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LABORPRAXIS-Newsticker Biotech-Branche verzeichnet hohe Investments

| Aktualisiert am 18.01.2022Quelle: dpa

Aktuelle Nachrichten aus der Laborbranche, Entdeckungen aus den Naturwissenschaften, Meldungen aus der Pharmaindustrie, der Energiepolitik und weitere branchenrelevante News finden Sie hier im LABORPRAXIS-Newsticker. Der Beitrag wird fortlaufend aktualisiert.

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Aktuelle Nachrichten aus Labortechnik, Pharmaindustrie und den Naturwissenschaften
Aktuelle Nachrichten aus Labortechnik, Pharmaindustrie und den Naturwissenschaften
(Bild: ©viperagp - stock.adobe.com)

18. Januar

Berlin (dpa) 11:00 Uhr – Biotech-Branche verzeichnet hohe Investments

Die deutsche Biotech-Branche hat im vergangenen Jahr relativ viel Geld von Investoren bekommen. Mit rund 2,3 Milliarden Euro sei 2021 das zweitstärkste Jahr bei der Finanzierung gewesen, teilte der Branchenverband BIO Deutschland am Dienstag in Berlin mit. Nur im Corona-Krisenjahr 2020 habe man mit etwa 3 Milliarden Euro höhere Investments verzeichnet. Demnach warben private Biotech-Firmen im vergangenen Jahr rund 851 Millionen Euro Wagniskapital ein. Kapitalerhöhungen von börsennotierten Unternehmen beliefen sich zudem auf rund 748 Millionen Euro. Börsengänge, allesamt an der US-Technologiebörse Nasdaq, trugen 694 Millionen Euro bei.

In einer Verbandsumfrage zeigten sich viele Unternehmen optimistisch. 64 Prozent der Befragten halten demnach ihre Geschäftslage für gut, 52 Prozent erwarten eine Verbesserung. Der Einfluss der Pandemie auf die Geschäfte sank. Noch 33 Prozent gaben an, dass die Corona-Krise 2021 einen Einfluss hatte, 16 Prozent erwarten das dieses Jahr. Hingegen wollen mehr Firmen ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung steigern sowie Personal aufbauen.

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17. Januar

Chalampé (dpa) *17:08 Uhr – Chemiekonzern BASF errichtet neue Anlage im Elsass

Der Chemiekonzern BASF will eine neue Anlage im Elsass errichten und seine Tätigkeiten im südbadischen Freiburg ausbauen. In der geplanten elsässischen Anlage in Chalampé soll das Kunststoffvorprodukt Hexamethylendiamin (HMD) hergestellt werden, wie der Dax-Konzern am Montag in Ludwigshafen mitteilte. Die Anlage soll demnach 2024 in Betrieb gehen. In Freiburg wolle man die Polyamid-6.6-Produktion ausbauen. HMD ist ein Vorprodukt für die Herstellung von Polyamid 6.6-Kunststoffen und Lackrohstoffen, erklärte BASF. Diese würden beispielsweise in der Autoindustrie und zur Herstellung von Spezialfasern eingesetzt.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron war am Montag nach Chalampé unmittelbar an der Grenze zu Deutschland gereist. BASF investiere dort 300 Millionen Euro und stelle damit erneut Vertrauen in Frankreich unter Beweis, schrieb er auf Twitter. Dank der neuen Anlage würden 60 Arbeitsplätze in der Region geschaffen.

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Leverkusen (dpa) 12:05 Uhr – Chemiekonzern Covestro will grünen Wasserstoff aus Australien kaufen

In seinen Werken in Asien, Nordamerika und Europa will der Chemiekonzern Covestro künftig umweltfreundlich produzierten Wasserstoff aus Australien einsetzen. Geplant ist eine langfristige Liefervereinbarung mit dem australischen Hersteller Fortescue Future Industries (FFI), wie Covestro am Montag in Leverkusen mitteilte. Die Unternehmen hatten sich zuvor auf eine unverbindliche Absichtserklärung geeinigt, die in eine «umfassendere strategischen Partnerschaft» münden soll. FFI gehört zum australischen Bergbaukonzern Fortescue Metals Group.

Die Lieferungen von FFI könnten sich auf bis zu 100 000 Tonnen grünem Wasserstoff und Wasserstoffverbindungen wie etwa Ammoniak pro Jahr belaufen. Erste Lieferungen soll es 2024 geben. Zum Vergleich: Die deutsche Chemieindustrie benötigt nach Angaben des Branchenverbandes VCI jährlich gut eine Million Tonnen Wasserstoff, hieß es 2020 in einem Positionspapier.

15. Januar

Karlsruhe (dpa) 5:31 Uhr – „Elektronische Nase“ erschnüffelt unterschiedliche Minzdüfte

Bei der Unterscheidung bestimmter Pflanzen soll künftig eine „elektronische Nase“ helfen. Diese könnte dann zum Beispiel Fälschungen teurer Teesorten entlarven, sagte Christof Wöll vom Institut für Funktionale Grenzflächen am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Auch ein Aufsatz für Smartphones sei denkbar, so dass man bei der Suche nach Pflanzen in der Natur den richtigen Riecher dabei habe. „Das Mobiltelefon dient dann als Rechenzentrum.“ Als weitere mögliche Anwendungen nennen die Forschenden medizinische Diagnostik und die Qualitätskontrolle in der Pharmazie.

