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Auszeichnung Experte der organischen Katalyseforschung ausgezeichnet

| Redakteur: Doris Popp

Frank Glorius, Professor für Organische Chemie an der Universität Münster erhält einen Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Die Auszeichnung ist mit je 2,5 Millionen Euro dotiert.

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Prof. Dr. Frank Glorius von der Universität Münster wird mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis 2013 ausgezeichnet.
Prof. Dr. Frank Glorius von der Universität Münster wird mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis 2013 ausgezeichnet.
(Bild: WWU, Peter Grewer)

Münster – Mit dem Preis zeichnet die DFG hervorragende Wissenschaftler für herausragende Leistungen aus. Die insgesamt elf Leibniz-Preise 2013 werden am 19. März 2013 in Berlin verliehen.

Den Chemiker Frank Glorius stuft die DFG als einen der „weltweit bedeutendsten Experten“ in der Organischen Katalyseforschung ein. Dies gelte speziell für die schwierige Aktivierung von C-H-Bindungen. Mit diesen könnten gezielt Bindungen zwischen Kohlenstoffatomen erzeugt werden, was für den Aufbau komplexer organischer Moleküle essenziell sei. Frank Glorius habe unter anderem mit seiner Anwendung der C-H-Aktivierung für die Synthese von heterozyklischen Verbindungen Pionierarbeit geleistet. Auch seine Forschungen zur Verwendung der so genannten „N-heterozyklischen Carbenliganden“ in der Organokatalyse wiesen Frank Glorius als absolute Ausnahmeerscheinung auf seinem Gebiet aus. Die DFG betont, Frank Glorius habe bereits jetzt Bahnbrechendes geleistet, dürfte den Höhepunkt seiner Produktivität aber sogar noch vor sich haben.

Weitere Informationen zu Prof. Dr. Frank Glorius

Prof. Dr. Frank Glorius hat mit dem Leibniz-Preis nicht zum ersten Mal eine besonders renommierte Auszeichnung erhalten. Bereits im Jahr 2010 erhielt er den prestigeträchtigen „ERC Starting Grant“ der Europäischen Kommission (ERC). Außerdem ist er unter anderem Träger des renommierten Alfried-Krupp-Förderpreises für junge Hochschullehrer (2006). Seit 2007 ist er Professor für Organische Chemie an der Universität Münster.

Im Fokus seiner Forschungen stehen Entwicklung und Anwendung neuer effizienter Katalyse- und Synthesemethoden zur Herstellung organischer Verbindungen. Für den Menschen sind organische Moleküle von großer Bedeutung, beispielsweise in Pharmazeutika, im Pflanzenschutz, in der chemischen Industrie, in den Materialwissenschaften, im Bereich Ernährung sowie als Duft- und Geschmacksstoffe. Daher sind Methoden zur effizienten Herstellung von solchen Verbindungen von größtem Interesse. Insofern sehen Experten die Katalyse als eine Schlüsseltechnologie an, die in der Zukunft immer wichtiger werden wird. Frank Glorius' Forschung soll dazu beitragen, wertvolle natürliche Ressourcen zu schonen.

Frank Glorius promovierte 2000 an der Universität Basel. Nach Stationen an der Universität Harvard (USA), am Max-Planck-Institut in Mülheim an der Ruhr und als Professor an der Universität Marburg wechselte er an die Uni Münster.

Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis

Der Leibniz-Preis wird seit 1986 jährlich von der DFG vergeben. Er zeichnet herausragende Wissenschaftler für ihre Forschungen auf allen Gebieten der Wissenschaft aus. Sie erhalten mit dem Preis in der Regel jeweils 2,5 Millionen Euro, die sie laut DFG in einem Zeitraum von bis zu sieben Jahren nach ihren eigenen Vorstellungen und ohne bürokratischen Aufwand für ihre wissenschaftliche Arbeit ausgeben können. Bislang wurden 324 Wissenschaftler mit dem Preis ausgezeichnet, der auch weltweit als einer der wichtigsten Wissenschaftspreise gilt. Sechs Wissenschaftler erhielten nach dem Leibniz-Preis auch den Nobelpreis.

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