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Power-to-Methan

Electrochaea entwickelt mikrobielle Zelle zur einstufigen Elektrosynthese

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Electrochaea entwickelt im Rahmen des ZIM-Kooperationsnetzwerkes Use CO2 eine mikrobielle elektrochemische Zelle zur Umwandlung von Strom und Kohlenstoffdioxid in speicherfähiges und vielfältig nutzbares Methan in nur einem Prozessschritt. Auf diese Weise kann die Effizienz der biologischen Power-to-Gas-Technologie nochmals deutlich gesteigert und somit die Kosten weiter gesenkt werden.

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Das Electrochaea-Labor in der Nähe von München
Das Electrochaea-Labor in der Nähe von München
(Bild: Fotograf: Marek Vogel © Electrochaea)

München, Berlin – Bislang erfolgt die Methanisierung in zwei Produktionsschritten. Dies soll sich jetzt durch eine einstufige Elektrosynthese ändern. Electrochaea verwendet für die Technologie spezifische Mikroorganismen, sogenannte methanogene Archaeen, als Biokatalysator. Sowohl für diese äußerst robusten und leistungsfähigen Archaeen, als auch für das funktionelle Design der mikrobiellen elektrochemischen Zelle zur Umwandlung von Strom in alternative Energiequellen, hält Electrochaea die exklusiven Lizenzen an Patenten der Universität Chicago.

Erneuerbares Methan hat gegenüber anderen Speichergasen deutliche Vorteile: Das Methan wird von Electrochaeas Archaeen in gleichbleibend hoher Netzqualität erzeugt und kann ohne kostenaufwendige Aufbereitung zum Transport und zur Speicherung in die bereits bestehende Erdgasinfrastruktur eingespeist werden. Gleichzeitig wird durch das Verfahren freigesetztes CO2 aus industriellen Quellen gebunden und trägt somit zu einer Verbesserung der CO2-Bilanz bei. Auch Erdgasnetzbetreiber sehen in der Einspeisung von erneuerbarem Methan eine Möglichkeit, die CO2-Bilanz von Erdgas zu verbessern und die Gasinfrastruktur für ein CO2-neutrales Gas zu nutzen.

„Mit Electrochaea haben wir eines der führenden Unternehmen dieser Branche in unserem Netzwerk, das bereits gezeigt hat, wie man Power-to-Gas-Technologien erfolgreich zur Marktreife führt. Die Entwicklung einer Zelle für die mikrobielle Elektrosynthese ist ein bahnbrechender und wichtiger nächster Schritt“, sagt Prof. Haralabos Zorbas, Geschäftsführer des Industriellen Biotechnologie Bayern Netzwerkes und Koordinator des Use CO2-Netzwerkes. In dem Kooperationsnetzwerk arbeiten Partner aus Industrie und Akademie unter dem Management des IBB Netzwerks an dem gemeinsamen Ziel, CO2 anstatt Erdöl, Kohle oder Erdgas als Ausgangsstoff für verschiedenste Produkte einzusetzen. CO2 soll als nachhaltige Kohlenstoffquelle genutzt werden, um daraus zum Beispiel Basis- und Spezialchemikalien oder Kraftstoffe zu produzieren.

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