Duftstoffe sollen sich auf der Oberfläche von zwölf speziellen Sensoren aus je zwei Elektroden mit einem Quarzkristall ablagern. Dadurch ändere sich deren sogenannte Resonanzfrequenz; aus den Daten entstehe eine Art Fingerabdruck des jeweiligen Duftes. Die Materialien für die Sensoren wurden den Angaben zufolge unter anderem am KIT entwickelt und sind hochporös, so dass sie wie ein Schwamm viele Moleküle aufnehmen können. Eine Kombination unterschiedlicher Materialien bilde quasi ein neuronales Netzwerk. Im Vergleich dazu habe die menschliche Nase rund 350 verschiedene Rezeptortypen, sagte Professor Wöll. Damit könne man theoretisch etwa 100 000 verschiedene Gerüche unterscheiden. Hunden gelinge das bei rund einer Million Gerüchen, sagte der Physiker. „Unser Ziel ist es, den Menschen zu schlagen und an den Hund ranzukommen.“

Mainz/Berlin (dpa/lrs) *3:35 Uhr – Mainz bekommt neues Helmholtz-Zentrum für Alternsforschung

Biochemie, Medizin und Psychologie nehmen verstärkt die letzte Lebensphase in den Blick. Demnächst wird die Alternsforschung am Forschungsstandort Mainz weiter ausgebaut. Die Bundesregierung hat sich in ihrem Koalitionsvertrag vorgenommen, „mit zusätzlichen Mitteln ein neues Forschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft für Alternsforschung (zu) errichten“.

In einem ersten Schritt soll nun zusammen mit Expertinnen und Experten sowie der Helmholtz-Gemeinschaft analysiert werden, „wie genau der Bereich der Alternsforschung in Deutschland noch weiter gestärkt und die bereits vorhandene vielfältige Expertise in diesem Bereich sinnvoll ergänzt werden kann“, wie ein Sprecher des Forschungsministeriums in Berlin erklärte. Erst danach könnten Fragen der Finanzierung und anderer Details „in einem wissenschaftsgeleiteten Wettbewerb konkretisiert werden.“ Erste Gespräche zu dem Projekt haben begonnen. Aber es dauert noch etwas, bis das neue Forschungszentrum Gestalt annimmt.

14. Januar

Brüssel (dpa) *14:57 Uhr – Farbstoff Titandioxid künftig im Essen verboten

Kaugummis, Süßigkeiten und andere Lebensmittel müssen in Zukunft ohne den weit verbreiteten weißen Farbstoff Titandioxid auskommen. Die EU-Kommission hat am Freitag ein Verbot für den Zusatzstoff in Lebensmitteln wegen möglicher Krebsrisiken erlassen. Es tritt den Angaben zufolge in sechs Monaten in Kraft. „Mit dem heutigen Verbot entfernen wir einen Lebensmittelzusatzstoff, der nicht mehr als sicher gilt“, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides.

Der als E171 bekannte Stoff kommt auch in Backwaren, Suppen und Salatsoßen vor. Die EU-Kommission hatte ihren Vorschlag im vergangenen Frühjahr auf Grundlage einer überarbeiteten Empfehlung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) vorgelegt.

Die EU-Staaten hatten dem Verbot bereits zugestimmt.

Berlin (dpa) *14:27 Uhr – Studie: Medikamenten-Rückstände im Abwasser verursachen hohe KostenRückstände eines Schmerzmittelwirkstoffs im Abwasser könnten einer Studie zufolge Reinigungskosten von 1,5 Milliarden Euro innerhalb von 30 Jahren verursachen. Bei dem Wirkstoff handelt es sich um Diclofenac, der allein für 22,4 Prozent der schädlichen Stoffe im Abwasser steht, wie aus einer von dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in Auftrag gegebenen Untersuchung hervorgeht. Diclofenac sei in 129 Präparaten von 42 Herstellern in Deutschland zu finden.

Laut BDEW wird der Medikamentenverbrauch wegen der alternden Gesellschaft bis 2045 um bis zu 70 Prozent steigen. Dadurch könne die Verschmutzung des Abwassers durch Rückstände von Medikamenten erheblich zunehmen. Die Folge seien zusätzliche Kosten von insgesamt 5,85 Milliarden Euro innerhalb von 30 Jahren, weil dann weitere Reinigungsstufen für Kläranlagen eingeführt werden müssten. Die Kosten sollen nicht die Verbraucher belasten, deshalb schlägt der BDEW die Einführung eines Fondsmodells vor: Dabei werden die Hersteller von Medikamenten sowie anderen eingetragenen Stoffen an der Finanzierung der zusätzlichen Reinigungsstufe beteiligt. Das Abwasser in den Kläranlagen wird gereinigt und gelangt dann in Flüsse und Seen. Insgesamt seien 95 Prozent aller schädlichen Stoffe, die im Abwasser in Kläranlagen im Untersuchungsgebiet in Nordrhein-Westfalen zu finden waren, auf zehn Stoffe zurückzuführen.

