. Aus diesem Grund suchen Experten nach Alternativen. Im September haben sich Wissenschaftler und Ingenieure in Garching getroffen und die ersten Vorversuche für einen Aufzug ins All durchgeführt.

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Der Gasballon wurde von Linde mit 64 Kubikmetern Helium gefüllt.
Der Gasballon wurde von Linde mit 64 Kubikmetern Helium gefüllt.
(Bild: Harald Wiese - Wiese Foto + Film)

Pullach – Weithin sichtbar schwebte vom 12. bis 15. September über dem Campus Garching der Technischen Universität München ein großer weißer Gasballon. Dahinter verbarg sich nicht, wie sich vermuten ließe, eine Werbeaktion. Tatsächlich war der heliumgefüllte Ballon Teil eines wissenschaftlichen Projekts: Unterstützt von Linde, zeigten junge Wissenschaftler und Ingenieure im Rahmen der „European Space Elevator Challenge“, wie sie sich in Zukunft den Transport in den Weltraum vorstellen: Mensch und Material sollen per Fahrstuhl ins All gebracht werden.

Ein Aufzug ins All ist theoretisch machbar

Mit der Einführung eines Weltraumaufzugs ließen sich im Vergleich zu den bislang erforderlichen Raketen enorme Kosten einsparen. Und theoretisch wäre das tatsächlich machbar, sind die Mitglieder der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft für Raketentechnik und Raumfahrt (WARR) an der Technischen Universität München überzeugt. Praktisch fehlt es momentan jedoch noch an geeignetem Material für das Aufzugsseil, das den extremen Belastungen Stand halten könnte. Doch entsprechende Ideen existieren: Mehrere Teams aus Deutschland und Japan traten bei der von der WARR organisierten „European Space Elevator Challenge“ mit ihren Aufzügen gegeneinander an, um die beste Technik zu ermitteln.

64 Kubikmeter Helium befördern ein Aramidseil in die Höhe

Bis ins Weltall ging es zwar nicht, aber doch ziemlich hoch hinaus. Denn die so genannten Climber mussten an einem Seil aus Aramid bis auf eine Höhe von 100 Metern klettern. Befestigt war das Seil an einem Ballon – gefüllt mit 64 Kubikmetern Helium. Das Edelgas hatte der Industriegasehersteller Linde kostenlos zur Verfügung gestellt. Ehrensache, denn schließlich wurde das Unternehmen mit Carl von Linde selbst von einem echten Visionär gegründet. Um das Ziel zu erreichen, wurden unterschiedlichste Systeme eingesetzt. Der von der WARR ins Rennen geschickte Climber beispielsweise wird von einem Elektromotor angetrieben und beschleunigt in einer Dreiviertelsekunde von null auf hundert.

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