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Branchenstudie Chemicals 2030 Entwicklungsszenarien für die globale Chemieindustrie bis 2030

| Redakteur: Marion Henig

Trotz Verdoppelung des Marktvolumens kämpft die Chemieindustrie gegen sinkende Wachstumsraten und Gewinnmargen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Chemicals 2030“ von Roland Berger. Lesen Sie hier, welche weitere Branchentrends die Strategieberatung ausmacht und welche Szenarien denkbar sind.

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In der Studie Chemicals 2030 hat Roland Berger einen qualitativen und quantitativen Ausblick auf Industrietrends, Nachfrageveränderungen und rivalisierende Strategien entwickelt, die künftig Wachstum und Gewinn in der Chemiebranche bestimmen werden. (Bild: Roland Berger)
In der Studie Chemicals 2030 hat Roland Berger einen qualitativen und quantitativen Ausblick auf Industrietrends, Nachfrageveränderungen und rivalisierende Strategien entwickelt, die künftig Wachstum und Gewinn in der Chemiebranche bestimmen werden. (Bild: Roland Berger)

München – In der neu veröffentlichten Studie „A Different World – Chemicals 2030“ hat die Strategieberatung Roland Berger die globale Chemiebranche untersucht. Demnach werde der Markt für Chemieerzeugnisse bis 2030 auf rund fünf Billionen Euro anwachsen und sich damit mehr als verdoppeln. Gleichzeitig werde sich die Branche mit wichtigen Trends auseinander setzen müssen, die Gewinnmargen und Wachstumsraten dämpfen: Der zunehmende Wettbewerb aus Asien, die wichtige Rolle der Nachhaltigkeit, die immer kürzeren Lebenszyklen der Chemieprodukte und das Problem der Rohstoffversorgung beeinflussen den Markt. Laut Studie werden 2030 Unternehmen aus verschiedenen Chemiesektoren in hartem Wettstreit um ein zusätzliches Marktvolumen von mehr als einer Billion Euro stehen.

Wachstum verlagert sich weiter nach Asien

„Vor allem die NAFTA-Länder und Westeuropa werden nur noch ein jährliches Wachstum von gerade mal zwei Prozent erleben“, kündigt Alexander Keller, Partner der Strategieberatung Roland Berger, an. „Die am stärksten wachsenden Länder bleiben China und Indien. Das wird zu einer großen Gewichtverschiebung in Richtung Asien führen.“

Ein Trend, der sich laut Studie schon jetzt deutlich abzeichnet: Zur Zeit stammen 43 Prozent des weltweiten Marktvolumens der Chemiebranche in Höhe von zwei Billionen Euro aus Asien. „Vor allem Kunststofferzeugnisse und Spezialderivate bieten hervorragende Wachstumschancen auf dem asiatischen Markt“, erklärt Keller. „Bedingt durch die steigende Nachfrage nach Chemieprodukten in Asien, wird sich daher auch die Produktion zunehmend in diese Länder verschieben.“

Umweltanforderungen und Rohstoffversorgung als große Herausforderungen

Des weiteren werden Nachhaltigkeitsaspekte eine Rolle spielen: In fast allen Branchensegmenten erwartet Roland Berger höhere Produktionskosten durch gesetzliche Rahmenbedingungen mit besonderer Berücksichtigung der Umweltanforderungen.

Auch stellt das Problem der Rohstoffversorgung und der steigenden Preise eine erhebliche Herausforderung für die weltweite Chemieindustrie dar: „Unternehmen, die einen leichten Zugang zu den kritischen Rohstoffen haben, können sich in Zukunft einen sehr großen Wettbewerbsvorteil sichern. Denn sie sind eher in der Lage, ihre Produktionskosten in Grenzen zu halten. Das ist ein wichtiger Aspekt in der Marktstrategie der Hersteller von Grundchemieerzeugnissen“, erläutert Keller.

Starker Wettbewerb bei Spezialchemie

Unternehmen, die auf Spezialchemiesegmente wie Duft- und Geschmacksstoffe spezialisiert sind, müssen sich eher gegen Mitbewerber mit großen Markennamen, umfassendem Kundenportfolio oder innovativen Produkttechnologien behaupten. „In diesem spezialisierten Marktsegment findet der harte Wettbewerb – bedingt durch die starke Kundenorientierung – vor allem auf lokaler Ebene statt – allen voran in Asien“, so Keller. „Außerdem würden sich asiatische Investoren immer öfter an Firmenübernahmen in den westlichen Ländern beteiligen, um sich einen leichten Zugang sowohl zu ihren Technologien als auch zu ihrer Kundschaft zu sichern.“

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