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Elektronisches Mindesthaltbarkeitsdatum Elektronisches Mindesthaltbarkeitsdatum reagiert auf Temperaturänderungen

| Redakteur: Olaf Spörkel

Forscher aus Münster haben ein elektronisches Mindesthaltbarkeitsdatum entwickelt, das auf Änderungen der Lagertemperatur reagiert und seine Anzeige anpasst.

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Das elektronische Mindesthaltbarkeitsdatum berücksichtigt Zeit und Temperatur und kann den Verbraucher vor bösen Überraschungen schützen.
Das elektronische Mindesthaltbarkeitsdatum berücksichtigt Zeit und Temperatur und kann den Verbraucher vor bösen Überraschungen schützen.
( Bild: WWU – Grewer )

Münster – Wird die Kühlkette beim Transport von Lebensmitteln unterbrochen, sieht der Kunde bislang nichts von diesem Verstoß, zumindest nicht im Supermarkt. Erst nach dem Öffnen der Verpackung könnte eine böse Überraschung auf ihn warten. Ein neues elektronisches Mindesthaltbarkeitsdatum in Form eines Chips berücksichtig neben der Lagerzeit nun auch die Temperatur und gibt dem Verbraucher eine wesentlich genauere Auskunft als ein aufgedruckter Stempel. Nach Aussage von Prof. Dr. Meinhard Knoll vom Institut für Physikalische Chemie der Universität Münster, dem Entwickler des Plastikchips könnte der Kunde bereits im Supermarkt erkennen, wenn ein Produkt nicht mehr ganz frisch ist, auch wenn es rein rechnerisch noch haltbar sein sollte.

Der Chip, PolyTaksys genannt, ist eine physikalisch-chemische Uhr. Das System basiert auf einem elektrisch leitfähigen Polymer, das abhängig von der Temperatur und Zeit, die seit der Systemaktivierung verstrichen ist, seine Farbe ändert. „Die Herstellungskosten würden bei entsprechender Stückzahl bei einem bis zu fünf Cent pro Chip liegen“, sagt Prof. Knoll.

Aktiviert wird PolyTaksys, indem der Plastikstreifen vor dem Aufkleben auf die Verpackung an der Unterseite befeuchtet wird. „In einer organo-elektronischen Schicht wandert dann eine Dotierungsfront mit einer Geschwindigkeit von einigen Nanometern pro Sekunde“, erklärt Prof. Knoll. Die wandernde Front wird durch die Wanderung von positiven oder negativen Ladungen durch die Schicht verursacht. Mit der Front ändern sich die Materialeigenschaften, was durch das Wachsen eines farbigen Balkens sichtbar wird.

Der Mechanismus beruht auf einer speziellen Form der Diffusion, die eine scharfe Farbfront erzeugt. Normalerweise sind die Grenzen bei einer Diffusion eher verwaschen. Da der physikalische Effekt der Diffusion temperaturabhängig ist und sich bei höherer Temperatur verstärkt, läuft die „PolyTaksys“-Uhr dann schneller.

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