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Sepsis Förderung der Sepsisforschung wird fortgesetzt

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Die Forschung am Jenaer Zentrum für Innovationskompetenz (ZIK) Septomics wird für weitere fünf Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert, wie das Ministerium 27. März das bekanntgab. Dem 2009 gegründeten Forschungsverbund von Friedrich-Schiller-Universität Jena, Universitätsklinikum Jena und Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut (HKI) stehen damit bis 2020 Finanzmittel zur Verfügung, die u.a. in die Einrichtung von zwei neuen Nachwuchsgruppen fließen.

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Die Arbeit am Jenaer Zentrum für Innovationskompetenz Septomics - wie hier von Antje Häder - kann weitergehen, da jetzt die zweite Förderphase vom BMBF bewilligt wurde.
Die Arbeit am Jenaer Zentrum für Innovationskompetenz Septomics - wie hier von Antje Häder - kann weitergehen, da jetzt die zweite Förderphase vom BMBF bewilligt wurde.
(Bild: Anna Schroll/HKI)

Jena – Frühe Zeichen einer Sepsis, die u.a. auf eine verminderte Versorgung der Organe mit Sauerstoff zurückzuführen sind, können sein:

  • Verwirrtheit
  • hohes Fieber,
  • beschleunigte Atmung,
  • beschleunigter Herzschlag oder ein
  • erniedrigter Blutdruck.

Diese Zeichen sind sensitiv, jedoch wenig spezifisch, d.h. sie finden sich auch bei einer Vielzahl von Patienten mit anderen Erkrankungen. Die frühe Sepsisdiagnose ist eine schwierige Diagnose. Auch die Erregerdiagostik ist langwierig und kompliziert. Eine frühzeitige Diagnose der Sepsis, die zeitnahe Identifizierung des Krankheitserregers sowie die schnell einsetzende, erregergerechte und individuelle Therapie sind aber entscheidend für das Überleben der Patienten.

Im ZIK Septomics arbeiten Grundlagenforscher und Kliniker zusammen, um ein besseres molekulares Verständnis lebensbedrohender Sepsiserkrankungen zu gewinnen, aus dem sich neue, lebensrettende diagnostische und therapeutische Ansätze entwickeln lassen.

„Wir freuen uns über die Fortsetzung der Förderung“, sagt Septomics-Sprecher Prof. Dr. Oliver Kurzai, ermögliche diese doch nicht nur die außerordentlich erfolgreiche Arbeit des interdisziplinären Forschungsteams weiter auszubauen. „Zugleich sehen wir damit auch die gesamte Infektions- und Sepsisforschung am Standort Jena bestätigt“, so der Professor für Fungal Septomics der Universität Jena und Leiter der gleichnamigen Forschungsgruppe am HKI. Die bisherige Entwicklung, maßgeblich geprägt von Prof. Dr. Frank Martin Brunkhorst und Prof. Dr. Hortense Slevogt sowie den Septomics-Gründern Prof. Dr. Konrad Reinhart, Prof. Dr. Axel Brakhage und Prof. Dr. Eberhard Straube, und das neue Strategiekonzept seien von der Expertenjury des BMBF als exzellent bewertet worden. „Im Rahmen der nun beginnenden zweiten Förderphase werden zwei neue Nachwuchsgruppen eingerichtet, die in den kommenden fünf Jahren unsere Forschungsarbeit bereichern werden“, ist sich Prof. Kurzai sicher.

Neue Forschungsgruppe: Invasive Pilzinfektionen untersuchen

So soll die neue Nachwuchsgruppe „Host Fungal Interfaces“ klinisch relevante Aspekte der Pathobiologie invasiver Pilzinfektionen untersuchen. In enger Kooperation mit den bestehenden Arbeitsgruppen und dem seit 2014 in Jena angesiedelten Nationalen Referenzzentrum für Invasive Pilzinfektionen kann so der international sichtbare Forschungsschwerpunkt zu invasiven Pilzinfektionen weiter gestärkt werden.

Die Nachwuchsgruppe „Translational Septomics“ soll die Expertise des ZIK Septomics um die Forschung zu Mechanismen und klinischer Bedeutung von Organfehlfunktionen im Verlauf der Sepsis und bei Sepsisüberlebenden ergänzen und dabei neue Konzepte für eine frühzeitige Erkennung und therapeutische Interventionen entwickeln. Dazu wird die Gruppe sowohl in die Patientenversorgung in der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin eingebunden sein, als auch Forschungslabors am Beutenberg-Campus beziehen. Mit den beiden neuen Nachwuchsgruppen werden dann insgesamt fünf Arbeitsgruppen mit etwa 45 Personen am ZIK Septomics angesiedelt sein.

Neben der Förderung durch das BMBF wurde das ZIK Septomics auch über das Programm „ProExzellenz“ des Freistaates Thüringen unterstützt. Dessen Förderung floss in die Finanzierung der klinischen Paul-Martini-Forschergruppe und hat den Septomics-Forschungsneubau ermöglicht.

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