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Bio-Labore Evonik investiert 1,7 Millionen Euro in neue Bio-Labore

Redakteur: Doris Popp

Evonik Industries stärkt die strategische Forschung und investiert rund 1,7 Millionen Euro in die Biotechnologie-Forschung am Standort Marl. Es entstehen zwölf neue Arbeitsplätze.

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Evonik Industries investiert in die strategische Forschung am Standort Marl.
Evonik Industries investiert in die strategische Forschung am Standort Marl.
(Bild: Evonik Industries)

Marl – Die Creavis, als strategische Forschungs- und Entwicklungseinheit von Evonik, baut im Science-to-Business Center (S2B) Biotechnologie zwei weitere Bio-Labore, die für Forschungsprojekte genutzt werden. Die Inbetriebnahme der neuen Labore ist für den Herbst dieses Jahres vorgesehen. Mit den beiden neuen Bio-Laboren mit einer Fläche von rund 400 m2 wächst die gesamte Laborfläche im S2B Biotechnologie auf mehr als 1100 m2.

„In der so genannten Weißen Biotechnologie nutzt die chemische Industrie die Biologie in technischen Prozessen“, erklärt Dr. Thomas Haas, Leiter des S2B-Center Biotechnologie. Denn Bakterien, Schimmelpilze und Hefen sind geniale Chemiker. Auf engstem Raum managen sie in ihren Zellen hochkomplexe Prozesse. Ihr Stoffwechsel verwandelt Rohstoffe wie Zucker und Fette in viele andere Substanzen. Die Mikroorganismen reichern diese Produkte in ihren Zellen an oder schleusen sie als „molekularen Abfall“ nach außen. „Und genau diese Genialität der Bakterien machen wir uns zunutze“, so Haas weiter. Mithilfe der Biotechnologie entwickelt Evonik neue Produkte, macht Herstellungsprozesse effizienter und nachhaltiger und nutzt nachwachsende Rohstoffe wie Stärke und Zucker beispielsweise aus Mais oder Weizen für die Herstellung von Industriechemikalien, Additiven, Polymeren und Konsumgütern. Bereits heute stellt Evonik Futtermittelaminosäuren wie L-Lysin, L-Threonin und L-Tryptophan großtechnisch her.

In den neuen Bio-Laboren in Marl sollen die Wissenschaftler für Evonik unter anderem ausloten, ob und wie sich Pflanzenreststoffe als alternative Rohstoffquellen nutzen lassen. Ziel ist es, mithilfe der Weißen Biotechnologie solche alternativen Rohstoffquellen direkt in Spezialchemikalien umzusetzen. Die Industrie würde dadurch bei der Nutzung möglicher Rohstoffquellen flexibler. In Zukunft sollen so beispielsweise Hochleistungskunststoffe oder Waschmittelzusatzstoffe flexibel hergestellt werden.

Nach einem neuen Herstellweg für knapper werdende pflanzliche, tropische Öle und Fette wird in einem weiteren Projekt gesucht. Mikroorganismen sollen den Rohstoff Zucker in die gewünschten Öle und Fette verwandeln. Solche Fette und Öle finden Verwendung zum Beispiel in verschiedenen kosmetischen Formulierungen oder können als Polymerbaustein oder Polymeradditiv verwendet werden.

Im Science-to-Business Center Biotechnologie der Creavis forschen Experten verschiedener Disziplinen seit Januar 2007 an Themen der Weißen Biotechnologie. Ziel ist es, für heutige chemische Prozesse von Evonik neue biotechnologische Verfahren und Produkte für die Zukunft zu erarbeiten. Im Vergleich zu chemischen Prozessen zeichnen sich biotechnologische Verfahren insbesondere durch geringere Investitionskosten aus. Dies bedeutet, mehrstufige Produktionsschritte werden beispielsweise in einer einzelnen Bakterienzelle abgebildet, der „mikrobiellen Zellfabrik“. Der Einsatz nachwachsender Rohstoffe wie zum Beispiel Zucker oder Pflanzenreststoffe verringert darüber hinaus die Abhängigkeit von den petrochemischen Rohstoffen und sichert dadurch den Rohstoffzugang. In der Vergangenheit wurden bereits Prozesse zur Herstellung von Hochleistungskunststoffen aus Glukose und pflanzlichen Ölen entwickelt. In den neuen Laboren liegt der Schwerpunkt u.a. in der Erforschung der Nutzung alternativer Rohstoffquellen, wie Holzresten, Stroh, Bagasse und Industrieabgasen.

Die Creavis ist die strategische Forschungs- und Entwicklungseinheit der Evonik und befasst sich mit neuen nachhaltigen Geschäften, zukunftsweisenden Technologieplattformen und wachsenden Märkten. Neben dem Science-to-Business Center Biotechnologie arbeiten Forscher in Marl außerdem im Science-to-Business Center Eco² an den Themen Energieeffizienz und Klimaschutz. Das Advanced Projekthaus „Light & Electronics“ in Taiwan beschäftigt sich mit neuen Produkten und Technologien für die Fotovoltaik-, Display-, LED- und Beleuchtungsindustrie. Außerdem gibt es besondere Aktivitäten zu den Themen Corporate Foresight, Life Cycle Management und Photovoltaik. Bei der Creavis arbeiten rund 130 Mitarbeiter, davon 45 Personen im S2B Biotechnologie.

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