Hier geht es zum Gutachten zur Umsetzbarkeit der Fonds-Lösung zur Finanzierung der Spurenstoff-Elimination in Kläranlagen.

13. Januar

Düsseldorf (dpa) *8:29 Uhr – Verband: Labore stoßen bei PCR-Tests an Kapazitätsgrenzen

Die Medizinlabore in Deutschland nähern sich nach Angaben eines Branchenverbands in der Corona-Krise zunehmend den Grenzen ihrer Auslastung. „Die hohen Infektionszahlen gehen mit vielen Tests einher. Weil derzeit kaum priorisiert wird bei PCR-Tests, stoßen die Labore in Deutschland zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen“, sagte der Vorsitzende des Verbands Akkreditierte Labore in der Medizin, Michael Müller, der „Rheinischen Post“ (Donnerstag). Das sei für Kranke und Krankenhäuser kritisch.

„Daher ist es zwingend, dass insbesondere die Arztpraxen und Testzentren dazu angehalten werden, sich an der Nationalen Teststrategie auszurichten“, forderte Müller. Bei knappen Kapazitäten müssten PCR-Tests entsprechend den dortigen Empfehlungen erfolgen. „Dass man sich bald aus der Quarantäne freitesten lassen kann, wird unweigerlich zu einem Mehraufwand der Labore führen.“ Von Bundesregierung und Länder habe es keine Prognosen gegeben, „auf wie viel mehr Tests wir uns einstellen müssen“. „Die Labore werden dem Ansturm nun weitgehend unvorbereitet begegnen müssen.“

Am Dienstag hatte der Verband die Auslastung der Testkapazität noch auf 64 Prozent beziffert. Zur Diskussion über Kapazitätsengpässe sagte Müller einer Mitteilung zufolge: „Die Belastung in den Laboren ist zwar erheblich, aber ich sehe keinen Grund für zu große Sorgen.“ Vielmehr komme es bei zunehmendem Testgeschehen und begrenzten Testkapazitäten darauf an, die Teststrategie tatsächlich umzusetzen.

11. Januar

Mainz (dpa) *20:38 Uhr – Biontech und Pfizer produzieren an Omikron angepassten Impfstoff

Das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer haben mit der Produktion eines an die Omikron-Variante angepassten Corona-Impfstoffs für eine spätere kommerzielle Nutzung begonnen. Das teilte Biontech-Chef Ugur Sahin am Dienstag auf einer Gesundheitskonferenz der US-Bank J.P. Morgan mit. Ende Januar werde eine klinische Studie zu dem Impfstoff beginnen.

„Wir gehen davon aus, dass wir bis März für eine Belieferung des Marktes bereit sind, wenn die behördlichen Genehmigungen vorliegen.“ Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat bislang noch nicht erklärt, ob sie einen an Omikron angepassten Impfstoff mit einer anderen Zusammensetzung als bei dem derzeit verwendeten Vakzin für notwendig hält.

Für das Jahr 2022 gehen Biontech und Pfizer von einer Produktionskapazität von bis zu vier Milliarden Impfstoff-Dosen weltweit aus. „Wir erwarten, dass auch im Jahr 2022 eine starke Nachfrage nach unserem Impfstoff besteht“, sagte Sahin in seinem Online-Auftritt.

Im vergangenen Jahr haben Biontech und Pfizer den Angaben zufolge weltweit rund drei Milliarden Impfstoff-Dosen hergestellt. Der Marktanteil wurde für Dezember 2021 auf 80 Prozent in Europa und 74 Prozent in den USA geschätzt. Für das Geschäftsjahr 2022 schätzt Biontech den Umsatz allein durch den Corona-Impfstoff auf 13 bis 17 Milliarden Euro, für das Geschäftsjahr 2021 auf 16 bis 17 Milliarden. Diese Summe entspricht der Anfang November vorgelegten Umsatzprognose für 2021. Die Zahlen für das vierte Quartal liegen noch nicht vor.

München (LMU) *8:58 Uhr – Vier neue ERC-Grants an der LMU

Vier Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler verschiedener Disziplinen haben mit der Ludwig-Maximilians-Universität München(LMU) je einen Starting-Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) für ihre Forschung eingeworben. Erfolgreich waren Projekte aus Astrophysik, Evolutionsbiologie, Pharmazeutischer Chemie und Geographie. Die Projektförderung beträgt jeweils etwa 1,5 Millionen Euro. Sie wird anhand der wissenschaftlichen Exzellenz der Antragsteller sowie des beantragten Projekts vergeben und zählt zu den angesehensten Forschungsförderungen in Europa. Weitere Infos zu den vier Projekten gibt es auf der Seite der LMU.

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