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Digitalisierung Elf Fallen auf dem Weg in die digitale Zukunft

| Autor/ Redakteur: Torsten Thau* / Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Was haben Digitalisierung und das erste Date gemeinsam? Vor beidem haben viele Leute Angst, obwohl sie wissen, dass es ein wichtiger Schritt für eine gelungene Zukunft ist. Und tatsächlich kann beim Digitalisieren wie beim Rendezvous einiges schief gehen.

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Der Weg in die digitale Zukunft – welche Fallen uns hier gestellt werden können und wie wir diese am besten lösen.
Der Weg in die digitale Zukunft – welche Fallen uns hier gestellt werden können und wie wir diese am besten lösen.
(Bild: gemeinfrei / CC0)

Erste Dates hatte ich nicht ganz so viele, aber Digitalisierungsprojekte habe ich mit meinem Team inzwischen mehr als hundert geplant und durchgeführt. In den meisten Fällen mit großem Erfolg. Mittlerweile kennen wir die größten Fallen, die auf dem Weg der digitalen Transformation lauern. Hier sind die elf häufigsten:

1. Wer ohne klares Ziel loslegt, scheitert.

Grundlage für jedes Projekt sind klar definierte Ziele. Diese müssen möglichst präzise bestimmt werden auch bei agilen Vorhaben. Erst dann können aus den Anforderungen Lösungen erarbeitet werden. Um möglichst klare Abgrenzungen zu schaffen, gilt es nicht nur die Ziele, sondern auch die Nicht-Ziele zu benennen.

2. Die IT-Abteilung darf nicht allein verantwortlich sein.

Bei einem Projekt muss geklärt werden, wer die Verantwortung trägt. Meist ist die IT-Abteilung verantwortlich. Ohne Rückhalt aus der Chefetage geht es jedoch nicht. Gerade in Branchen, die originär nichts mit IT zu tun haben, wie zum Beispiel Medizin oder auch fertigende Industrie, werden die IT und deren Innovationsvorschläge oft eher als lästige Kostenstellen gesehen. Dabei ist eine funktionierende IT das Rückgrat eines jeden Unternehmens.

3. Ohne gesunden Menschenverstand und Empathie geht es nicht.

Es geht immer um Menschen. Man sagt Informatikern ja oft nach, sie seien gefühlsarme, analytische Maschinen. Dabei besteht nur etwa die Hälfte unserer Arbeit aus Fachwissen, die andere Hälfte ist Kommunikation und zwischenmenschliche Problemlösung. Nur mit einem hohen Maß an Empathie und gesundem Menschenverstand, ist es möglich, sich in die Rolle aller Stakeholder hineinzudenken und sinnvolle Lösungen herbeizuführen.

4. Sorgen und Ängste müssen ernst genommen werden.

Oft haben Mitarbeiter Angst, dass ihr Arbeitsplatz durch Software ersetzt wird. In den allermeisten Fällen ist dies unbegründet. Es ist extrem wichtig, mit den Leuten zu reden und ihre Bedenken ernst zu nehmen. Und: Projekte sind besonders erfolgreich, wenn auch Wünsche und Ideen von nicht-IT-affinen Anwendern wie z. B. Handwerkern oder Facharbeitern eingearbeitet werden.

5. Durch die Digitalisierung ändert sich die Arbeit, aber sie wird nicht weniger.

Die Arbeit wird durch die Digitalisierung nicht immer weniger, aber immer anders. Eher selten fällt tatsächlich direkt und kurzfristig weniger Arbeit an. Die Dokumentation wird verbessert, Wissensaufbau und -verwertung werden optimiert. Diese Art von Knowledge Management ist die Basis für eine anschließende Auswertung der Daten, zum Beispiel durch künstliche Intelligenz, und somit auch für langfristigen Erfolg.

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