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Rückblick zum 4. HPLC-Praxistag in Würzburg

Expertentipps: Von Micro-LC bis zum Troubleshooting

| Autor: Christian Lüttmann

4. HPLC-Praxistag in Würzburg: Am 20. September trafen sich Anwender und Applikationsexperten zum Erfahrungsaustausch über HPLC-Methoden.
4. HPLC-Praxistag in Würzburg: Am 20. September trafen sich Anwender und Applikationsexperten zum Erfahrungsaustausch über HPLC-Methoden. (Bild: LABORPRAXIS)

Was kann die Micro-LC? Wie läuft die Chromatographie von morgen? Welche Möglichkeiten zum nachhaltigen Arbeiten gibt es in der HPLC? Diese und weitere Fragen beschäftigten die Teilnehmer auf dem HPLC-Praxistag am 20. September in Würzburg. Ein Rückblick über die vielseitigen Vorträge der Veranstaltung.

Am 20. September trafen sich zum vierten Mal Anwender und Hersteller von HPLC-Systemen im Vogel-Convention-Center in Würzburg, um sich über Praxistipps und aktuelle Trends chromatographischer Methoden auszutauschen. Die ganztägige Veranstaltung, die LP-Chefredakteur Marc Platthaus leitete, führte die Teilnehmer durch ein breites Spektrum an Themen: von verschiedenen Techniken wie der Micro-LC oder der Größenausschlusschromatographie, über die Möglichkeiten zur nachhaltigeren und umweltfreundlicheren Forschung bis hin zu generellen Praxistipps zur Fehlervermeidung und -behebung in der HPLC.

Die unterschätzte Micro-LC

Schon zur Einführung setzte Keynote-Speaker Dr. Thorsten Teutenberg vom Institut für Energie- und Umwelttechnik den Fokus der Veranstaltung: Praxisbezug und Nähe zum Anwender. In seinem Vortrag zeigte er nicht nur die Vorteile der Micro-LC auf, zu denen unter anderem geringere Lösemittelmengen, Zykluszeiten und Gradientenverweilvolumina bei gleichzeitig erhöhtem Probendurchsatz gehören. Er räumte auch mit Vorurteilen auf. Fehlende Robustheit, schlechte Packungsqualität und limitierte Verfügbarkeit von Micro-Säulen konnte der Experte nicht aus seinem Alltag bestätigen.

Der einzige echte Nachteil der Methode sei der große Einfluss der Außer-Säulenvolumina. Aufgrund der kleinen Säulengröße müssen diese ebenfalls sehr klein gehalten werden, was in manchen Fällen die Installation eines Micro-LC-Systems erschwert oder gar ausschließt. In allen anderen Fällen sollte man die Anschaffung eines Micro-LC-Systems in Erwägung ziehen, riet Teutenberg.

Was leistet die SFC?

Mit einem kurzen Einblick in das Labor der Zukunft beschloss Teutenberg seine Präsentation und bereitete damit den fließenden Übergang zu Dr. Stefan Vosskötter von Shimadzu, der näher auf die Trends und Entwicklungen in der HPLC einging. Neben Digitalisierung, Automatisierung und neuen Anforderungen an die Datenintegrität, behandelte sein Vortrag auch die noch recht neue Methode der superkritischen Flüssigkeitschromatographie (SFC). „Als Daumenregel kann man sagen, dass jedes in Methanol (oder weniger polaren Lösungsmitteln) lösliche Molekül mittels SFC analysiert werden kann“, betonte Vosskötter das breite Anwendungsspektrum der Methode.

Die Vorteile der SFC seien bis zu fünffach bessere Auflösung und schnellere Analyse als in einem HPLC-System sowie die Einsparung von umweltschädlichen organischen Lösemitteln. Dies mache die SFC zu einer effizienten und grünen Alternative zu klassischen Chromatographiesystemen, wie Vosskötter sagte.

Die grüne Seite der HPLC

Den Aspekt der umweltfreundlichen Chromatographie griff Nachhaltigkeitsexpertin Dr. Kerstin Hermuth-Kleinschmidt von der NIUB- Nachhaltigkeitsberatung auf. Sie zeigte den Teilnehmern Alternativen, ihre Experimente umweltfreundlicher zu planen. So sei es oft möglich, mit einer Verkleinerung der Säulenlänge den Lösemittelverbrauch um bis zu 85% zu senken. Voraussetzung dafür ist, dass man die Trennaufgabe kennt und die kürzere Säule keine Einbußen in der Peakauflösung bedeutet. Auch die Substituierung von Acetonitril durch weniger gefährliche Lösemittel wie Ethanol sei in vielen Fällen problemlos möglich und biete sogar manche Vorteile wie Einsparung bei Anschaffungs- und Entsorgungskosten.

Ventile für jede Anforderung

Auch die technischen Aspekte der Chromatographie wurden beim Praxistag behandelt. Dafür stand Dr. Till Myrach von Knauer mit seiner Präsentation zu Ventilen für die HPLC bereit. Er illustrierte nicht nur an zahlreichen Beispielen, welche komplexen Schaltungen Mithilfe von 2-Positions- und Multipositions-Ventilen möglich sind, sondern stellte auch konkrete Anwendungsbeispiele vor. Hierzu gehörte unter anderem ein GPC-Cleanup-System, das durch geschickte Stoffstromführung eine automatisierte und zeitsparende Probenaufreinigung erlaubt.

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