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Biobasierte Plattformchemikalie Forscher gewinnen Biobutanol aus Mühlennebenprodukten

| Redakteur: Tobias Hüser

Die Forschungsanstrengungen im Projekt „Gewinnung von Biobutanol als Energieträger und Plattformchemikalie aus Mühlennebenprodukten“ haben sich ausgezahlt: die Projektbeteiligten zeigten, dass es wirtschaftlich rentabel ist, die in Mühlen anfallenden Nebenprodukte biotechnologisch in Biobutanol umzuwandeln. Butanol kann Kraftstoffen zugesetzt werden und besitzt im Vergleich zu Ethanol eine höhere Energiedichte.

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Mühlennebenprodukte entstehen beim Mahlvorgang. Die Umwandlung in Biobutanol könnte künftig für die Mühlenbetreiber ein neuartiger und umweltschonender Verwertungsweg eines Abfallproduktes sein.
Mühlennebenprodukte entstehen beim Mahlvorgang. Die Umwandlung in Biobutanol könnte künftig für die Mühlenbetreiber ein neuartiger und umweltschonender Verwertungsweg eines Abfallproduktes sein.
(Bild: Dieter Schuetz/pixelio.de)

München – Ob als Lösungsmittel in Lacken, Farben und Reinigungsmitteln oder als Ausgangsmaterial für weitere Produkte in der Chemieindustrie, Butanol ist vielfältig einsetzbar. Die Projektpartner Lehrstuhl für Mikrobiologie der TU München, Fritzmeier Umwelttechnik und der Bayerische Müllerbund haben herausgefunden, dass Weizennachmehl oder Kleie als Mühlennebenprodukte in ausreichenden Mengen anfallen und daher für eine Veredelung, wie die Umwandlung in Biobutanol, prinzipiell in Frage kommen.

Die Ergebnisse des Forschungsverbunds zeigten zudem, dass die bakterielle Vergärung der Reststoffe eine überdurchschnittlich gute Ausbeute an Butanol erzielte. Damit wären bei Nachmehlen bereits kleine Fermentationsanlagen mit einer Kapazität von 20 t Ausgangsmaterial pro Tag rentabel.

Aufgrund der positiven Untersuchungen sollen in einem deutlich größeren Folgeprojekt die vorhandenen Resultate weiter untersucht und umgesetzt werden. Die Forscher erwarten im technischen Maßstab sogar noch höhere Butanolausbeuten und eine bessere Wirtschaftlichkeit. Als Koordinator begleitete die IBB Netzwerk das Projekt. Auch beim Folgeprojekt wird das Industrielle Biotechnologie Bayern Netzwerk die Koordination und das administrative Management übernehmen.

Die Umwandlung in Biobutanol könnte künftig für die Mühlenbetreiber ein neuartiger und umweltschonender Verwertungsweg eines Abfallproduktes sein. In Bayern vermahlen rund 150 Mühlen jährlich circa 1,3 Millionen Tonnen Weizen und Roggen. Die dabei entstehenden Mühlennebenprodukte machen etwa 20 % der vermahlenen Getreidemenge aus. Derzeit werden die Nebenprodukte hauptsächlich verfüttert, das Angebot übersteigt die Nachfrage jedoch bei weitem.

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